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Online-Journal für systemische Entwicklungen

Zitat des Tages: „Möglichkeiten sind umfassender als Lösungen“

Jürgen Hargens: Bill, wenn ich Deiner Antwort zuhöre, denke ich, daß viel von dem, was Du sagst, auch von jeder lösungsorientierten TherapeutIn hätte gesagt werden können. Finde heraus, was die Person von der Konsultation will; Ziele; was funktioniert und was funktioniert nicht. Fragen nach Gefühlen könnten anders sein, obwohl man sagen könnte, nun ja, das gehört zu der Frage, ob die Person bekommen hat, was sie wollte. Du hast vorhin gesagt, Du würdest jederzeit Haltungen Methoden vorziehen.
Deshalb noch einmal – wie würdest Du den Unterschied zwischen Möglichkeiten-Therapie und lösungs-orientierter Therapie beschreiben und definieren – in Bezug auf Haltungen, in bezug auf Methoden, in Bezug auf …?

Bill O’Hanlon: Flexibilität, kein so enger Fokus, Bereitschaft, die Person zu behandeln, die keine klaren Ziele hat, Bereitschaft, Langzeit-Therapie zu machen, Loyalität der KlientIn und nicht der Theorie gegenüber, willens sein, als Person aufzutreten und nicht nur als Fragesteller, um die KlientIn kennenzulernen, das Einbeziehen spiritueller oder politischer Aspekte, die Bereitschaft, Methoden anderer Theorien zu benutzen (wie Verhaltenstherapie, kognitive Methoden, Gestalt, Ericksonian usf.), die Bereitschaft, anderen therapeutischen Vorgehensweisen und anderen Theorien das Verdienst in der Therapie zuzubilligen, die die Entwicklung meiner Arbeit beeinflusst haben undsoweiter. Ist das jetzt genug?“

Aus: „Möglichkeiten sind umfassender als Lösungen: ,… würde ich jederzeit Haltungen Methoden vorziehen’. Ein Interview mit William (Bill) H. O’Hanlon von Jürgen Hargens“. In: Familiendynamik 24(3), 1999, S. 345

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