10. Januar 2013
von Tom Levold
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10. Januar 2013
von Tom Levold
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9. Januar 2013
von Tom Levold
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1979 war Peter Nemetschek, systemtherapeutisches Urgestein aus München (Jg. 1937) einige Wochen in Arizona, wo er Seminare bei Milton Erickson besuchte. 32 Jahre später hat er seine Seminar-Transkripte, die er damals angefertigt hat, bei Klett-Cotta veröffentlicht, verbunden mit zahlreichen Fotos, die die die Arbeit und Vorgehensweise Ericksons plastisch nachvollziehbar macht. Das findet auch Peter Stimpfle aus Eichstätt, der das Buch für systemagazin gelesen und rezensiert hat.
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8. Januar 2013
von Tom Levold
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Im Editorial des aktuellen Heftes von Organisationsberatung Supervision Coaching stellt Herausgeberin Astrid Schreyögg die Frage: wie wirkt eigentlich Coaching? Einige Beiträge in diesem Heft versuchen eine Antwort darauf zu geben und orientieren sich, wohl nicht ganz überraschend, an den Merkmalen und Wirkfaktoren, die einst Klaus Grawe und Kollegen für die Psychotherapieforschung ausschlaggebend fanden, z.B. Wertschätzung, emotionale Unterstützung seitens des Coaches, Hilfe zur Selbsthilfe, Klärung, Bewältigung, Problemaktualisierung usw. Neben zwei Praxisberichten über die Evaluation von Supervisionsprozessen an Südtiroler Schulen und Coaching bei langzeitarbeitslosen jungen Menschen gibt es noch eine Replik von Mirco Zwack, Audris Muraitis und Jochen Schweitzer-Rothers auf eine Kritik von Ferdinand Buer im letzten Heft an ihrer Arbeit über Wertschätzung in Organisationen.
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6. Januar 2013
von Tom Levold
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Einen interessanten Text„Zur gesellschaftlichen Bestimmung und Fragen der Organisation personenbezogener sozialer Dienstleistungen“ aus systemtheoretischer Sicht haben Thomas Drepper und Veronika Tacke, Soziologie-Professorin in Bielefeld 2010 im von Thomas Klatetzki herausgegebenen Band„Soziale personenbezogene Dienstleistungsorganisationen“ veröffentlicht, der auch im Netz zu haben ist. Er„legt in Grundzügen dar, wie sich in einer spezifischen Theorieperspektive, der soziologischen Systemtheorie, jene Phänomene darstellen und soziologisch beschreiben lassen, die in der Frage nach der »Organisation« von »personenbezogenen sozialen Dienstleistungen« (im Folgenden psD) aufgeworfen sind. Empirisch angesprochen ist eine Vielzahl sehr verschiedener und heterogener Organisationen, von denen es in der einschlägigen Forschungsliteratur nur zusammenfassend heißt, dass ihre Leistungserstellung sich »auf heterogene Lebenslagen von Individuen und sozialen Gruppen, auf unangepasstes und abweichendes Verhalten, Schwierigkeiten familialer Erziehung, soziale Probleme und Konflikte usw.« (
) bezieht. Gemeint sind, um zunächst nur beispielhaft einige zu nennen, Krankenhäuser, Pflegeheime, Therapieeinrichtungen, Einrichtungen der Kinder- oder Jugendhilfe, Schulen und Kindergärten, psychosoziale oder Arbeitslosenberatungen usw.
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5. Januar 2013
von Tom Levold
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Unter diesem Titel fand Ende April 2012 das sechste Weinheimer Symposion in Köln statt – zugleich die letztjährige Jahrestagung der systemischen Gesellschaft. Im Vordergrund standen (eine rühmliche Ausnahme!) politische Themen und Bezüge systemischer Praxis, deren Chancen und Nebenwirkungen auf dieser Tagung eruiert wurden. Das letzte Heft der systhema aus dem Jahrgang 2012 dokumentiert einige der Beiträge auf dieser Tagung, unter anderem von Cornelia Österreich, Jürgen Kriz, Monika Hauser und Hans Jellouschek. Das Ganze wird ergänzt durch Tagungsberichte und eine Vielzahl von Rezensionen.
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3. Januar 2013
von Tom Levold
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Joanna Moncrieff, Ärztin und Forscherin am University College in London, die sich mit ihren kritischen Studien zur Psychopharmakotherapie einen Namen gemacht hat, hat 2010 in„Social Theory and Health“ einen interessanten Aufsatz mit dem Titel„Psychiatric diagnosis as a political device“ veröffentlicht. Im abstract heißt es:„Diagnosis in psychiatry is portrayed as the same type of activity as diagnosis in other areas of medicine. However, the notion that psychiatric conditions are equivalent to physical diseases has been contested for several decades. In this paper, I use the work of Jeff Coulter and David Ingelby to explore the role of diagnosis in routine psychiatric practice. Coulter examined the process of identification of mental disturbance and sug- gested that it was quite different from the process of identifying a physical disease, as it was dependent on social norms and circumstances. Ingelby pointed out that it was the apparent medical nature of the process that enabled it to act as a justification for the actions that followed. I describe the stories of two patients, which illustrate the themes Ingelby and Coulter identified. In particular they demonstrate that, in contrast to the idea that diagnosis should determine treatment, diagnoses in psychiatry are applied to justify predetermined social responses, designed to control and contain disturbed behaviour and provide care for dependents. Hence psychiatric diagnosis functions as a political device employed to legitimate activities that might otherwise be contested“
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2. Januar 2013
von Tom Levold
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Das letzte Heft von„Psychotherapie im Dialog“ aus 2012 ist dem Thema Sucht gewidmet. Wie gewohnt ist eine Zusammenstellung von Beiträgen unterschiedlicher Schulenvertreter versammelt, nicht ohne den üblichen Thieme-Gimmick, Literaturverzeichnisse abzuschneiden und statt in der Print-Ausgabe in das Internet zu setzen. Immerhin hat der Verlag bei diesem Heft dadurch ein ganzes Blatt Papier gespart (Papierspenden bitte an: Georg Thieme Verlag, Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart-Feuerbach). An systemischen Beiträgen gibt es in diesem Heft etwas von Rudolf Klein, Heliane Schnelle & Jeanne Rademacher, Andreas Gantner und Ruthard Stachowske zu lesen.
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1. Januar 2013
von Tom Levold
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Liebe Leserinnen und Leser des systemagazin,
Ihnen allen wünsche ich ein gesundes, friedliches, fröhliches und erfolgreiches Neues Jahr – und dass Sie dem systemagazin gewogen bleiben!
Herzliche Grüße
Tom Levold
Herausgeber
29. Dezember 2012
von Tom Levold
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Die Amerikanische Psychiatrische Vereinigung (APA) hat bekannt gegeben, dass das von ihr herausgegebene, im Mai 2013 erscheinende DSM-V vom Aufsichtsrat freigegeben worden ist. Der Vorbereitungsprozess des DSM-V war in den vergangenen Monaten und Jahren mehr als umstritten, als die Zahl diagnostizierbarer psychischer Krankheiten darin enorm gesteigert wird und vor allem psychiatrische Diagnosen des Erwachsenenalters zunehmend schon als Krankheiten des Kindesaltern verschlüsselt werden sollten. 92 % der Kommissionsmitglieder, die den DSM-V entwickelt haben, stehen auf Gehaltslisten unterschiedlicher Psychopharmaka-Konzerne. Nun soll die Zahl der Diagnosen angeblich die des DSM-IV nicht wesentlich übersteigen. Allerdings sind auf der Website des DSM-V die vorgeschlagenen Kriterien für Diagnosen verschwunden, angeblich um„Konfusion“ zu vermeiden. Diese Erklärung ist unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist, dass der Verkaufserfolg nach den vielen Konflikten (mehrere Kommissionsmitglieder haben ihre Mitarbeit an der Erstellung des Manuals niedergelegt) nicht noch weiter gefährdet werden soll. Der Verkauf des in Millionenauflage gedruckten Diagnostik-Manuals ist eine der zentralen ökonomischen Stützen der APA.
Hier gibt es genaueres zu lesen
28. Dezember 2012
von Tom Levold
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Kurz vor den Weihnachtstagen ist das letzte Heft des Kontext erschienen, und das hat es in sich. Diesmal ist es ein echtes Diskussionsheft geworden, das in Gänze einem Beitrag von Günter Schiepek gewidmet ist. Im Editorial heißt es:„In der letzten Zeit gab es zudem einige Vorstöße von Günter Schiepek, die auf die Auflösung des bisherigen (Selbst-)Verständnisses systemischer Therapie zugunsten einer (schon vor längerem von Klaus Grawe vorgeschlagenen) Allgemeinen Psychotherapie hinauslaufen. Grundlage dieser Allgemeinen Psychotherapie wäre zwar für Schiepek die Theorie komplexer Systeme und die Konzeption eines synergetischen Prozessmanagements, die Systemische Therapie als eigenständiges Verfahren, um dessen kassenrechtliche Anerkennung derzeit gerungen wird, fände inhaltlich aus dieser Perspektive aber nicht unbedingt Unterstützung. In diesem Heft veröffentlichen wir einen umfangreichen Text von Günter Schiepek, der als Plädoyer für eine solche Entwicklung gelesen werden kann. Aus dieser Sichtweise wäre Systemische Therapie die Ermöglichung von Veränderungsprozessen von als defizitär oder dysfunktional beurteilten Zuständen eines Systems oder Netzwerks von Systemen (Strukturen und/oder Funktionen betreffend) mit Methoden, die ihre Verortung im Theoriespektrum komplexer, dynamischer und nichtlinearer Systeme haben. Ob es sich dabei um soziale, psychische oder biologische (neuronale) Systeme handelt, ist – im Unterschied etwa zu einer Konzeption von Psychotherapie als Veränderung von Sinnsystemen – nicht mehr relevant. Entscheidend für Schiepek ist vielmehr die prozessuale Erfassung der Systeme und ihrer Dynamik, also ein konsequentes Prozessfeedback. Der Therapie- und Veränderungsprozess selbst wird damit als dynamisches, selbstorganisierendes System konzipiert und erfasst. Damit eng verbunden ist die Frage der psychotherapeutisch relevanten Modellbildung von Problemen und Lösungen mittels spezifischer technischer Instrumente, etwa des von ihm entwickelten und propagierten, internetbasierten Synergetischen Navigationssystems (SNS), welches aus seiner Sicht ein unverzichtbares psychotherapeutisches Mittel ist, um Evidenzbasierung von Psychotherapie ohne die gängigen armseligen RCT-Studien begründen zu können. Die Konsequenz dieser Perspektive wäre, dass systemische Therapien nicht auf Psychotherapie beschränkt sind neurobiologische oder biomedizinische Behandlungen können in diesem Sinne ebenso systemisch sein wie psychologische oder soziale, und dass im Anwendungsfeld der Psychotherapie keine A-Priori-Festlegung auf bestimmte Interventionsmethoden oder Therapieschulen erfolgt. Damit ist gleichzeitig die Frage nach der Identität Systemischer Therapie aufgeworfen, die uns im Spannungsfeld von eigenständiger Theoriebildung und äußeren Anforderungen seitens des (wie auch immer konventionellen) Wissenschaftsbetriebes einerseits, der fach- und berufspolitischen Interessenpolitik andererseits seit Jahren umtreibt. Vor diesem Hintergrund fanden wir den Versuch einer Neubestimmung Systemischer Therapie unter dem Gewand einer universalistischen, weil transdisziplinären Perspektive, die aber gleichzeitig der Orientierung an (psychischen und sozialen) Sinnsystemen, die in unserer Zunft einen zentralen Stellenwert hat, eine Absage erteilt, unbedingt diskussionswürdig. Aus diesem Grund haben wir Günter Schiepek vorgeschlagen, seinen Text durch Kolleginnen und Kollegen aus dem systemischen Feld kommentieren zu lassen und ihm die Gelegenheit zu geben, auf diese Kommentare zu antworten. Zu unserer Freude hat Günter Schiepek sofort zugestimmt. Ulrike Borst, Klaus Deissler, Wolfgang Loth, Kurt Ludewig und Roland Schleifer (in alphabetischer Ordnung), die für unterschiedliche Perspektiven im systemischen Feld stehen, haben seinen Text gelesen und machen in ihren Beiträgen deutlich, welche Anschlussmöglichkeiten an den gegenwärtigen Stand systemischer Theorie und Praxis aus ihrer Sicht zu finden und welche Schwierigkeiten damit verbunden sind. Günter Schiepek geht in seiner Antwort auf die Kommentare bewusst in einer locker-dialogischen Weise ein, auf deren editorische Verförmlichung wir verzichtet haben“
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27. Dezember 2012
von Tom Levold
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26. Dezember 2012
von Tom Levold
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Ich möchte mich bei allen Autorinnen und Autoren des diesjährigen Adventskalenders herzlich bedanken, die ihn mit ihren Geschichten, Erinnerungen und Impressionen bereichert haben, und freue mich, dass entgegen meiner anfänglichen Befürchtungen ein so reichhaltiger Kalender zustande gekommen ist. Für alle diejenigen, die die Texte noch einmal im Gesamtzusammenhang nachlesen möchten, gibt es den ganzen Kalender als PDF, und zwar hier
Mit herzlichen Grüßen
Tom Levold
26. Dezember 2012
von Tom Levold
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Zum Abschluss des diesjährigen Adventskalenders schreibt Ulrich Sollmann aus Bochum über eine Reise nach Indien
Es war einmal eine Reise nach Indien, bei der ich wie so manch anderer in der damaligen Zeit (ich glaube, wir schrieben das Jahr 1976) auf der Suche nach einem alten Mann war, der unter einem noch älteren Baum saß und gerade durch seine anmutige, in sich ruhende Haltung und natürlich den entsprechenden weisen, langen, weißen Bart, die (aus heutiger Sicht natürlich idealisierte) erhoffte Weisheit verkörperte, um an dieser Weisheit zu partizipieren.
Damals, mit dem Auto unterwegs nach Indien, machte ich derweil so manche eigentümliche Erfahrung. Eine dieser Erfahrungen erschütterte mich und mein Verständnis davon, wie die Welt wohl zu funktionieren habe. Aber leider nicht funktionierte.
In Südindien, in der Nähe von Madras, wurde mir über Nacht meine Fotoausrüstung gestohlen. Ich hatte eine Ahnung, wer der Dieb wohl hätte sein können, wähnte mich daher sicher, als ich die Polizei beauftragte, den Dieb zu suchen.
Der Polizist, ein freundlicher Inder, setzte sich zu mir und wollte den Vorfall aufnehmen. Ganz zu meiner Überraschung fragte er sehr ausführlich nach den Dingen, die nicht gestohlen wurden, die also noch da waren. Dinge, die der Dieb zurückgelassen hatte.
Trotz meines mehrfachen Drängens bemühte er sich weiterhin gerade diese Dinge aufzulisten, um mich mit einem weiterhin freundlichen Lächeln zu vertrösten: Es bliebe ja immer noch genug Zeit, den Dieb zu suchen, ich sollte mich doch nicht so eilen.
Wenns kommt, dann kommts richtig! – Ich verstand damals Gott und die Welt nicht mehr, hatte ich doch Sorge, dass je länger wir warteten, desto weiter sich der Dieb vom Tatort entfernen könnte.
Zwar wusste ich um die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Indien. War daher mental gut vorbereitet. Zwar hatte ich mich, da ich mit dem Auto unterwegs war und so einige Zeit bereits in Indien verbracht hatte, an die dortigen Gepflogenheiten gewöhnt. Jetzt, im Ernstfall, versagte aber all mein so erworbenes kulturelles Wissen. Ich fühlte mich radikal auf mich selbst zurückgeworfen, spürte die Erschütterung in meinem Körper, konnte nur noch aufspringen, als der Polizist weiterhin lächelte und mich befragte, um im Raum auf und abzurennen. All das, was ich wusste, all das, was ich mir vorgenommen hatte, all das, was mir geraten wurde, all das funktionierte auf einmal nicht mehr, und ich erlebte mich nur noch körperlich tief erschüttert und gerade diesem körperlichen Erlebensprozess ausgeliefert.
Schnitt.
Inzwischen bin ich in verschiedenen kulturellen Kontexten beruflich unterwegs. Sei es in der Arbeit mit Kroaten in der Ausbildung, sei es in dem kollegialen Austausch mit Chinesen über Kommunikation und Psychotherapie im interkulturellen Kontext. Sei es über Workshops bei internationalen Kongressen. In der Regel, wenn die mir sonst vertrauten Möglichkeiten des Verstehens und des Austauschs versagen, erlebe ich eine ähnliche, unmissverständliche, körperliche Resonanz, wie damals in Indien. Inzwischen bin ich immer noch erschüttert (das kann dann starke Verunsicherung, aber auch überraschende Freude und Neugier sein). Und doch bringen mich solche Erfahrungen nicht mehr so aus dem Lot wie es damals der Fall war, bedingt durch das freundliche Lächeln und die doch so ganz einfachen Fragen des indischen Polizisten es vermochten.
Die Begegnung in der Arbeit mit Menschen aus anderen Kulturkreisen, vor allem wenn die Worte versagen, wird erleichtert gerade durch solche körperlich gespürten Erschütterungsprozesse. Erschütterungen auf beiden Seiten. Erschütterungen, die mich wach halten. Erschütterungen, die, wenn beim anderen wahrgenommen, gegenseitiges implizites Verstehen erleichtern.
Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass es ein nicht zu unterschätzendes Merkmal von interkulturellen Erfahrungsprozessen ist, auf solche paradoxen Begegnungen zu stoßen. Man kann ihnen nicht entgehen, sind sie doch gerade auch Merkmal einer interkulturellen Erfahrung.
Und das ist auch gut so.
Übrigens, natürlich habe ich den weisen Mann mit dem weißen Bart in sich ruhend unter dem alten Baum nicht getroffen. Stattdessen bin ich mir selbst begegnet und habe gemerkt, wo immer ich hingehe, habe ich mich selbst im Rucksack mit dabei. 😉