„Drogensucht gilt zu Unrecht als unveränderbar. Eine Heilung von Drogensucht bzw. von habitueller Süchtigkeit ist aus Sicht der Autoren jedoch möglich. Von Genesung und vom langfristigen Ziel Heilung von Süchtigkeit handelt dieses Buch. Ausgehend von den Grundsätzen systemischer Therapie und Beratung wird ein eigenes Modell entwickelt die Tiefensystemik. Sie erweitert das klassische systemische Modell durch die„geistige“ Dimension mental-somatischer Modelle. Kernpunkt der Arbeit mit Süchtigen ist die Auffassung, dass diese die Reorganisation ihrer eigenen Wahrnehmungs- und Kognitionsweisen selbst vollziehen müssen. Als Instrument zur Realisierung dieser Strukturtransformation dient Vipassana-Meditation, die ethische Lebensführung, Konzentration des Geistes und Arbeit an den eigenen mental-somatischen Modellen bedeutet“, so der Verlags-Text zum Buch von Leo Gürtler, Urban Studer und Gerhard Schröder, die gemeinsam als Therapeuten und Therapieforscher im suchttherapeutischen Projekt„start again“ in der Schweiz aktiv sind und ein umfangreiches Buch über„Wege aus der Süchtigkeit“ verfasst haben. Rudolf Klein aus Merzig hat das Buch für systemagazin gelesen und kritisch rezensiert:„Ich halte das Buch trotz der kritischen Anmerkungen für empfehlenswert, obwohl (besser: weil) es keine leichte Kost bereitstellt. Es werden interessante Verknüpfungen hergestellt, die wichtige Hinweise und Denkanstöße für die Therapie drogenabhängiger KlientInnen liefern können. Und letztlich bietet es eine sehr umfassende Materialsammlung, die immer wieder zum Nachschlagen genutzt werden kann“
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21. Juli 2011
von Tom Levold
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Schneller geht’s kaum. Der Kongress hat vom 1. bis zum 3. Juli getagt und nun liegt schon der begeisterte und anregende Tagungsbericht von Andreas Manteufel aus Bonn vor:„Gehens auch zum Ärztekongress?, fragt mich die freundliche Pensionswirtin bei meiner Ankunft in der Mozartstadt. Ich vermute, dass sie eine andere Veranstaltung meint und erkläre, dass ich an einer Tagung über Gehirnforschung und Psychotherapie teilnehme, die viele Berufsgruppen zusammenführt, neben Ärzten auch Psychologen, Philosophen, Sozialwissenschaftler, und neben Wissenschaftlern auch viele Psychotherapeuten. Das ist uns egal, wir sagen Ärztekongress, das ist einfacher, unterweist sie mich darin, dass es sich keineswegs um ein Missverständnis, sondern eher um eine verständliche Komplexitätsreduktion handelt. Neurobiologie der Psychotherapie Perspektiven und systemtherapeutische Innovationen ist für Nichteingeweihte ja auch ein bisschen sperrig“, schreibt Manteufel und erzählt – eingerahmt von eigenen Bildern – dann durchaus nachvollziehbar, was es auf dem Kongress zu hören und zu sehen gab.