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Kultur- und Fremdheitsdiskurse in der Sozialen Arbeit

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Clemens Dannenbeck

Clemens Dannenbeck

Clemens Dannenbeck (Foto Hochschule Landshut) ist Soziologe an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut und hat früher bei Deutschen Jugendinstitut DJI in München gearbeitet. Aus dieser Zeit stammt ein kurzer und lesenswerter Artikel über Kultur- und Fremdheitsdiskurse in der Sozialen Arbeit mit dem Titel: „Differenz(en) in der Sozialen Arbeit – Pädagogisch-praktische Überlegungen zu Kultur- und Fremdheitsdiskursen“. Es zeigt sich, dass interkulturelle Soziale Arbeit nicht einfach davon ausgehen kann, dass ihre Klientel aus einer „anderen“ Kultur kommt, deren Regeln man dann nur kennenlernen muss, sondern dass kulturelle Eindeutigkeit und Widerspruchslosigkeit ein Mythos sind, die kulturelle Heterogenität und Ambivalenz dagegen den Normalfall darstellen. Im abstract heißt es: „Debatten um und über Differenz(en) haben Konjunktur. Differenztheoretische Diskurse haben inzwischen Eingang in die deutschsprachigen Sozialwissenschaften gefunden – wenn auch mit einiger Verzögerung, wie beispielsweise die zeitlich versetzte Rezeption der Cultural Studies hierzulande belegt. Eine ganze Reihe von Disziplinen reklamiert unter Bezugnahme auf die Entdeckung der Differenz ihre fachspezifische Genese: Von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Pädagogik, von der Frauenforschung zur Geschlechterforschung, von der Behindertenpädagogik zur

Die »Entdeckung« der kulturellen Heterogenität des Klientels

Integrativen Pädagogik – so lauten die gängigen Geschichtsschreibungen. Auch in den Erziehungswissenschaften hat das Differenzparadigma inzwischen Einzug gehalten. Empirischer Ausgangspunkt ist die »Entdeckung« der kulturellen Heterogenität ihres Klientels und die praktischen Probleme, die damit in Verbindung gebracht werden.

Der Tatbestand kultureller Vielfalt hat auch in der Sozialen Arbeit Spuren hinterlassen. Erstens wird die Soziale Arbeit gewahr, dass auch ihrem Klientel mit kulturellem Schwarz-Weiß-Denken kaum noch beizukommen ist. Denn es sind nicht nur die Kinder und Jugendlichen der zweiten, dritten und vierten Generation mit ihren »hybriden« Identitäten, die das Bildungssystem frequentieren, sondern es sind ebenso die mittlerweile Erwachsenen und älter werdenden Menschen, deren Biografien sich nicht durch kulturelle Eindeutigkeit und Widerspruchslosigkeit auszeichnen. Daraus ergibt sich zweitens eine Herausforderung für die unterschiedlichen Praxisfelder Sozialer Arbeit: Wie ist mit kultureller Heterogenität umzugehen, wenn sie denn zu einem kennzeichnenden Merkmal des Klientels avanciert ist? Und es deutet sich – etwa für die Lehre – ein Vermittlungsproblem an: Was können differenztheoretische Paradigmen zur Praxis Sozialer Arbeit beitragen? In welcher Hinsicht sind sie als theoretische Hilfestellungen für die Praxis dienlich?“

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