I
n der Zeitschrift„Schriften zur Symbolforschung“ ist in Band 13 („Sinnbildlich schief: Missgeschicke bei Symbolgenese und Symbolgebrauch“) 2003 ein interessanter Aufsatz von Karin Moser (Foto: www.roehampton.ac.uk) erschienen, der sich mit den kognitionspsychologischen Grundlagen des (Miss-)Verstehens beschäftigt. Karin Moser ist Sozial- und Organisationspsychologin und lehrt gegenwärtig an der University of Roehampton in London. Sie wurde durch mehrere metapherntheoretische Arbeiten bekannt. Auch dieser Beitrag bezieht sich auf die Funktion von Metaphern in der organisationsbezogenen Kommunikation. Im abstract heißt es: Was braucht es, dass das subjektive Gefühl entsteht, jemanden oder einen Sachverhalt verstanden zu haben? Was muss gegeben sein, dass etwas hinreichend gut verstanden wird, um als Handlungsgrundlage für das Entscheiden, Planen und Lösen von Problemen dienen zu können? Und was ist damit umgekehrt die Grundlage für potentielle Missverständnisse und Fehlhandlungen? Im folgenden Beitrag werden zunächst zwei in der Kognitionspsychologie verbreitete theoretische Positionen dargestellt Verstehen über Propositionen und Verstehen über mentale Modelle , wobei vertiefend auf die Relevanz mentaler Modelle für das Verstehen von sprachlichen Äusserungen eingegangen wird. Ein für die Prozesse des Verstehens wichtiger Spezialfall mentaler Modelle sind Metaphern, die im Gegensatz zu anderen sprachlichen Formen der Wissensrepräsentation auch eng mit bildhaftem Denken verbunden sind. Anhand von Untersuchungen im betrieblichen Umfeld wird erläutert, welche Funktionen Metaphern für Prozesse des Verstehens und Missverstehens im Rahmen von Wissenskooperation und Wissensaustausch in Unternehmen und Organisationen haben können.
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24. März 2014
von Tom Levold
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Am vergangenen Sonntag ist Jürg Willi 80 Jahre alt geworden, systemagazin gratuliert nachträglich sehr herzlich (Foto: juerg-willi.ch)! Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie war er bis 1999 Direktor der Psychiatrischen Poliklinik am Universitätsspital Zürich und ordentlicher Professor für poliklinische Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Krankheiten an der Universität Zürich. Er begründete das Weiterbildungsinstitut für ökologisch-systemische Therapie, ebenfalls in Zürich. Ausgehend von einem psychoanalytischen Verständnis begann Willi in den 60er Jahren paartherapeutisch zu arbeiten, sein Buch„Die Zweierbeziehung“ ist zu einem Klassiker der Psychotherapie geworden. In den Folgejahren hat sich Jürg Willi aber immer weiter von der Psychoanalyse entfernt und systemischen Konzepten zugewandt, wobei für ihn die Frage der Ko-Evolution in Paarbeziehungen in den Vordergrund rückte. In der Neuen Zürcher Zeitung vom 15. März 2014 ist ein ausführliches Interview aus Anlass seines 80. Geburtstages erschienen,