Kurt Ludewig ist einer der wichtigen Wegbereiter der Systemischen Therapie in Deutschland. Auch wenn er persönlich im systemischen Feld kaum noch präsent ist, ist der Einfluss seiner Bücher und seiner sehr zahlreichen Artikel zu allen möglichen systemischen Themen nach wie vor eminent. Nun hat er im Carl-Auer-Verlag ein Buch veröffentlicht, das sich in gewisser Weise auch als persönliche Zusammenschau seiner theoretischen und praxeologischen Entwicklung in den vergangenen drei Jahrzehnten lesen lässt. Dieses neueste Buch von Kurt Ludewig ist nicht nur eine Aktualisierung seiner Positionen zur Systemischen Therapie. Es bringt nicht nur den Fundus an Konzepten und Erfahrungen auf den neuesten Stand. Das Besondere an diesem Buch ist für mich, dass es erkennen lässt, wie die Person und das Thema sich miteinander entwickelt haben. Während systemisches Denken und seine vielfältigen Anwendungen dem Anschein nach zu Allgemeinplätzen geworden sind, gelegentlich bis zur Unkenntlichkeit für den Mainstream tauglich, gehört Kurt Ludewig zu denjenigen, die konsequent verdeutlichen, was mit ,systemisch‘ im Bereich professionellen Helfens in psychosozialen Problemlagen gemeint sein soll, schreibt Wolfgang Loth in seiner Rezension, die heute auch im systemagazin zu lesen ist, und empfiehlt die Lektüre: Dieses Buch informiert auf eine persönliche Weise über die Entwicklung und den erreichten Stand systemischen Denkens und Systemischer Therapie. Es zeigt einen glaubwürdigen und spannenden Weg, wie ein umfassendes theoretisches Modell mit den stets umgrenzten menschlichen Möglichkeiten in eine fruchtbare Beziehung gebracht werden kann. Unbedingt empfehlenswerte Lektüre.
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20. Oktober 2013
von Tom Levold
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Heute wird Salvador Minuchin, einer der großen Pioniere der Familientherapie – tja, es ist nicht klar, ob er nun heute 90 oder schon 92 Jahre alt wird. Im Internet sind unterschiedliche Angaben zu finden. Auf jeden Fall hat er heute Geburtstag und systemagazin gratuliert von Herzen. Seinen Ansatz der strukturellen Familientherapie hat er in den frühen 60er Jahren in der Arbeit mit deklassierten Familien und ihren delinquenten Jugendlichen entwickelt – der Klassiker„Families of the Slums“ gehört zu den wichtigsten familientherapeutischen Büchern, ist aber leider nie ins Deutsche übersetzt worden. Minuchin wurde in San Salvador in Argentinien geboren, ist Pädiater und Kinderpsychiater und leitete in den 60er Jahren die berühmte Child Guidance Clinic in Philadelphia. Seit Ende der 80er Jahre leitete er ein eigenes Ausbildungsinstitut in New York, auch jetzt noch im hohen Alter ist er immer noch tätig.Einen guten Überblick über seinen strukturellen Ansatz findet sich im Überblicksband familientherapeutischer Konzepte und Methoden von Michael P. Nichols und Richard C. Schwartz (Pearson, Australien), der auch im Internet


