systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

27. April 2012
von Tom Levold
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Luhmann in der Sozialen Arbeit oder: Wie kann die soziologische Systemtheorie für die professionelle Praxis genutzt werden?

Unter diesem Titel hat Martin Hafen, Sozialarbeiter und Soziologe an der Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern (Foto: website von Martin Hafen – ein Besuch lohnt sich!), 2004 einen Beitrag im von Ueli Mäder und Claus-Heinrich Daub herausgegebenen Band„Soziale Arbeit: Beiträge zu Theorie und Praxis“ (Basel), geschrieben:„Der folgende Text bezieht sich auf das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Theoriebildung und professioneller Praxis. Im Zentrum steht die Frage, aus welchen Gründen die soziologische Systemtheorie für die Beobachtung der Sozialen Arbeit prädestiniert ist und wie eine so komplexe Theorie für die Praxis nutzbar gemacht werden kann. Dabei stellt sich das Problem, dass die Systemtheorie für viele professionelle Praktiker und Praktikerinnen wegen ihrer Abstraktheit und Komplexität über Originaltexte kaum erschliessbar ist. Das führt unter anderem dazu, dass bei kritischen Bemerkungen zu Luhmanns Theorie aus Praxiskontexten oft inhaltliche Missverständnisse zu Grunde liegen scheinen. Der Weg, der beschritten wird, um die Leitfragen dieses Textes zu beantworten, soll über die Praxis der Theorie führen. Dass bedeutet, dass primär einige Theoriestücke vorgestellt werden, welche die Systemtheorie auszeichnen und die auch für die Beschreibung der Sozialen Arbeit von besonderer Bedeutung sind. Weiter wird es darum gehen, auf der Basis der aktuellen Literatur die wichtigsten Erkenntnisse einer systemtheoretischen Beschreibung der sozialarbeiterischen Praxis zusammenzufassen. Zum Abschluss sollen einige grundsätzliche Überlegungen zum Zusammenspiel von Wissenschaft und Praxis angestellt werden“
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24. April 2012
von Tom Levold
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Systemisch Forschen (und Lehren)

Gute Tagungsberichte sind, wie hier schon vor kurzem angemerkt, nicht besonders häufig. Umso erfreulicher, wenn gleich zwei ausführliche Berichte von einer Tagung vorhanden sind, wie das nun für die Tagung zur„Systemischen Forschung vom 7.-9.3.2012 in Heidelberg der Fall ist. Nachdem im systemagazin bereits der Bericht von Klaus Schenck erschienen ist, gibt es heute noch einen zweiten Blick von Astrid Beermann-Kassner, Wiss. Mitarbeiterin an der Abteilung für Beratung und Konfliktlösung an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg (Foto: www.diskursys.de). Erschienen ist er auf der gut gepflegten Plattform systemisch-forschen.de, die ihn soeben per Frühlings-Newsletter bekannt gemacht hat. Gleichzeitig ist hier auch ein umfangreicher und sehr spannender Bericht von der Fachtagung„Systemische Lehre und Forschung an Deutschsprachigen Hochschulen“ zu lesen (ebenfalls von Astrid Beermann-Kassner in Kooperation mit Joseph Rieforth), die schon am 02. und 03. März 2009 in Oldenburg stattfand und irgendwie durch das Wahrnehmungsraster des systemagazin durchgerutscht ist. Dieses Protokoll gibt verschiedene Debatten zum Stellenwert Systemischer Theorie und Methodik in der Hochschul-Lehre sehr differenziert wieder und ist daher viel mehr als nur ein Bericht über ein vergangenes Treffen. Es bringt auch die überdauernden Widersprüche und Komplikationen zutage, die mit der Systemischen Lehre und Forschung heutzutage im universitären Kontext verbunden sind und lohnt sich alleine deshalb schon zu lesen!

23. April 2012
von Tom Levold
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GROSSE WORTE UND GESTEN. Gedanken zum Pathetischen in der Psychotherapie

Helmut de Waal, Lehrtherapeut an der Wiener Lehranstalt für Systemische Familientherapie, schreibt immer wieder schöne Texte über therapeutische Themen, die sich jenseits von Theoriendiskursen und methodischen Anwendungen bewegen, aber dennoch immer ins Zentrum dessen treffen, womit wir uns als Therapeuten und Berater täglich beschäftigen. Sein Beitrag aus dem Jahre 2004 erörtert die Frage nach dem Platz des Pathetischen in der Systemischen Therapie und sei zur Lektüre empfohlen. Einleitend heißt es:„Vom Pathetischen sprechen wir dann, wenn wir erfasst werden oder uns erfassen lassen von etwas, das – unserer Empfindung nach – größer ist als wir, es ist ein Zustand von Passivität, in den wir uns begeben, den wir riskieren und erleiden: „Wir lassen uns ergreifen“. Wobei das nicht negativ gemeint ist, alle Erfahrung von Hingabe, Begeisterung, Faszination usw. ist so geartet; „überrascht sein“, „sich wundern“ ist eine pathetische Erfahrung, auch die Erkenntnis des Neuen, zumindest im Moment der Entdeckung, wenn die aktive Neugierde umschlägt in die passive Verwunderung. Das Gegenüber des Pathetischen ist das Skeptische. Es ist immer mehrdeutig oder führt die Mehrdeutigkeit in den Diskurs zwischen Menschen ein – das Pathetische hingegen behauptet Eindeutigkeit und, zumindest meistens („ich erlebe es so“), Gültigkeit. Das Pathetische findet immer in der Gegenwart statt, ja schafft Gegenwart. Es entbehrt im Unterschied zum Skeptischen (das nur aus der Distanz heraus möglich ist) der Distanz. In der modischen Terminologie von gestern: Das Pathetische ist das „Hier und Jetzt“ per se. Nachdem das Pathetische subjektiv assoziiert erlebt wird – dem eigenen Gefühl nach tatsächlich erlitten – kann auch leicht die Verantwortung dafür abgegeben werden – „etwas Höheres hat uns erfasst“. Für den Psychotherapeuten eine problematische Geschichte, trotzdem manchmal unvermeidlich, an sich auch nützlich. Unter dem Motto „man kann zumindest darüber reden“ soll hier reflektiert und auch nach plausibler, verantwortungsvoller und nachvollziehbarer Anwendung gesucht werden.
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22. April 2012
von Tom Levold
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Erfasse komplex, Handle einfach!

Martin Rufer, Psychologe und Psychotherapeut in eigener Praxis in Bern sowie langjähriger Geschäftsleiter des Zentrums für systemische Therapie und Beratung dortselbst, ist Vertreter des synergetischen Ansatz innerhalb der systemischen Therapie. Bei Vandenhoeck & Ruprecht hat er in diesem diesem Frühjahr ein Buch mit ausführlichen Fallgeschichten veröffentlicht, um die„Systemische Psychotherapie als Praxis der Selbstorganisation“ kasuistisch zu fundieren. Das ist umso erfreulicher, als eine systematische Kasuistik in unserem Feld eher auf schwachen Beinen steht. systemagazin bringt das 2. Kapitel als Auszug aus dem Buch, das sich mit den Generischen Prinzipien der Psychotherapie beschäftigt und eine theoretische Grundlage für die folgenden Fallgeschichten darstellt.
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21. April 2012
von Tom Levold
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