Wie entsteht Bedeutung? Nach Jahrhunderten philosophischer Reflexionen dieser Frage sind wir gewohnt, Bedeutung der Sprache bzw. den Wörtern zuzuweisen, die wir beim Sprechen benutzen. Das dieser Vorstellung zugrundeliegende dualistische Konzept von Geist und Körper als getrennte Wesenheiten ist dabei zur wenig hinterfragten Leitvorstellung der Aufklärung und der Moderne geworden. Der Philosoph Mark Johnson geht hier einen anderen Weg. Schon 1981 hat er gemeinsam mit dem Linguisten George Lakoff mit dem Buch„Metaphors we live by“ eine radikale Neuorientierung vorgeschlagen, in dem beide anhand zahlreicher Beispiele zeigten, in welchem Maße unser Denken im Sinne des Wortes verkörpert ist. Die Untersuchung der Metaphern, die wir beim Sprechen benutzen, vermag diese Verkörperung aller kognitiven Leistungen (übrigens auch der Philosophie und selbst der Mathematik) erschließen, was die Autoren eindrucksvoll in ihren Büchern demonstrieren. Mark Johnson hat nun ein neues Buch über den Zusammenhang von Geist und Körper, Denken und Fühlen, Sprachliches und Vorsprachliches geschrieben, das Michael B. Buchholz für systemagazin ausführlich und mit einer nachdrücklichen Leseempfehlung rezensiert hat: „Wer also Interesse hat an den Fragen, deren Beantwortung derzeit von manchen Neurowissenschaftlern imperial vordiktiert wird, der kann sich hier schönste Argumente für gänzlich neue Betrachtungen besorgen und zugleich lernen, wie ein kundiger Autor seine Leser auf die angenehmste Weise mitnimmt auf eine Reise durch die Philosophie und ihr Antworten entnimmt, die für die therapeutische Praxis von größter Bedeutung sind“
Zur vollständigen Rezension
15. Mai 2009
von Tom Levold
Keine Kommentare

Heute vor 85 Jahren, am 9. Mai 1924, wurde Harold A. Goolishian in Lowell, Massachusetts geboren. Goolishian, der am 10. November 1991 in Galveston, Texas, im Alter von 67 Jahren starb, war ein Pionier der Familientherapie und langjähriger Inhaber des Lehrstuhls für Klinische Psychologie an der Medizinischen Fakultät Galveston der University of Texas. Gemeinsam mit Harlene Anderson und Paul Dell gründete er 1977 das das Galveston Family Institute in Texas. Sein und Harlene Andersons Konzept des„Problemdeterminierten Systems“, das hierzulande vor allem von Kurt Ludewig bekannt gemacht worden ist, hat eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Systemischen Therapie gespielt. Im Internet sind auf einer norwegischen website sieben Videos anzusehen, die der norwegische Psychotherapeut Steven Balmbra von einem Seminar mit Harry Goolishian im Januar 1988 gemacht hat, als dieser eine Woche mit Vorträgen und Workshops im Child and Adolescent Department des Nordland Psychiatric Hospital in Bodø, Nordnorwegen, zu Gast war. Insgesamt dauern die Videos fast 3,5 Stunden und geben einen Einblick nicht nur in die theoretischen Konzepte Goolishians, sondern auch seiner praktischen Arbeit!