DGSF-Presseinformation: „Mehr als 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus zahlreichen Ländern werden zur ersten internationalen systemischen Forschungstagung „Linking systemic research and practice“ vom 8. bis 11. März in der Heidelberger Universität erwartet. Teilnehmen werden Gäste aus Europa, den USA und Kanada, aber auch aus Australien, Südamerika, China, Singapur oder Armenien. Die von der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) unterstützte Tagung richtet sich an Forscher und Praktiker.
Susan McDaniel, Präsidentin der US-amerikanischen Psychologischen Vereinigung APA, wird die Konferenz eröffnen mit dem Vortrag: Charting Our Future By Using Systems Thinking To Address Global Health Problems. Weitere Hauptvorträge halten mit Bruce Wampold und William Pinsof zwei der weltweit renommiertesten Psychotherapieforscher, Sheila Mc Namee als internationale Protagonistin des Sozialen Konstruktionismus, Renos Papadopoulos als weltweit tätiger Berater und Forscher in Flüchtlingsangelegenheiten und Leslie Greenberg, Begründer der „emotionsfokussierten Therapie“. Den Abschlussvortrag halten mit dem Duo Peter Fonagy und Eia Asen der „Erfinder“ und der „systemtherapeutische Weiterentwickler“ des für Therapie und Beratung einflussreichen Konzepts der Mentalisierung.
Darüber hinaus werden zahlreiche Workshops zu spezifisch systemischen Forschungsmethoden angeboten. Neben Forschungsfragen zur Systemischen Therapie und Beratung stehen auch neurobiologische Themen, systemisches Arbeiten in Schulen, mit Flüchtlingen oder im Kontext familiärer Gewalt, Traumatherapie nach kollektiven Katastrophen, „Mindfulness“ in Familien- und Paartherapie, „fluide Organisationen“ oder die Gesundheit am Arbeitsplatz auf dem Programm.
Die internationale Forschungstagung wird ausgerichtet vom Institut für Medizinische Psychologie im Zentrum Psychosoziale Medizin der Universität Heidelberg in Kooperation mit der European Family Therapy Association (EFTA), American Family Therapy Association (AFTA), International Family Therapy Association (IFTA), Chinese Mental Health Association und den deutschen systemischen Gesellschaften DGSF und SG. Weitere Unterstützer sind die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG), die Heidehof Stiftung GmbH und das Helm Stierlin Institut, Heidelberg.
Im Rahmen der Tagung wird auch der mit 3.000 Euro dotierte systemische Forschungspreis verliehen, der erstmals von DGSF und SG zusammen ausgeschrieben wurde. Die beiden systemischen Verbände werden das neu gestaltete Internet-Forschungsportal systemisch-forschen.de präsentieren.
Tagungsleitung: Prof. Dr. Jochen Schweitzer und Prof. Dr. Matthias Ochs. Tagungsort: Neue Universität, Heidelberg, Hörsaalgebäude, Universitätsplatz. Tagungsprogramm und alle Tagungsinformationen im Internet: www.isr2017.com.









Am 8. Dezember des vergangenen Jahres ist John Shotter an einer Krebserkrankung gestorben (
Die Zeitschrift systeme erscheint zweimal jährlich – und es wird an der Zeit, den Jahrgang 2016 nachzutragen. Es sind zwei interessante Hefte herausgekommen. Während das erste Heft thematisch unterschiedliche Beiträge versammelt, ist die zweite Ausgabe ganz dem Thema Paartherapie gewidmet. Interessante Aufsätze zum Thema Migration (C. Oestereich), „Systemische Praxis lernen“ (G. Schiepek) und zum Wandel der Generationen (C. Koppetsch) prägen Heft 1, im Paartherapieheft ist vor allem die Arbeit von Patrick Fornaro zu erwähnen, der Mikroprozessforschung von Paartherapien durchführt und sich mit der Frage beschäftigt, wie TherapeutInnen von Augenblick für Augenblick ihre Entscheidungen über das Vorgehen im Sitzungsverlauf treffen können. Für seine Arbeit hat er den Forschungspreis der Systemischen Gesellschaft erhalten. Alle bibliografischen Angaben und abstracts zum Jahrganh 2016 gibt es 


angekommen – ist das noch durch irgendetwas gerechtfertigt? Und: Wofür sind Diagnosen bei psychischen Beeinträchtigungen überhaupt sinnvoll? Tom Levold und Hans Lieb suchen im Gespräch nach Antworten. Gerade zu Beginn einer Psychotherapie kann eine standardisierte Diagnostik mit dem Erkennen von Symptomen und der Nennung einer Diagnose hilfreich sein, insbesondere für die Psychotherapeuten selbst. Das gibt ihnen Sicherheit. Doch mit dem Fortschreiten der Therapie ist es ratsam, sich von den allzu einengenden Schablonen heutiger Diagnosen zu distanzieren und den Blick zu weiten, um den Klienten in seiner menschlichen Tiefe besser zu verstehen. Tom Levold und Hans Lieb stehen der gängigen standardisierten Diagnostik mit Vorbehalten gegenüber, zumal so getan werde, als existierten psychische Erkrankungen »für sich« irgendwo. Das tun sie aber nicht, denn die Problemlagen der Klienten sind viel komplexer, als die Diagnosen es suggerieren, sodass die Vergabe einer Diagnose nichts anderes als eine Fremdbeobachtung ist, die oft wenig mit dem Erleben der Klienten zu tun hat. Zwar stehen Diagnosen stets im Raum, wenn es um psychische Erkrankungen geht, doch sie sollten mit kritischer Distanz reflektiert werden. »Wir können nicht nicht diagnostizieren«, meint Hans Lieb. »Ja«, ergänzt Tom Levold, »aber wir dürfen menschlichen ›Sinn‹ nicht medizinisieren«.“
Im Wiener Promedia Verlag ist 2015 das Buch „Das Ende der MEGA-Maschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation“ von Fabian Scheidler erschienen. Scheidler, der Geschichte, Philosophie und Theaterregie studiert hat, arbeitet als freier Autor für unterschiedliche Medien. Sein Buch wurde von der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen in die „TOP 10 der Zukunftsliteratur 2015“ gewählt. Jochen Schweitzer hat es gelesen und empfiehlt die Lektüre nachdrücklich. Lesen Sie selbst: