
Familiendynamik 40
Heft 3 | 2015
Nachdem lange Jahre Kultur in den deutschsprachigen systemischen Zeitschriften eher ein Schattendasein geführt hat, boomt das Thema zunehmend. Das aktuelle Heft 3 der Familiendynamik hat „Transkulturelle Perspektiven“ als Schwerpunktthema gewählt. Im Editorial schreiben Cornelia Oestereich und Arist von Schlippe: „BeraterInnen und Therapeutinnen müssen sich hierzulande mit der Tatsache auseinandersetzen, dass mittlerweile mehr als 25 % der deutschen Bevölkerung sich einer anderen Herkunftskultur zurechnen. Es ist eine Zahl, die noch wachsen wird – und, um ein viel zitiertes Bonmot zu verwenden: »Das ist auch gut so!« Es ist gut, nicht nur für die notwendige Verjüngung unserer Gesellschaft, sondern auch, weil die Kultur in unserem Land auf diese Weise lebendig gehalten wird, facettenreicher wird und wir damit auf eine immer enger zusammenwachsende Welt besser vorbereitet sind. Umso notwendiger ist es, Kultursensibilität zu trainieren und Kenntnisse über transkulturelle Perspektiven und Diversität in den unterschiedlichen Handlungsfeldern zu erwerben oder zu vertiefen“. Neben den Beiträgen zu diesem Thema, die von Kenneth Gergen, Tom Hegemann, Patricia Fernandes Da Silva und Klaus J. Bade stammen, gibt es noch einen längeren Text von Haim Omer und Dan Dolberger über gewaltlosen Widerstand von Eltern, die sich mit Suizidandrohungen ihrer Kinder konfrontiert sehen. Alle bibliografischen Angaben und abstracts finden Sie hier…
Heute ist der 75. Geburtstag von Steve de Shazer, dem (Mit-)Begründer der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie. Anlässlich dieses Tages möchte ich auf einen kurzen Online-Text von ihm aufmerksam machen, in dem er seine Verbindung zu und Bezugnahme auf seinen Lieblingsphilosophen Ludwig Wittgenstein erörtert. Unter der Überschrift „Don’t think, but observe“ schreibt er einleitend: „Understandably, I have often been asked about my interest in and frequent citation of Wittgensteins work in both my writing and my training seminars. Since I maintain that SFBT is a practice or activity that is without an underlying (grand) theory, it seems at least strange if not contradictory to refer over and over to a philosopher’s work. This mistakenly leads some readers and seminar participants to the idea that Wittgensteins work might actually provide the (missing) theory. However, as they quickly discover, if they are looking for a philosophical System or theory, reading Wittgenstein is at least disconcerting and confusing since he does not provide such a System or theory. Rather, his work is ,non-systematic, rambling, digressive, discontinuous, interrupted thematically and marked by rapid transitions from one subject to another’ (Stroll, p. 93). This means that the reader has to work hard to follow the criss-crossing of the various threads of the argument. Wittgenstein deliberately usesthis approach in very subversive and Strategie ways designed to make the reader look aqain and thus think in new and different ways.“ Den 


