systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

10. Mai 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare

First Do No Harm

Im vergangenen Jahr hat Michael B. Buchholz im Rahmen seiner regelmäßigen„Psychonewsletter“ auf ein Buch aufmerksam gemacht, dass sich mit der Rolle von Psychotherapeuten und Psychoanalytikern im Umgang mit Krieg und Folter beschäftigt. Offenbar ist dabei noch nicht ausgemacht, auf wessen Seite sie stehen. Die Herausgeber fassen ihr Konzept folgendermaßen zusammen:„We look first at the history and contemporary work on the injuries and repair of soldiers. We look then at the use of psychoanalysis in the service of warmaking and torture, the demonic side. We take up, in a third section, the use of psychoanalysis as a deconstructive tool for understanding warmaking and militarism. Finally, we address, from a sociohistorical, political, as well as a psychoanalytic perspective, the question of resistance“ Allerdings sollte außer Frage stehen, dass dies keinesfalls ein Thema ist, dass nur Psychoanalytiker beträfe – ganz im Gegenteil.
Der Titel„First Do No Harm“ spielt auf den Grundsatz jeden ärztlichen Handelns an, bei der eigenen Arbeit der Leitmaxime zu folgen, niemandem Schaden zuzufügen. In der Ära von George W. Bush ist in den USA die Folter von Häftlingen in Guatanamo und anderenorts als legitimes Mittel im Kampf gegen den Terrorismus salonfähig geworden. Wie längst bekannt ist, sind Ärzte und Psychologen aktiv an der Ausarbeitung von Verhörprogrammen beschäftigt gewesen, die man nicht anders als Folter bezeichnen kann. Erstaunlich, dass diese Tatsache weltweit nur ein sehr verhaltenes Echo in Fachkreisen gefunden hat. Im vorliegenden Buch wird u.a. die Beteiligung der American Psychological Association an diesen Programmen (und der Versuch ihrer Vertuschung) rekonstriert.„Die Conclusio lautet: APA-Psychologen waren im Dienst der Bush-Administration; sie wussten, dass ihre Tätigkeiten gegen Ethik-Konventionen verstießen, weshalb sie es zu vertuschen versuchten und hohe APA-Funktionäre sorgten dafür, dass es keinen Zusammenprall zwischen solcher Tätigkeit und der offiziellen APA-Politik gab“ Mit freundlicher Erlaubnis von Michael B. Buchholz präsentiert systemagazin einen Auszug aus seinem Newsletter, der dieses Buch betrifft.
Zur ausführlichen Rezension…

9. Mai 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare

The Process From Observed Systems to Observing Systems

Einen kurzen Überblick über die Entwicklung systemisch-konstruktivistischen Denkens von Ludwig von Bertalanffy bis hin zu Heinz von Foerster gibt Sarah B. Jutoran in ihrem online 2005 veröffentlichten Paper„The Process From Observed Systems to Observing Systems“. Im abstract schreibt sie:„In the present paper I intend to describe some of the founding systemic cybernetic ideas starting from the second half of the XXth century up to the present. I have therefore limited the focus to what I consider the more representative concepts of General Systems Theory, Communication Theory and Cybernetics, plus the important contributions of renowned scientists such as Gregory Bateson, Heinz von Foerster and Humberto Maturana, who, I consider, constitute the spine of systemic-cybernetic thinking“
Zum vollständigen Text…

7. Mai 2012
von Tom Levold
Keine Kommentare

Gerhard Polt (*7.5.1942): Toleranz