systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

29. Mai 2012
von Tom Levold
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Die Wirkung der Sozialen Arbeit

Heiko Kleve, Professor für Soziologische und sozialpsychologische Grundlagen sowie Fachwissenschaft der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Potsdam, hat mit seinem Kollegen Frank Früchtel (Foto: FH Potsdam), an der FH für die Lehre von Ethik, Theorie und Methoden der Sozialen Arbeit zuständig, ein Gespräch über die Wirkfaktoren erfolgreicher Sozialer Arbeit gesprochen. Das Gespräch ist im Sozialmagazin 1/2011 erschienen und nun auch online zugänglich. In der Einleitung heißt es:„Wirkung ist seit geraumer Zeit Thema sozialarbeiterischer Reflexionen. Immer nachdrücklicher wird gefragt und aufwendig gemessen, ob und wie „nachhaltig“ Interventionen wirken. Dazu gibt es inzwischen groß angelegte Forschungsprojekte (z.B. www.wirkungsorientierte-jugendhilfe.de). Aber wie können wir uns das Konstrukt „Wirkung“ in der Praxis, die von hoher Komplexität gekennzeichnet ist, überhaupt vorstellen? Das ist die Frage unseres Beitrages, dessen Dialogform unseren Thesen entspricht, verstehen wir doch Wirksamkeit als etwas evolutionär Dialogisches – als etwas, das nicht einseitig und technologisch, sondern nur durch kommunikative Wechselwirkungen und gekonnte Variationen vollbracht werden kann“
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28. Mai 2012
von Tom Levold
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Erfasse komplex, Handle einfach!

Als Jürgen Kriz kürzlich auf dem Heidelberger Kongress„Wie kommt Neues in die Welt?“ äußerte, dass das in diesem Frühling bei V&R erschienene Buch des Schweizer Systemtherapeuten Martin Rufer„Erfasse komplex, handle einfach. Systemische Psychotherapie als Praxis der Selbstorganisation“ zu den besten Büchern gehöre, die er seit langem gelesen habe, waren die 60 Exemplare, die am Kongressbüchertisch vorrätig waren, schnell vergriffen. In der Tat bietet dieses Buch etwas, das in der Systemischen Therapie nur wenig vorkommt, nämlich eine Kasuistik, die sich nicht in kurzen Fallvignetten oder in der Darstellung toller Interventionen erschöpft, sondern theoriegestützt das therapeutische Handeln im therapeutischen Prozess rekonstruiert. Nachdem bereits ein Vorabdruck im systemagazin erschienen ist, folgt nun eine Rezension von Andreas Manteufel. Auch er ist voll des Lobes:„Das ist ähnlich der wöchentlichen Taktik-Exegese im „ZDF-Sportstudio“, der sogenannten „3-D-Analyse“. Hierbei werden in Filmausschnitten von Fußball-Bundesliga-Begegnungen wie durch Zauberhand Ball und Spieler über den Bildschirm geschoben, verpasste Laufwege und Zuspiele simuliert und ständig der Blickwinkel des Zuschauers verändert, um zu beweisen, was die eine Mannschaft und ihr Trainer richtig, die anderen falsch gemacht haben. Auch hier gilt: Wenn man weiß, wie die Spielszene und das ganze Spiel ausgegangen sind, fällt es leicht, alles als richtig, oder eben auch als falsch zu bewerten. Dass die Dinge immer auch anders hätten laufen können, auch das ist ein vielbeschworener Gedanke, der im systemischen Diskurs als „Kontingenz“ behandelt wird. So bescheiden und differenziert, wie Rufer schreibt, kommt allerdings nie der Verdacht auf, er wolle uns irgendetwas als „beste“ oder „notwendige“ therapeutische Praxis verkaufen“
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26. Mai 2012
von Tom Levold
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Michael Wirsching wird heute 65!

Heute feiert Michael Wirsching, der am 26.05.1947 in Berlin zur Welt kam,  seinen 65. Geburtstag. Sein Studium der Medizin führte ihn nach Heidelberg, wo er nach Helm Stierlins Rückkehr aus den USA 1974 dessen erster Assistent und bald Oberarzt wurde. Gemeinsam mit Gunthard Weber, der als Assistent dazustieß, organisierte Michael Wirsching erste Weiterbildungen mit der Mailänder Gruppe und trug wie die gesamte in dieser Zeit entstehende„Heidelberger Gruppe“ maßgeblich zur Verbreitung der Familientherapie in Deutschland bei. Parallel absolvierte er eine Ausbildung als Psychoanalytiker, blieb der systemischen Entwicklung aber immer verbunden. Nach einem Zwischenspiel an der Universität Gießen übernahm Michael Wirsching 1986 nach der Emeritierung von Johannes Cremerius dessen Lehrstuhl und ist seitdem Leiter der Abteilung Psychosomatik und Psychotherapapeutische Medizin des Universitätsklinikums Freiburg. Aus der ersten Generation der Familientherapeuten und Systemiker in Deutschland ist er damit der Einzige, der überhaupt eine C4-Professur erhalten hat. In Freiburg war er 1992 Mitbegründer des Freiburger Familientherapeutischen Arbeitskreises FFAK, der seitdem Ausbildung in systemischer Therapie anbietet und im Herbst 2012 die Jahrestagung der DGSF ausrichten wird. Neben den zahlreichen Weiterbildungsaktivitäten im In- und Ausland engagierte er sich von Anfang an in der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Familientherapie, von 1988 bis 1999 auch im Vorstand, davon die ersten fünf Jahre als erster Vorsitzender. systemagazin gratuliert ganz herzlich zum 65. Geburtstag und wünscht noch viele erfüllte Schaffensjahre!

25. Mai 2012
von Tom Levold
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Bewältigungsstrategien einer Holocaust-Familie

Revital Ludewig-Kedmi (Foto: www.tamach.org) ist Psychologin und Familientherapeutin, die ihre Ausbildung in Deutschland gemacht hat, aber schon seit langem in der Schweiz lebt und arbeitet. Sie ist vor allem durch ihre Forschung mit Holocaust-Überlebenden und deren Kindern bekannt geworden und gehört zu den Mitbegründerinnen der Psychosozialen Beratungsstelle für Holocaust-Überlebende und ihre Angehörigen„Tamach“ in der Schweiz. Zu den vielen lesenswerten Veröffentlichungen gehört auch ein Artikel„Bewältigungsstrategien einer Holocaust-Familie“, den sie 1997 in systhema veröffentlicht hat, und in dem es um die unterschiedlichen sowie die gemeinsamen Bewältigungsmöglichkeiten traumatischer Erfahrungen von Holocaust-Überlebenden und ihren Partnern und Kindern geht. Als Vorteil des systemischen Ansatzes für die therapeutische Arbeit mit Holocaust-Familien sieht sie dabei„die Berücksichtigung des Gesamtsystems sowie der Komplexität von Phänomenen. Im Zentrum des systemischen Ansatzes steht die Ablehnung des linear-kausalen Denkens. D.h. die traumatischen Holocaust-Erfahrungen führen nicht zu einer einzigen möglichen psychischen Reaktion („Überlebenden-Syndrom“). Vielmehr existiert eine Vielfalt von individuellen und familiären Reaktionen, die sich wechselseitig beeinflussen. Das Individuum als ein Teil des Gesamtsystems wird vom System beeinflusst und beeinflusst das System selbst. Ich gehe davon aus, dass die individuellen Bewältigungsstrategien der Familienmitglieder aus der ersten und zweiten Generation das gesamte Familienleben beeinflussen. Umgekehrt beeinflusst auch die Familiendynamik die individuellen Bewältigungsstrategien der einzelnen Familienmitglieder hinsichtlich der Shoah. Um diese vielfältigen Bewältigungsstrategien und Ressourcen erfassen zu können, soll man den Überlebenden Raum geben, um ihre Lebensgeschichte – vor, während und nach der Verfolgungszeit – zu erzählen, anstatt sich ausschließlich auf die Symptome zu konzentrieren“
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24. Mai 2012
von Tom Levold
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Roman Polanski: A Therapy

13. Mai 2012
von Tom Levold
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Psychotherapie im Dialog? Diagnostik und Evaluation

Das aktuelle Heft der Zeitschrift„Psychotherapie im Dialog“ beschäftigt sich mit dem Thema Diagnostik und Evaluation. Ein wunderbares Thema, über das man die unterschiedlichen Therapieschulen und -Praktiken mitsamt ihren jeweiligen wissenschaftlichen Orientierungen miteinander in einen Dialog bringen könnte, ganz abgesehen davon, dass es auch an soziologischen sowie wissenschaftstheoretischen bzw. -historischen Diskursen zum Thema Diagnostik keineswegs mangelt. Gerade angesichts der heftigen Auseinandersetzungen um die Erstellung des DSM-V, die momentan im Gange ist (und verdeutlicht, dass es hier keineswegs nur um Fragen der Operationalisierung forschungsrelevanter Daten geht, sondern auch um handfeste Interessen der unterschiedlichsten Akteure), öffnet man gespannt das neue Heft in der Hoffnung, dass der Aspekt des psychotherapeutischen Dialogs nach einer erschlafften Phase vorwiegend symptomorientierter Informationssammlung in der Zeitschrift mal wieder etwas befeuert wird. Das Editorial„Diagnostik und Evaluation – zähneknirschend oder neugierig?“ setzt auch dementsprechend ein Fragezeichen, das aber schon im Eröffnungsbeitrag von Jürgen Hoyer durch ein nachhaltiges Ausrufungszeichen ersetzt wird:„Psychotherapie braucht strukturierte Diagnostik!“. Und damit ist der Tenor des Heftes auch schon vorgegeben. Diskussion von Theorie und Praxis der Diagnostik, von quantitativen vs. qualitativen Ansätzen, von gesellschaftlichem Stellenwert der Konstruktion von diagnostischen Kategorien (und ihren Konsequenzen): Fehlanzeige. Da passt es auch hinein, dass entgegen der normalen PiD-Praxis dieses Heft keinen Beitrag eines ausgewiesenen Systemikers aufweist. Ob das nicht vorgesehen war, oder ob alle angefragten Systemiker sich zu diesem Thema lieber nicht äußern wollten, ist dem Heft nicht zu entnehmen. Der diskussionsinteressierte Leser muss sich daher angesichts der angebotenen mainstream-Engführung an anderen Quellen orientieren. Immerhin ist der Verlag auch diesmal seiner Linie treu geblieben, die Literaturangaben von Beiträgen aus der Print-Version herauszunehmen und nur im Internet unter verwirrenden Dateinamen zu veröffentlichen (diesmal trifft es fünf Texte). Dafür sind auf der website mit den Inhaltsangaben auch nicht alle Seitenzahlen korrekt.
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