Eva Bänninger-Huber, Psychologie-Professorin in Innsbruck und neue systemagazin-Autorin, befasst sich schon lange mit Mikroanalysen affektiver Kommunikation, die sie auch auf ihre Bedeutung als Wirkfaktor in der therapeutischen Beziehung hin untersucht. In ihrem Beitrag für die Systemische Bibliothek über das Lächeln („Plädoyer für eine differenzierte Betrachtung zwischenmenschlicher Beziehungsgestaltung“) stellt sie anhand verschiedener Beispiele u.a. auch eigene Forschungsergebnisse zum Thema zusammen und diskutiert die Bedeutung des Lächelns für die Regulation der sozialen Interaktion von Erwachsenen (auch in therapeutischen Prozessen) dar: „Therapeutische Interaktionen können mit Hilfe von Konzepten aus der Emotionsforschung besser verstanden werden. Andererseits ist die therapeutische Interaktion eine günstige Situation, um grundlegende emotionale Prozesse zu erforschen, weil das therapeutische Denken und Handeln sowohl die intrapsychische als auch die interaktive Perspektive kennt und berücksichtigt. Die differenzierte Beschreibung der therapeutischen Interaktion soll nicht nur dabei helfen, dem Therapeuten vertraute Phänomene zu erfassen, sondern darüber hinaus neue Zusammenhänge zu finden und dadurch das therapeutische Auge weiter zu schärfen. Erst wenn besser verstanden wird, wie und mit welchen Mitteln eine therapeutische Interaktion von den beiden Beteiligten – intendierterweise oder nicht – gestaltet wird, können Aussagen darüber gemacht werden, worin die Wirksamkeit psychotherapeutischen Handelns begründet ist“
Zur Systemischen Bibliothek
11. März 2007
von Tom Levold
Keine Kommentare
Gregory Bateson und Margaret Mead trafen sich 1932 in Neu-Guinea, wo sie beide ethnologische Feldforschungen durchführten. Sie heirateten 1936, bekamen 1939 eine gemeinsame Tochter, Mary Catherine Bateson, trennten sich aber später. Dies hielt sich nicht ab, bis zum Ende ihres Lebens miteinander freundschaftlich verbunden zu bleiben. Beide waren an der Entwicklung und Durchführung der berühmten Macy Conferences in den Jahren 1947-1953 beteiligt, die zum wissenschaftlichen Durchbruch der Kybernetik wesentlich beigetragen haben und zu der Heinz von Foerster später als Sekretär und Organisator hinzustieß. Stewart Brand führte 1976 für die Zeitschrift„CoEvolutionary Quarterly“ ein Interview mit Margaret Mead und Gregory Bateson über die Initialphase der Macy-Konferenzen durch. Zu diesem Zeitpunkt war Mead 75, Bateson 72. Es offenbart nicht nur ungewöhnliche Einblicke in die Aufbruchstimmung der damaligen Jahre, sondern auch in eine auch zum damaligen Zeitpunkt immer noch lebendige, widerspruchsfreudige und anregende Beziehung zweier außergewöhnlicher Persönlichkeiten.