„Eine systemische Fachtagung in Marokko? Als der Workshop-Kongress„Grenzen – Systeme – Kulturen“ vor einem Jahr das erste Mal stattfand, reagierte ich skeptisch. Für eine Woche in die Wüste Marokkos zu fliegen, um dort auf Fachkolleginnen und -kollegen aus dem deutschsprachigen Raum zu treffen und Vorträge zu hören, die ich genauso in Mitteleuropa geboten bekäme, anstatt etwas vom Land mitzubekommen, erschien mir nicht ganz einleuchtend. Die durchweg positiven bis begeisterten Rückmeldungen einiger Teilnehmer danach ließen meine Vorbehalte jedoch bröckeln und machten mich neugierig. Das Programm von diesem Jahr gab schliesslich den Ausschlag, sodass ich mich im Januar kurzentschlossen für den 2. Workshop Kongress in Zagora/ Marokko vom 20.- 25.02.2011 mit dem Schwerpunktthema„Krisenintervention und Persönlichkeitsentwicklung“ anmeldete“ So beginnt ein farbiger Tagungsbericht, den Elisabeth Schmidt, Psychologin beim Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst Graubünden in Chur, für systemagazin erstellt hat, und der schon ein bisschen den Mund wässrig machen kann – auf die kommende Tagung in 2012.
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2. April 2011
von Tom Levold
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Nach den Erfolgen, die japanische Techniker bei der Entwicklung von Pflege-Robotern für die Betreuung von Demenzkranken verzeichnen konnten, wurden heute bekannt, dass in Osaka erstmals ein Psychotherapie-Roboter der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, der noch im Sommer auf den Markt gebracht werden soll. Diese bahnbrechende Innovation macht den Erfindern zufolge den Einsatz von menschlichen Psychotherapeuten überflüssig und hebt damit die zahlreichen Nachteile bestehender Psychotherapie-Verfahren auf. Vor allem von Vertretern der evidenzbasierten Psychotherapie wurde die Neuentwicklung einhellig begrüßt.„Endlich haben wir eine verlässliche Alternative zu Verfahren, die aufgrund der Anwendung durch Menschen immer schon fehleranfällig waren“, heißt es in einer Verlautbarung der„Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)“. Mit Hilfe der Psychotherapie-Roboter könne evidenzbasierte Therapie nun endlich manualgetreu durchgeführt werden, ohne dass persönliche Störvariablen den Therapieverlauf beeinträchtigen. Bislang funktionierte manualgesteuerte Psychotherapie nur mit Studenten, da ausgebildete Therapeuten meist dazu neigen, eigene Ansichten über Nutzen und Zweck therapeutischer Vorgehensweisen zu entwickeln. Psychotherapieforschung könne nun ein bislang ungeahntes Niveau erreichen, da nicht nur die Standardisierung von Interventionen, sondern erstmals auch Doppel-Blind-Versuche in der Psychotherapieforschung möglich wären. Zudem würden durch den Wegfall der Psychotherapieausbildung enorme gesellschaftliche Kosten eingespart. Die Roboter sollen ohne jede Selbsterfahrung über hervorragende Fähigkeiten zur Spannungsregulation und Affektabstimmung verfügen. Verschiedene Programme für Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Systemische Therapie und Gesprächstherapie sind frei einstellbar, darüber hinaus können Parameter wie Strukturierungsgrad, Abstinenz, Nähe-Distanz etc. vorgegeben werden. Ein WLAN-Modul ermöglicht die sofortige Übermittlung von Anträgen, Berichten und Gutachten an die entsprechenden Adressaten im Gesundheitswesen. Der Gemeinsame Bundesausschuss soll bereits überlegt haben, den Einsatz von Psychotherapie-Robotern in den deutschen Psychotherapie-Richtlinien zu verankern.
Wie beeinflussen Rahmenbedingungen professionelles lösungsfokussiertes Arbeiten? Und wie lösungsfokussiertes Vorgehen wiederum die institutionellen, gesellschaftlichen und persönlichen Rahmen? Diese Fragen bilden den Hintergrund für die jährliche EBTA-Konferenz, die erstmals in den neuen Bundesländern stattfindet. Die Konferenz bietet eine Vielzahl von Workshops, Diskussionsgruppen, Life-Demos (Harry Korman, Yvonne Dolan) und ein kulturelles Rahmenprogramm. Vom Kennenlernen des lösungsfokussierten Ansatzes bis zum Austausch alter Hasen erstrecken sich die Inhalte, die sich an TherapeutInnen und BeraterInnen in nahezu allen Anwendungsfeldern richten: Jürgen Hargens wird über den Rahmen eines lösungsfokussierten Gesprächs nachdenken, Heinrich Dreesen wird für„Entschleunigung“ sorgen, Ben Furman behauptet„it takes a web to fix a kid“, Ursula Bühlmann-Stähli will für Kinder Raketen zünden, Tom Küchler exploriert den Sozialraum, Deal Russel fragt sich, wieso man so viel sprechen sollte und Paul Köck, wie man sich als TherapeutIn am besten unnütz macht und das Team aus Aschendorf berichtet aus der lösungsfokussierten Praxis in der Kinderpsychiatrie, Hans Benniks beschäftigt sich mit lösungsfokussierter Suizidprävention, Joachim Hesse denkt über den Dreh einer lösungsorientierten Diagnostik nach, Marianne Roessler stellt den„signs-of-saftey approach“ im Kontext von drohender Gewalt dar, Frederic Linssen widmet sich impliziten Hypothesen, Michael Gross leuchtet die Bezugsrahmen von Pflegekindern aus , Kirsten Dierolf wird die Konferenz nutzen, um lösungsfokussiert Arbeitende stärker zu vernetzen, Scott Miller und Kenneth Gergen blicken über den lösungsfokussierten Tellerrand hinaus und vieles mehr. Kongresssprache wird Deutsch und Englisch sein. Die Diskussionen im Plenum und die Mehrzahl der Workshops werden simultan übersetzt. EBTA-Tagungen sind bekannt als inspirierende, lebendige Treffen, die einen fruchtbaren Austausch über Theorie und Praxis der Lösungsfokussierten Arbeit für KollegInnen aus ganz Europa bieten. Nach Dresden laden herzlich ein Flow e.V. & NIK.