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Online-Journal für systemische Entwicklungen

Systemische Impulse für die erzieherische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die durch sexuell übergriffiges Verhalten auffällig wurden

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Frank Natho und Simone Bebermeyer vom Institut für Fortbildung, Supervision und Familientherapie in Halberstadt haben 2013 in der Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung einen beachtenswerten Aufsatz über die Arbeit mit Jugendlichen veröffentlicht, die durch sexuell übergriffiges Verhalten auffällig wurden. Dabei unterziehen sie die auf einer Kontrolle und Defizitorientierung beruhenden „Täter-Orientierung“ einer kritischen Betrachtung und plädieren für einen Ansatz, der die Entwicklungsdynamik der Jugendlichen angemessen berücksichtigt, ihre Selbstwirksamkeitskonzepte fördert und Vertrauen und pädagogische Aufmerksamkeit an die Stelle von Misstrauen und Überwachung setzt. Im abstract heißt es: „Die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen, die sexuell übergriffiges Verhalten gezeigt haben, stellt im Kontext der stationären Jugendhilfe einen besonderen Hilfebedarf dar. In der erzieherischen und therapeutischen Arbeit mit dieser Klientel wird traditionell stärker auf Kontrolle, Begrenzung und auf Opferschutz gesetzt und das in der Vergangenheit als problematisch bewertete übergriffige Verhalten erzieherisch und therapeutisch in den Mittelpunkt gestellt. Doch ist diese Kontrolle und Defizitorientierung wirklich hilfreich? In diesem Aufsatz sollen Aspekte der erzieherischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die sexuell übergriffiges Verhalten gezeigt haben, diskutiert werden. Ausgangspunkt ist eine Evaluation, die 2010 vom Institut für Fortbildung, Supervision und Familientherapie Halberstadt in einer spezialisierten Wohngruppe für sexuell übergriffige Heranwachsende von 12 bis 18 Jahren in Sachsen-Anhalt durchgeführt wurde. In diesem Zusammenhang wurden von den Evaluatoren Anregungen zur Umgestaltung der traditionell eher defizitorientierten konzeptionellen pädagogischen Leitlinien unter Berücksichtigung systemischer Prämissen entwickelt. Einige alternative Haltungen und Vorgehensweisen für die erzieherische Arbeit mit sexuell auffällig gewordenen Minderjährigen in der Jugendhilfe werden nachfolgend dargestellt und diskutiert. Ziel ist es weiter, darzulegen, was die Kinder und Jugendlichen unter Beachtung der Verhaltensauffälligkeit aus entwicklungspsychologischer Sicht benötigen und Anregungen zu erarbeiten, wie Pädagogen diesen Bedürfnissen unter systemischen Gesichtspunkten in der erzieherischen Arbeit gerecht werden können.“

Der Artikel ist im Wissensportal der DGSF online zu lesen, und zwar hier…

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