Der Kölner Kardinal Meisner hat heute morgen, an Weiberfastnacht, in einem Bußgottesdienst im Kölner Dom seine Anfang der Woche öffentlich gewordenen Äußerungen gegen den Bundesagrarminister Horst Seeholfer bedauert und zurückgenommen. Meisner war u.a. mit folgenden Worten von Spiegel-Online zitiert worden: Wer außereheliche Beziehung unterhält, gehöre zum Arzt, aber nicht auf den Ministersessel oder den eines Parteichefs.
Nun teilte er den Kölschen Jecken mit, dass diese Äußerungen überhaupt nicht für die Öffentlichkeit gedacht gewesen seien. Vielmehr habe es sich um einen Entwurf für eine Büttenrede zu Weiberfastnacht gehandelt, die er nur im engsten Mitarbeiterkreis zum Vortrag habe bringen wollen. Dennoch gebe er zu, dass er sich in der Wortwahl vergriffen habe. Er begründete dies damit, dass er eben noch nicht lange genug in Köln lebe: Ich wollte auch mal etwas zum Karneval beitragen. Dabei habe ich ja weder Ahnung von Weibern noch von Fastnacht, gestand er selbstkritisch ein. Er bedauere zutiefst seine unchristlichen Äußerungen über einen Mitmenschen, fügte der Kardinal hinzu, aber schließlich seien alle Sünder,„die meisten jedenfalls, ich auch“. Dafür habe die katholische Kirche gottlob die Beichte, die er sich bereits abgenommen habe.„Wenn wir über Wertevermittlung reden, muss man an das private Leben öffentlicher Personen besondere Ansprüche stellen dürfen“, betonte Meisner.„Was soll denn ein Kardinal, der sein Leben lang nur mit sich selbst sexuelle Beziehungen gehabt haben, über eheliche Treue sagen? Da lachen doch alle“ Das taten denn die Weiber im Kölner Dom auch herzlich, bevor sich sich im Rathaus die Stadt-Schlüssel für die tollen Tage aushändigen ließen und dem Kardinal die Absolution erteilten.
15. Februar 2007
von Tom Levold
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Heute hat einer meiner Lieblingsautoren Geburtstag. Alexander Kluge, Jurist, Medientheoretiker, Erzähler, Filmregisseur, Fernsehmacher, Einflussnehmer, Interviewer, um nur einige Bezeichnungen zu verwenden, wird 75 Jahre alt. Hier zwei Interviews mit ihm aus kürzerer Zeit: eines mit der Literaturzeitschrift volltext über seine 
Elisabeth Wagner, Lehrtherapeutin an der Wiener Lehranstalt für systemische Familientherapie und langjährig erfahrene Psychologin in der Forensik, hat einen schönen Aufsatz über Systemkompetenz in der forensischen Psychiatrie geschrieben, der 2004 in den„systemischen notizen“ erschienen ist, der Zeitschrift der Lehranstalt:„Nach einer einführenden Darstellung des Arbeitskontextes Maßnahmenvollzug soll in diesem Beitrag aufgezeigt werden, wie eine unkritische Anwendung zentraler systemischer Konzepte wie Auftragsfokussierung, Lösungs- und Ressourcenorientierung den Erfordernissen einer verantwortungsvollen therapeutischen Arbeit in der Forensischen Psychiatrie zuwiderläuft, während die kritische Reflexion dieser Konzepte unter Einbeziehung der Systemtheorie als Theorie sozialer Systeme und als Metatheorie des Beobachtens und Unterscheidens eine besondere Kompetenz des systemischen Therapeuten darstellen kann.
Systemkompetenz in der Forensischen Psychiatrie besteht neben einer angemessenen Konzeptualisierung des institutionellen Kontextes also auf theoretischer Ebene darin, die Kontextabhängigkeit von Verhalten und die Beobachterabhängigkeit von Beschreibungen im Bewußtsein zu halten und für die Leitdifferenzen und damit auch für die blinden Flecken anderer klinischer Konzepte zu sensibilisieren. Auf einer praktischen Ebene ermöglicht Systemkompetenz eine therapeutische Haltung, die das explizite Thematisieren von Rollenverquickungen nahelegt und in der damit verbundenen Offenheit und Transparenz (nicht in der unkritischen Akzeptanz jeder Selbstbeschreibung) auch Respekt gegenüber dem zur Therapie Gezwungenen ausdrückt.