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Niklas Luhmann am OVG Lüneburg. Zur Entstehung der Systemtheorie

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Heute würde Niklas Luhmann 95 Jahre alt. 2021 ist ein von Timon Beyes, Wolfgang Hagen, Claus Pias und Martin Warnke herausgegebener Tagungsband erschienen, der sich mit der Frühzeit von Luhmanns Werk auseinandersetzt und von Dirk Baecker im Magazin soziopolis rezensiert wurde. Die genannten Medienhistoriker der Leuphana Universität „hatten zu einer Tagung in die Räumlichkeiten des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg eingeladen, in denen Luhmann von Dezember 1954 bis Januar 1956 als Regierungsassessor nach dem Jurastudium in Freiburg seine ersten Jahre beruflicher Praxis verbrachte. Zwar war nicht mehr auszumachen, in welchem Büro Luhmann einst gesessen hat, und auch alle von ihm bearbeiteten und mit Anmerkungen versehenen Akten waren längst vorschriftsmäßig vernichtet, aber durch einen glücklichen Zufall existiert noch heute Luhmanns Personalakte mit der Beschreibung seiner Aufgaben sowie der Bewertung seiner Arbeit durch seine Vorgesetzten“. „Ein Leitgedanke der Tagung war es, die ,Genese der Systemtheorie aus dem Verwaltungshandeln eines Gerichts’ nachzeichnen zu können. Schon Jahre zuvor war von den Kulturwissenschaftler:innen Albrecht Koschorke und Cornelia Vismann der Verdacht geäußert worden, die Systemtheorie sei eine Variante ,sozialtheoretischer Reinheitsexerzitien’, deren ,hygienisches’ Interesse an Grenzregimen in eklatantem Widerspruch zur Existenz von Grauzonen rings um Grenzphänomene und Grenzkonflikte stehe. Diese Spur griff die Tagung auf, kam damit jedoch nicht sehr weit. Wie die einladenden Medienhistoriker in ihrer Einleitung des Bandes resümieren, drängte sich eher der Eindruck auf, dass Luhmann schon als Assessor ,außerordentlich intelligent mit Gegensinn’ umzugehen verstand“. Der vollständige Text dieser lesenswerten Rezension ist hier als PDF zu lesen…

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