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Luhmanns Spaziergang in den brasilianischen Favelas

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M. Grizelj u. D. Kirschstein (Hrsg.) (2104) Riskante Kontakte Postkoloniale Theorien und Systemtheorie

M. Grizelj u. D. Kirschstein (Hrsg.) (2104)
Riskante Kontakte
Postkoloniale Theorien und Systemtheorie

Unter diesem Titel hat Linda Maeding, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bremen imFachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften, eine Rezension zum Sammelband „Riskante Kontakte. Postkoloniale Theorien und Systemtheorie?“ verfasst, der von Mario Grizelj und Daniela Kirschstein herausgegeben wurde und 2014 im Kulturverlag Kadmos erschienen ist. Darin schreibt sie: „Das systemtheoretische Konzept einer Weltgesellschaft ohne Außen ist wie geschaffen für eine postkoloniale Kritik. Niklas Luhmann gelangte in seinen späteren Schriften selbst zu einer Modifizierung systemtheoretischer Globalitätsannahmen, die sich insbesondere an dem Begriff der – in der Weltgesellschaft eigentlich nicht vorgesehenen – Exklusion festmachte: „Zur Überraschung aller Wohlgesinnten muß man feststellen, daß es doch Exklusion gibt, und zwar so massenhaft und in einer Art von Elend, die sich der Beschreibung entzieht. Jeder, der einen Besuch in den Favelas südamerikanischer Großstädte wagt und lebendig wieder herauskommt, kann davon berichten“, schreibt Luhmann in „Jenseits von Barbarei“ nach einer Brasilienreise. Unabhängig von den exotistischen Elementen seiner Beschreibung hat sich der Systemtheoretiker hier ganz offensichtlich ein Stück weit von seinem Theoriegebäude entfernt und von unmittelbaren sinnlichen Erfahrungen affizieren lassen.

Sucht man nach theoretischen Verbündeten der postkolonialen Studien, so denkt man an erster Stelle wohl an Poststrukturalismus und Dekonstruktion – kaum aber an die Systemtheorie. Dass es lohnend sein kann, beide ins Verhältnis zueinander zu setzen, zeigen Mario Grizelj und Daniela Kirschstein in dem von ihnen herausgegebenen Sammelband „Riskante Kontakte. Postkoloniale Theorien und Systemtheorie?“. Das umfangreiche Buch begründet die Begegnung zwischen beiden Theorieansätzen nicht nur programmatisch, sondern spielt sie zugleich auch in mehreren Fallstudien und an Beispielen aus Gesellschaft und Literatur durch.“

Die vollständige Rezension lesen Sie hier…, das Inhaltsverzeichnis und die Einleitung gibt es als PDF hier…

 

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