In der Reihe„Leben lernen“, die der Klett-Cotta-Verlag von Pfeiffer übernommen hat, ist 1996 auch ein Buch von Gerhard R. Susen mit dem Titel„Krebs und Hypnose. Hilfe vom inneren Freund“ erschienen, ein Autor, über den im Netz so gut wie nichts zu erfahren ist, weder auf seiner eigenen Website noch auf der des Verlages. Auf letzterer ist auch nicht zu erfahren, dass das Buch schon fast 20 Jahre auf dem Buckel hat. Peter Stimpfle hat es für das systemagazin gelesen und ist vom Inhalt überwiegend angetan:„Das Buch ist gut strukturiert und nimmt auf die wesentliche Literatur in diesem Bereich (wie etwa Simonton, LeShan, etc.) Bezug. Ein Register findet sich leidet nicht, ist aber aufgrund der Überschaubarkeit des Buches verzichtbar. Wohltuend sind m. E. vor allem die vielen praktischen Beispiele. Es werden realistischerweise auch Fälle geschildert, in denen etwas nicht so gut geklappt hat, was hilft, übermäßige Erwartungen zu drosseln. Positiv ist zu vermerken, dass Umsetzungsprobleme nicht verschwiegen werden, so dass man weiß, womit man rechnen muss, wenn man mit solchen Methoden und diesem Patientenkreis arbeitet. Etwas vermisst habe ich ein wenig die Darstellung von Möglichkeiten der Wertschätzung der krankmachenden Wertsysteme, da diese den Patienten Sicherheit geben, auch wenn sie möglicherweise einer Gesundung im Wege stehen. Wie man mit als Therapeut damit wertschätzend und ehrlich umgehen kann, ist keine einfache Aufgabe, scheint mir aber für die therapeutische Praxis ein Schlüsselaspekt zu sein“
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29. April 2014
von Tom Levold
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Vom 6.-8. März fand in Heidelberg die erste internationale Forschungstagung statt, veranstaltet vom Institut für Medizinische Psychologie an der Universität Heidelberg in Kooperation mit der EFTA, der DGSF, der SG und dem Helm-Stierlin-Institut, geleitet von Jochen Schweitzer und Matthias Ochs. Angesichts der Tatsache, dass die Veranstaltung auf Englisch abgehalten wurde, war sie erstaunlich gut besucht und im Ergebnis sehr erfolgreich. Mittlerweile ist der größte Teil der Präsentationen (Vorträge, Workshops, Poster) auch online zugänglich und kann auf der Seite www.systemisch-forschen.de

In der Online-Zeitschrift Psychotherapie-Wissenschaft ist in Heft 2 des dritten Jahrgangs (2013) ein Beitrag von Volkmar Aderhold (Foto: psychiatrie.de) über das finnische Behandlungsmodell des„offenen Dialogs“ bei psychotischen Ersterkrankungen zu lesen. Im abstract heißt es: Das finnische Modell der bedürfnisangepassten Behandlung entstand für die Behandlung psychotischer Ersterkrankungen. Kennzeichnend sind die sofortige und flexible Hilfe, die Einbeziehung der Familien und weiterer Bezugspersonen von Beginn an und möglichst zuhause bei den Patienten durch ein multiprofessionelles therapeutisches Team und eine möglichst niedrig dosierte selektive Psychopharmakotherapie. Ungefähr die Hälfte der Patienten nimmt zusätzlich längerfristige Einzeltherapie in Anspruch. Unter der Leitung von J. Seikkula wurde innerhalb dieses Behandlungsmodells die systemische Methodik des Offenen Dialoges entwickelt. Sie ist ausgerichtet auf die sozialen Netzwerke der Patienten und fördert in diesem möglichst sicheren Rahmen einen gemeinsamen offenen dialogischen Prozess aller Beteiligten. Die Evaluation durch vergleichende Kohortenstudien zeigte signifikant bessere symptomatische und funktionelle Ergebnisse im Vergleich zur Standardbehandlung, insbesondere eine geringe Hospitalisierungsrate und hohe Integration in bezahlte Arbeit oder Ausbildung.
