Arist von Schlippe führt den Adventskalender heute fort mit Erinnerungen an seine erste Arbeitsstelle als Psychologe in der Kinder- und Jugendpsychiatrie:„Es war am 2.1.1977 als ich meine erste Stelle antrat, in einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik in Norddeutschland. Ich wurde begrüßt, vorgestellt und man zeigte mir mein Zimmer.
Auf meinem Schreibtisch lag ein Formular über die Aufnahme eines 12-jährigen Jungen, ich weiß bis heute, wie er heißt. Auf dem Zettel stand die Diagnose ,Enkopresis‘ und darunter der Vermerk, dass die Krankenkasse eine Kostenübernahme für 14 Tage stationären Aufenthalt in der Klinik zugesagt habe. Es überlief mich heiß: ich wusste so gerade eben, was das Wort bedeutete. In meinem ganzen Studium war mir dieses Störungsbild nie begegnet, ich hatte als im Studium voll ausgebildeter Gesprächspsychotherapeut zwar schon mehr Ausbildung als manche meiner Mitabsolventen. Aber wie sollte ich es anstellen, ich musste ja nun ,machen‘, dass das Kind innerhalb von 2 Wochen nicht mehr in die Hose machte! Ich fühlte mich völlig überfordert, dachte daran, wegen erwiesener Unfähigkeit nun gleich meine Kündigung einzureichen, hier war ich jedenfalls fehl am Platze!“ Wie es dann doch gut weiter ging, lesen Sie im
systemagazin Adventskalender
3. Dezember 2006
von Tom Levold
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Nach der Eröffnung des systemagazin Specials am gestrigen Tag kommt heute Rosmarie Welter-Enderlin zu Wort, die von ihren Lernerfahrungen als Studentin in den USA berichtet, in den aufregenden Pionierzeiten der Familientherapie:„
In vielen Kursen und Seminaren mache ich immer wieder die Erfahrung, dass zahlreiche TeilnehmerInnen, die noch am Anfang ihrer beruflichen Entwicklung stehen oder noch in Weiterbildung sind, angesichts ihres relativen Mangels an Erfahrung trotz aller positiver Konnotation und Ressourcenorientierung schnell entmutigt sind oder das Gefühl bekommen, das, was sie bei ihren Lehrern bzw. Trainern beeindruckt, selbst nicht erreichen zu können. An Erlebnisse dieser Art kann ich mich natürlich selbst noch gut erinnern, auch wenn das schon eine Weile zurückliegt. Jedenfalls hat mich diese Erfahrung angeregt, bei erfahrenen systemischen Kolleginnen und Kollegen nachzufragen, wie es denn ihnen mit ihrem professionellen„ersten Mal“ als TherapeutInnen, BeraterInnen und SupervisorInnen ergangen ist. Wie sind die Erinnerungen an den ersten Fall, die erste Beratung, Therapie oder Supervision? In welchem Kontext stand die berufliche Entwicklung, was war das Rüstzeug, was war hilfreich, was war hinderlich, was war großartig, was einfach peinlich? Und was von alledem hat sie im Verlauf der Zeit als Ressource begleiten können?
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