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Online-Journal für systemische Entwicklungen

28. Juni 2017
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Beratung und Beratungswissenschaft

In der Reihe „Kompendien der Sozialen Arbeit“ ist 2015 der von Tanja Hoff und Renate Zwicker-Pelzer herausgegebene Band zur „Beratung und Beratungswissenschaft“ erschienen. Tanja Hoff ist Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin und Professorin für Psychosoziale Prävention, Intervention & Beratung an der Katholischen Hochschule NRW und dortselbst Kollegin von Renate Zwicker-Pelzer, die als Sozialpädagogin Professorin für Beratung und Erziehungswissenschaften an der KFH ist und seit 2008 den Studiengang Master of Counseling, Ehe-Familien-Lebensberatung leitet. 2004 war sie Gründungs- und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Beratung. Im Vorwort ihres Sammelbandes schreiben sie: „Beratung befand sich über lange Zeit hinweg im Schatten von Psychotherapie, manchmal missverstanden als „Schmalspur“-Therapie oder als Angebotsmöglichkeiten für Berufseinsteiger und -einsteigerinnen ohne therapeutische Qualifikation. Mit dem Einbezug internationaler Entwicklungen und insbesondere des Counseling-Ansatzes gelang es um die Jahrtausendwende insbesondere Nestmann, Engel, Sickendiek (2004), der Beratung auch in Deutschland zu mehr fachlichem Format, Profil und Eigenständigkeit zu verhelfen. In dieser Linie verstehen wir unser nun vorgelegtes Kompendium der Beratung und Beratungswissenschaft. Beratung ist nicht nur eines eigenen Formates würdig, sondern sie ist auch längst aus dem Schatten einer einseitigen Disziplinzuordnung herausgetreten. Wir möchten diesen Prozess der Herausbildung einer Beratungswissenschaft unterstützen und die Anregungen der verschiedenen Disziplinen nutzen, das Eigene der Beratung herauszukristallisieren. Wir möchten die professionelle Beratung zur eigenen Profilbildung herausfordern (unabhängig davon, ob Fachkräfte formalisierte Beratung anbieten oder ob Beratung eine Teilleistung des eigenen professionellen Handelns darstellt).“ Mathias Berg aus Köln hat das Buch gelesen, seine Beurteilung lesen Sie hier: Weiterlesen →

20. Juni 2017
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Bei 62 % der Paare haben Partner einen gleichen oder ähnlichen Bildungsabschluss

WIESBADEN – Die meisten Menschen wählen eine Partnerin oder einen Partner mit gleichem Bildungsniveau. So hatten 2015 bei 62 % der 20,3 Millionen Paare in Deutschland die Lebensgefährten einen gleichen oder ähnlichen Bildungsabschluss. Wenn das Bildungsniveau sich unterscheidet, dann verfügt meistens der Mann über einen höheren Abschluss. Das war bei immerhin 28 % der Fall. Die umgekehrte Situation – dass die Frau einen höheren Bildungsstand hatte – gab es lediglich bei etwa jedem zehnten Paar (10 %).

Ehemänner (30 %) haben im Vergleich zu Männern in Lebensgemeinschaften (21 %) häufiger einen höheren Bildungsstand als ihre Partnerin. 14 % der Frauen ohne Trauschein haben einen höheren Bildungsstand als ihre Männer, Ehefrauen nur zu 9 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

19. Juni 2017
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Subjekt und Lebenswelt. Personzentrierte Systemtheorie für Psychotherapie, Beratung und Coaching

Jürgen Kriz ist für die systemagazin-Leserschaft kein Unbekannter. Seit vielen Jahren betreibt er sein Projekt einer „Personzentrierten Systemtheorie“, deren Grundzüge er schon in vielen Aufsätzen und Vorträgen der systemischen Öffentlichkeit vorgestellt hat. Mit seinem neuen Buch „Subjekt und Lebenswelt. Personzentrierte Systemtheorie für Psychotherapie, Beratung und Coaching“ legt er nun erstmals eine Gesamtdarstellung seines Ansatzes vor, die vor wenigen Wochen im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht erschienen ist. Wie er in seinem Vorwort schreibt, geht es ihm um „eine Einladung, sich auf die Komplexität des Geschehens einzulassen, das nun einmal unser Leben als Subjekt in der heutigen Lebenswelt ausmacht. Ich bin überzeugt davon, dass eine größere Bereitschaft, sich auf diese Komplexität einzulassen, nicht nur die inhaltlichen und theoretischen Grabenkämpfe zwischen »Richtungen« befrieden könnte, weil die Würdigung für die Perspektiven der anderen dann leichter fällt. Aus einer solchen ganzheitlichen Sicht lässt sich zudem leichter jene Vorgehensweise im jeweils konkreten Fall entwickeln, die jenseits von »Schulengrenzen« der spezifischen Situation (aus Patient- bzw. Klienten-, Problem- bzw. Störungs- und Beschwerdelage, Entwicklungsmöglichkeiten, eigenen Vorlieben und Ressourcen usw.) gerecht wird. Es ist dies ein Buch, das der Informationsstruktur von 160-Zeichen-Einheiten (SMS) und dem Lernerfolg in Form von reproduzierbaren Sätzen, die sich zum Training in Tutorien für das Bestehen eines Multiple-Choice-Tests eignen, zuwiderläuft. Es ist vielmehr gedacht für Menschen, die wie ich das Anliegen haben, dem Geschehen in Psychotherapie, Beratung und Coaching tiefer auf den Grund zu gehen und die komplex verwobenen Teilaspekte in ihrem Zusammenwirken besser zu verstehen.“ Wolfgang Loth hat das Buch gelesen und resümiert: „Unbedingt empfehlenswerte Lektüre!“ Weiterlesen →

18. Juni 2017
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Die Suche nach Biomarkern zur Diagnostik psychischer Störungen

Hans Peter Michels, Psychologe und Hochschullehrer an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus–Senftenberg, hat in Heft 1/2017 der Zeitschrift Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis einen informativen und interessanten Text veröffentlicht, der die aktuellen Trends der Durchsetzung eines biologisch-medizinischen Paradigmas in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Diagnostik kritisch nachzeichnet. Im abstract heißt es: „Bei der Erforschung der Ursachen „psychischer Störungen“ wird in Psychiatrie und Klinischer Psychologie immer stärker auf biologische Faktoren fokussiert. Seit der Publikation des DSM-III im Jahre 1980 sind die nachfolgenden Revisionen dieses Klassifikationssystems zwar mit biologischen und neurowissenschaftlichen Formulierungen angereichert worden. Allerdings hat man – trotz vollmundiger Ankündigungen – bis zur aktuellen Version DSM-5 keine Biomarker für die Fundierung der Diagnosekategorien präsentieren können. Dies hat eine Abkehr vom bisherigen DSM-Konzept „psychischer Störungen“ eingeleitet: Einflussreiche Wissenschaftler wie Manager proklamieren neue biomedizinische bzw. neurowissenschaftliche Rahmenrichtlinien – wie die Research Domain Criteria (RDoC), die „Hirnschaltkreise“ zum Ausgangspunkt für Forschungen festlegen. Im vorliegenden Beitrag wird eine kritische Analyse dieser Entwicklungen präsentiert.“ Michels‘ Fazit: „ Die Initiativen laufen, wenn sie planmäßig umgesetzt werden sollten, auf eine noch stärker biologisch-neurowissenschaftlich orientierte psychiatrische Forschung hinaus. Es ist zu befürchten, dass psychologisch und sozialwissenschaftlich begründete Ansätze noch weiter ins Hintertreffen geraten.“

Den vollständigen Text kann man hier lesen…

14. Juni 2017
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Diagnose: Psychiater – Oder wie man solche behandeln kann

Heute gibt es einen Gastbeitrag von Christian Michelsen aus Bremen, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie/Sozialmedizin, den als Pamphlet gelesen haben möchte. Er reflektiert hier seine jahrzehntelangen Erfahrungen mit dem psychiatrischen Versorgungssystem, dem Umgang mit Diagnosen und den kommunikativen Borniertheiten innerhalb dieses Systems.

Christian Michelsen, Bremen – Diagnose: Psychiater – Oder wie man solche behandeln kann. Gebrauchsanweisung für Patienten

Bekenntnis

Dieser Artikel, dieses Pamphlet entspringt zwei wesentlichen Motiven.

Meinem Bedürfnis, mehrere Jahrzehnte eigener psychiatrischer Tätigkeit infrage zu stellen, meinem Bekenntnis, den in meiner Berufsgruppe gängigen Irrtümern aufgesessen zu sein und meinem Wunsch, ehemaligen Patienten und deren Angehörigen für nutzlose oder gar schädliche Handlungen und Behandlungen Abbitte zu leisten.

Und es dient meinem missionarischen Eifer, den ich zum Nutzen derjenigen unzufriedenen psychiatrischen Patienten einsetzen will, die auf neue Wege oder auf Abwege geraten wollen, fort von bisher erfolglosen Lösungsversuchen. Ebenso soll es denjenigen Angehörigen, Freunden, Verwandten, Arbeitgebern und Kollegen betroffener Psychiatrie-Patienten abwegige Anregungen liefern, welche zunehmend Zweifel hegen an den bisher unternommenen Bemühungen psychiatrischer – und jugendpsychiatrischer – Experten; oder solcher, die sich „Experten“ nennen, um damit auszudrücken, sie wüssten es besser als ihre Patienten.

Zweifel

Ich möchte aber auch diejenigen Psychiatrie-Patienten ansprechen, die sich Bestätigung wünschen, wenn Sie einen gewissen Zweifel gegenüber Ihrer Entscheidung hegen, diesen Psychiater oder jene psychiatrische Psychotherapeutin aufgesucht zu haben, insgesamt mit ihrer oder seiner Arbeit zufrieden sind, sich aber Ideen aneignen möchten, wie sie der Therapeutin oder dem Psychiater auf die Sprünge helfen können, selbstverständlich immer zum Zwecke einer möglichst effektiven und befriedigenden Lösung. Hier gebrauche ich das Wort Lösung in beiderlei Sinn des Wortes; sowohl eine Lösung als Beendigung einer hilfreichen therapeutischen Zusammenarbeit, Loslösung vom Helfer, Psychiater, Therapeuten, als auch eine damit einhergehende Lösung ihres Problems. Oder wenigstens mit einer Annäherung an dessen Lösung. (Die meisten Probleme des Lebens lösen wir ja ohnehin alleine; ohne Psychiater.)

Ich glaube, dass Zweifel, Skepsis und vages Unbehagen sehr nützliche Ratgeber vor Entscheidungen sein können. Sie dürfen nur nicht übermäßig lange Zeit gepflegt werden oder Kraft zehrende Zerreißproben bleiben, sonst führen Sie zu chronischem Zwiespalt. Weiterlesen →

13. Juni 2017
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2,8 Millionen nichteheliche Lebensgemeinschaften in Deutschland

WIESBADEN – Im Jahr 2015 lebten in Deutschland rund 2,8 Millionen Paare als nichteheliche Lebensgemeinschaft zusammen in einem Haushalt. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Basis von Ergebnissen des Mikrozensus mit, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland. Bei einem Drittel (33 %) der nichtehelichen Lebensgemeinschaften wohnten Kinder im Haushalt.

Seit 1996 ist die Anzahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften um gut eine Million gestiegen. Damals lebten und wirtschafteten 1,8 Millionen gemischtgeschlechtliche Paare ohne Trauschein gemeinsam in einem Haushalt. Auch der Anteil der nichtehelichen Lebensgemeinschaften mit Kindern war damals mit 28 % geringer als heute.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

12. Juni 2017
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1,3 % mehr Schwangerschaftsabbrüche im 1. Quartal 2017

WIESBADEN – Im ersten Quartal 2017 wurden rund 26 600 Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland gemeldet. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, waren das 1,3 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Knapp drei Viertel (72 %) der Frauen, die im ersten Quartal 2017 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, 17 % zwischen 35 und 39 Jahre. Rund 8 % der Frauen waren 40 Jahre und älter. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von 3 %. Rund 39 % der Frauen hatten vor dem Schwangerschaftsabbruch noch keine Lebendgeburt.

96 % der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in 4 % der Fälle die Begründung für den Abbruch. Die meisten Schwangerschaftsabbrüche (60 %) wurden mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt, bei 20 % wurde das Mittel Mifegyne® verwendet. Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant, und zwar 79 % in gynäkologischen Praxen und 18 % ambulant im Krankenhaus. 7 % der Frauen ließen den Eingriff in einem Bundesland vornehmen, in dem sie nicht wohnten.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

9. Juni 2017
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systeme 2017

Vor kurzem ist das erste Heft des systeme-Jahrgangs 2017 erschienen, ein üppiges Volumen mit über 180 Seiten. Schwerpunktmäßig finden sich hier Beiträge zur APF-Tagung über „Begegnungskompetenz“, die im Herbst letzten Jahres in Köln stattfand. Luise Reddemann, Ulrike Borst, Erhard Wedekind, Hans Georgi, Wolfgang Loth Julika Zwack und andere gehören zu den AutorInnen.

Alle bibliografischen Angaben und abstracts finden Sie hier…

8. Juni 2017
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Posttraumatische Belastungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen

In der Reihe „Störungen systemisch behandeln“ hat Alexander Korittko im vergangenen Jahr ein Buch über „Posttraumatische Belastungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen“ veröffentlicht. Korittko, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie, Beratung und Familientherapie DGSF, verfügt über eine über 35-jährige Erfahrung als Mitarbeiter einer Jugend-, Familien- und Erziehungsberatungsstelle in Hannover. Mit der Psychotraumatologie beschäftigt er sich schon lange. Sein aktuelles Buch hat Ilke Crone gelesen und empfiehlt die Lektüre: „Wer mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen therapeutisch arbeitet, wird durch dieses Buch sicherlich angeregt, inspiriert und ermutigt! Korittko gelingt in einer sympathisch anschaulichen Sprache eine umfassende Beschreibung der Belastungsstörung – dies und die vielen Beispiele aus der Praxis machen das Lesen zu einem Vergnügen – trotz der Schwere des Themas!“

Ilke Crone, Bremen:

Die Reihe „Störungen systemisch behandeln“ im Carl Auer Verlag hat sich das Ziel gesetzt, SytemikerInnen und Anderen „das große Spektrum theoretisch fundierter und praktikabler systemischer Lösungen für einzelne Störungen zugänglich zu machen“ (S.11).

Korittko macht den LeserInnen mit seinem Buch „Posttraumatische Belastungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen“ seine gesamte berufliche und persönliche Erfahrung zum Geschenk und stellt zudem umfangreiches Anwendungsmaterial online zur Verfügung. Weiterlesen →

7. Juni 2017
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Systemischer Forschungspreis der Systemischen Gesellschaft und der DGSF

Die Systemische Gesellschaft (SG) vergibt auch 2018 wieder gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e. V. (DGSF) einen Forschungspreis an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Arbeiten, die sich durch praxisrelevante systemische Forschungsansätze auszeichnen. Mit ihrem wissenschaftlichen Forschungspreis verfolgen die systemischen Verbände das Ziel, den
wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, die Weiterentwicklung der Forschungs- und Praxismethoden im Kontext des systemischen Denkens anzuregen und die Bedeutung des systemischen Ansatzes für die therapeutische und beraterische Praxis zu verdeutlichen. Der Preis ist als Förderpreis konzipiert. Angenommen werden Masterarbeiten, Dissertationen, Habilitationen oder Forschungsarbeiten aus einem Projekt, das in oder auch außerhalb der Hochschule
durchgeführt wurde. Erwünscht sind aktuelle Forschungsarbeiten, die nicht oder bei Einreichung nicht länger als ein Jahr veröffentlicht sind. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.
Mit dem Preis soll eine Arbeit ausgezeichnet werden, die einen innovativen Beitrag zur Weiterentwicklung systemischer Forschung leistet. Dies ist möglich durch

  • eine innovative Verknüpfung von systemischer Theorie und Methode
  • anregende Theoriebildung und -entwicklung
  • überzeugende Impulse für die systemische Praxis
  • ein neuartiges/kreatives methodisches Design

Die Forschungsarbeiten können sich auf alle Felder systemischen Arbeitens beziehen und Fragen zu Therapie, Beratung, Supervision, Mediation, Coaching oder Organisationsberatung, aber auch weitere systemisch relevante Themenstellungen bearbeiten.
Die Entscheidung über die Preisvergabe trifft unter Ausschluss des Rechtsweges ein Gremium, in dem Gutachterinnen und Gutachter mehrerer Disziplinen vertreten sind. Die Preisvergabe erfolgt auf der SG-Mitgliederversammlung am 6. Juni 2018 in Köln.

Bitte reichen Sie Ihre Arbeit zusammen mit dem Deckblatt bis zum 10. Dezember 2017 in zweifacher Ausführung und digital ein bei:
Systemische Gesellschaft e.V.
„Wissenschaftlicher Forschungspreis“
Brandenburgische Straße 22,
D-10707 Berlin
Telefon: +49-30-53 69 85 04
Telefax: +49-30-53 69 85 05
Email: info@systemische-gesellschaft.de
www: www.systemische-gesellschaft.de

31. Mai 2017
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Heinz Kersting (31.05.1937 – 04.12.2005): „Zirkularität als Standpunkt“

Heute wäre Heinz Kersting 80 Jahre alt geworden. Am 4.12.2005 ist er – noch nicht 70jährig – gestorben. Ich habe ihn als guten Freund und wunderbaren Kollegen in der Erinnerung, mit dem die Arbeit im Supervisionsausschuss der SG und die Planung gemeinsamer Tagungen und Projekte ein großes Vergnügen war, nicht zuletzt, weil die Genuss-Seite nie zu kurz kam. Ulrike von der Mosel, die am von ihm mitbegründetem Institut für Beratung und Supervision Aachen (ibs) ihre Supervisionsausbildung gemacht hat, hat 2005 einen schönen Text für die DGSF-Website als Nachruf verfasst, der auch zum heutigen Gedenken gut geeignet ist – und den systemagazin mit herzlichem Dank an die Autorin hier noch einmal veröffentlicht.

Ulrike von der Mosel, Haan: „Zirkularität als Standpunkt“

„Zirkularität als Standpunkt“ könnte eine von zahlreichen Beschreibungen seiner systemischen Weltanschauung sein, um ein Bild von Heinz J. Kersting zu entwerfen. Ursprünglich war dies der paradoxe Name eines seiner Projekte am Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Niederrhein in Mönchengladbach. Hier infizierte er von 1981 bis 2000 als Professor für Didaktik und Methodik der Sozialen Arbeit unzählige StudentInnen mit der überaus gesunden Idee des Konstruktivismus. Wer Heinz kennt, verbindet mit dieser Rolle gleich Bilder des begeisternden Dozenten, wie er sich – nur auf der vordersten Fläche des Stuhles sitzend – extrovertiert gestikulierend einem langen, leidenschaftlichen Vortrag aus dem reichhaltigen Schatz seiner Erfahrungen hingibt… Weiterlesen →