Guido Strunk und Günter Schiepek haben sich in ihrem 2006 im Spektrum Verlag erschienenen Grundlagenbuch„Systemische Psychologie. Eine Einführung in die komplexen Grundlagen menschlichen Verhaltens“ zu Ziel gesetzt, menschliches Verhalten im Kontext einer Theorie Nichtlinearer Dynamischer Systeme zu analysieren. Das ist ihnen gut gelungen, aber beileibe keine leichte Kost. Warum man sich das Buch dennoch zu Gemüte führen sollte, schreibt Wolfgang Loth in seiner Rezension:„ Ich möchte das vorgestellte Buch nachhaltig empfehlen. Ja, die Lektüre macht Arbeit. Ja, dafür fehlt meist die Zeit. Und wozu also dann? Ich denke, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir es in unserer Profession häufig mit Fragen und Themen zu tun haben, die einfach nicht einfach sind, die oft genug existenzielle Bedeutung berühren und eher selten abschließend beantwortet werden können, selbst dann nicht, wenn wir wirksam gehandelt haben. Hier Anregungen zu erhalten, die es ermöglichen und aushalten, mit Komplexität angemessen umzugehen, Anregungen, die sich nicht in Plattheiten und Besserwissereien flüchten, ist ebenso notwendig wie nicht selbstverständlich zu haben. Wie schön, dass mit dem vorliegenden Buch ein naturwissenschaftlich versierter und formal transparenter Weg beschrieben wird, der zusammenpasst zu einer ethischen Kernaussage wie der folgenden, von Oswald Weidenbach auf den Punkt gebracht: ,Eine Wahrheit, Erkenntnis oder Wirklichkeit, die am Ende eines gegangenen Weges steht, bindet durch ihre These das Verworrene, um dessentwillen der ganze Weg unternommen wurde, immer nur hypothetisch. D.h. der Sinn, den sie ihren Problemen gibt, bleibt zerbrechlich, fraglich, mehr-, anders- und weiterdeutbar‘ (1948, S.106). Das Buch von Strunk und Schiepek erweist sich dabei als nahrhafte Wegzehrung“
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2. Dezember 2006
von Tom Levold
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Nach der Eröffnung des systemagazin Specials am gestrigen Tag kommt heute Rosmarie Welter-Enderlin zu Wort, die von ihren Lernerfahrungen als Studentin in den USA berichtet, in den aufregenden Pionierzeiten der Familientherapie:„
In vielen Kursen und Seminaren mache ich immer wieder die Erfahrung, dass zahlreiche TeilnehmerInnen, die noch am Anfang ihrer beruflichen Entwicklung stehen oder noch in Weiterbildung sind, angesichts ihres relativen Mangels an Erfahrung trotz aller positiver Konnotation und Ressourcenorientierung schnell entmutigt sind oder das Gefühl bekommen, das, was sie bei ihren Lehrern bzw. Trainern beeindruckt, selbst nicht erreichen zu können. An Erlebnisse dieser Art kann ich mich natürlich selbst noch gut erinnern, auch wenn das schon eine Weile zurückliegt. Jedenfalls hat mich diese Erfahrung angeregt, bei erfahrenen systemischen Kolleginnen und Kollegen nachzufragen, wie es denn ihnen mit ihrem professionellen„ersten Mal“ als TherapeutInnen, BeraterInnen und SupervisorInnen ergangen ist. Wie sind die Erinnerungen an den ersten Fall, die erste Beratung, Therapie oder Supervision? In welchem Kontext stand die berufliche Entwicklung, was war das Rüstzeug, was war hilfreich, was war hinderlich, was war großartig, was einfach peinlich? Und was von alledem hat sie im Verlauf der Zeit als Ressource begleiten können?
Unter der Adresse
Nachdem gestern ein Vortrag von Sabine Klar zum Thema„Helfen wir unseren KlientInnen auch beim Widerstand?“ veröffentlicht wurde, der auf dem ÖAS-Kongress im September in Wien gehalten wurde, können Sie heute die Erwiderung von Kurt Ludewig unter dem Titel:„