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Mony Elkaïm wird 65

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Mony Elkaïm, am 7.11.1941 in Marrakesch als Sohn einer jüdisch-marrokanischen Familie zur Welt gekommen, ist einer der wichtigsten Vertreter der systemischen Therapie und Familientherapie in Europa. Nach seiner Ausbildung zum Psychiater in Brüssel arbeitete er eine Zeitlang am Albert Einstein College of Medicine in New York. Ebenfalls in New York gründete er 1973 das„Lincoln Family Therapy Training Programm” mit dem Ziel, systemisches Denken in die gemeinwesenorientierte psychiatrische Arbeit mit Randgruppen einzuführen. Die Beschäftigung mit den umfassenden sozialen Kontexten familiärer Probleme war von Anbeginn ein wichtiges theoretisches und praktisches Anliegen von Elkaïm, er war in diesem Anliegen eng mit anderen antipsychiatrischen Kollegen wie Ronald D. Laing, David Cooper, Franco Basaglia Félix Guattari verbunden. 1979 wieder zurück in Brüssel, gründete er das Institut für„Family and Human Systems Studies”, das er immer noch leitet. Zudem ist er als Neuropsychiater Professor an der Freien Universität Brüssel. In zahlreichen Veröffentlichungen beschäftigte er sich u.a. mit Fragen zur Systemischen Theorie, sozialen Fragen und paartherapeutischen Themen. Ganz maßgeblich war er an der Gründung der European Family Therapy Association (EFTA) beteiligt, die er als Gründungspräsident von 1999-2001 leitete.
Mony ist ein ungemein kluger und ebenso charmanter wie durchsetzungsstarker Mensch. Ich hatte das Vergnügen, ihn vor 20 Jahren in St. Etienne kennen zu lernen, wo wir zufällig beide berufliche Verpflichtungen hatten. Mony interviewte zur damaligen Zeit erstmalig im französischen Fernsehen Familien live, was ihn in der Öffentlichkeit ziemlich bekannt machte. Eine Freundin und Kollegin, Renate Blum-Maurice, die damals noch in St. Etienne lebte, machte uns miteinander bekannt – gegen Mitternacht in einem kleinen Hotel, wo wir miteinander Whisky tranken und viel zu lachen hatten.
Näher kennengelernt haben wir uns in der Vorbereitungsphase zum Berliner EFTA-Kongress 2004, ich als Mitglied der Organisationsgruppe, Mony als einer der EFTA-Repräsentanten. Die Zusammenarbeit war herzlich und effektiv, das Ergebnis unvergesslich.
Wer Mony Elkaïm im französischen Original lesen will, besuche die website „Le Village systémique“, wo einige Fotos und  Texte von Mony zu finden sind.
Zum 65. Geburtstag wünscht systemagazin Mony alles Gute.

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