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Online-Journal für systemische Entwicklungen

17. August 2017
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Liebe, Streit und Sex

Familiendynamik 3/2017

 

Die aktuelle Ausgabe der Familiendynamik hat die Arbeit mit Paaren als Schwerpunktthema. Gastherausgeberin Helke Bruchhaus-Steinert fasst in ihrem Beitrag die bestehenden Vorstellungen und Konzepte zur Bedeutung der Liebe in Paarbeziehungen und Paartherapie zusammen (die in der Geschichte der Paartherapie nicht immer als bedeutungsvoll betrachtet wurde), Angelika Eck beschreibt in einem ausgezeichneten Artikel „Alternativen zur Lustpille für die Frau“ und Peter Fraenkel schreibt über seine Arbeit mit Paaren „on the eve of destruction“. Weitere Beiträge gibt es von Hans Brunner und Josef Heck (Konflikt und Entscheidung) sowie von Bruno Hildenbrand und Sheila McNamee. Alle bibliografischen Angaben und abstracts gibt es hier…

27. Juli 2017
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Systemische Psychotherapie auf dem Weg zur Kassenleistung – IQWiG veröffentlicht Prüfbericht

Der Vorstandsbeauftragte Psychotherapie der Systemischen Gesellschaft (SG), Sebastian Baumann, und Bernhard Schorn, Geschäftsführer der DGSF, haben anlässlich der Veröffentlichung des Abschlussberichtes des IQWIG über die sozialrechtliche Anerkennung der systemischen Therapie folgende Presseerklärung herausgegeben:

Berlin/Köln, 26.7.2017:

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat seinen Abschlussbericht veröffentlicht, der eine Vielzahl von „Hinweisen“ und „Anhaltspunkten“ für den Nutzen von Systemischer Therapie als Psychotherapieverfahren bei Erwachsenen bescheinigt. Mehr als 40 methodisch hochwertige Studien dürften damit den Grundstein für die Aufnahme Systemischer Therapie in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherungen gelegt haben. Die beiden systemischen Fachverbände DGSF und SG fordern den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) nun auf, Systemische Therapie allen Patientinnen und Patienten zugänglich zu machen.

Nach rund dreijähriger Arbeit hat das IQWiG am 24. Juli seinen Abschlussbericht zum Prüfverfahren „Systemische Therapie bei Erwachsenen als Psychotherapieverfahren“ veröffentlicht. Wie bereits der 2016 erschienene Vorbericht des IQWiG belegt auch der mehr als 800 Seiten umfassende Abschlussbericht auf der Grundlage evidenzbasierter Medizin den Nutzen von Systemischer Therapie bei zentralen Störungsbereichen. Aufgrund der wissenschaftlichen Stellungnahme der systemischen Fachgesellschaften wurde die Basis der eingeschlossenen Wirksamkeitsstudien im Vergleich zum Vorbericht noch einmal verbreitert.

Eine Nutzen-Schaden-Abwägung, wie man sie inzwischen aus Berichten über Arzneimittelstudien kennt, konnte das IQWiG nicht vornehmen, da bei Psychotherapieverfahren kaum Daten zu unerwünschten Nebenwirkungen vorliegen. Dies ist ein Fingerzeig: Die Psychotherapieforschung wird in Zukunft verstärkt auch unerwünschte Wirkungen erfassen müssen, damit der nachweisbare Nutzen gegen mögliche unerwünschte Ereignisse besser abgewogen werden kann.

Systemische Therapie ist bereits seit 2008 wissenschaftlich anerkannt und kommt in zahlreichen Kliniken und Privatpraxen zur Anwendung. Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung steht Systemische Therapie bislang ambulant noch nicht zur Verfügung. Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme von Systemischer Therapie in den Leistungskatalog der Krankenkassen liegt nun beim G-BA, dem obersten Selbstverwaltungsorgan von Leistungserbringern und Krankenkassen.

„Wir hoffen, dass der G-BA seine Entscheidung bald trifft, damit Systemische Psychotherapie nicht mehr nur privat zahlenden Patientinnen und Patienten zur Verfügung steht“, so Dr. Björn Enno Hermans, erster Vorsitzender der DGSF (Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie). Dr. Ulrike Borst, erste Vorsitzende der SG (Systemische Gesellschaft) ergänzt: „International ist Systemische Therapie in der Behandlung von Menschen mit psychischen Krankheiten weit verbreitet. Wir freuen uns, wenn man in Deutschland hier bald nachzieht.“

11. Juli 2017
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0,6 % weniger Ehescheidungen im Jahr 2016 

WIESBADEN – Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 162 397 Ehen geschieden, das waren knapp 1 000 oder 0,6 % weniger als im Vorjahr. Den Scheidungen ging in den meisten Fällen eine vorherige Trennungszeit der Partner von einem Jahr voraus (82,6 %). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stellten die Ehefrauen 51,3 % der Scheidungsanträge, die Ehemänner 40,9 % und die übrigen wurden von beiden gemeinsam gestellt.

Gut die Hälfte der geschiedenen Ehepaare (50,5 %) hatte minderjährige Kinder und von diesen wiederum 52,4 % nur ein minderjähriges Kind. Insgesamt waren von der Scheidung ihrer Eltern im Jahr 2016 knapp 132 000 Kinder unter 18 Jahren betroffen.

Die Trends zur längeren durchschnittlichen Ehedauer wie auch zum höheren Durchschnittsalter der Geschiedenen setzten sich 2016 weiter fort. Die Ehen hatten im Durchschnitt 15 Jahre bis zur Scheidung bestanden, wobei etwa jede sechste Scheidung (15,6 %) sogar erst nach mehr als 25 gemeinsamen Jahren erfolgte. Durchschnittlich waren die Männer 2016 bei ihrer Scheidung 46 Jahre und 7 Monate alt und die Frauen 3 Jahre jünger (43 Jahre und 7 Monate).

1991 waren Ehen dagegen nach durchschnittlich nur 11 Jahren und 9 Monaten geschieden worden. Mitverantwortlich hierfür war der niedrigere Anteil der geschiedenen Langzeitehen: Nur etwa jede elfte Ehe (gut 9 Prozent) war damals nach mehr als 25 Jahren Ehedauer beendet worden. Das Durchschnittsalter der Geschiedenen hatte 1991 noch um über 7 Jahre niedriger gelegen (Männer: gut 39 Jahre, Frauen: gut 36 Jahre). Allerdings wurde damals auch noch in jüngerem Alter geheiratet.

Der endgültige Anteil an Scheidungen für einen Eheschließungsjahrgang kann erst nach Ablauf einer sehr langen Zeitspanne bestimmt werden. So beträgt im Jahr 2016 die Scheidungsrate für die im Jahr 1991 geschlossenen Ehen – also nach 25 Jahren Ehedauer – bisher 392,6 Scheidungen je 1 000 Ehen. Da aber auch in den Folgejahren noch Ehen dieser Kohorte geschieden werden, wird der Anteil der nach 30 oder 40 Jahren durch Scheidungen beendeten Ehen noch höher liegen.

Die zusammengefasste ehedauerspezifische Scheidungsziffer beschreibt dagegen die aktuellen Scheidungsverhältnisse. Dabei werden die Ehen einbezogen, die in den letzten 25 Jahren geschlossen und im aktuellen Jahr geschieden wurden. Nur wenn das Scheidungsverhalten über 25 Jahre hinweg genauso gewesen wäre wie im betrachteten Jahr, würde nach 25 Jahren ein entsprechender Anteil an Ehen geschieden sein. 2016 lag diese Ziffer bei 346,3.

Quelle: Pressemitteilungen – 0,6 % weniger Ehescheidungen im Jahr 2016 – Statistisches Bundesamt (Destatis)

5. Juli 2017
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systhema 2/2017

Im März 2017 fand  in Witten/Herdecke eine Fachtagung zum Thema: „Kluge Wege der Vernetzung: Elterliche und Professionelle Präsenz“ statt, deren Ergebnisse schon jetzt in der aktuellen Ausgabe der systhema 2/2017 nachgelesen werden können. Im einleitenden Vorwort schreiben Jens Förster und Andreas Klink: „Präsente Stärke statt Macht – so lässt sich wohl am kürzesten zusammenfassen, was Haim Omer und Arist von Schlippe unter Neuer Autorität verstehen, wobei der Hauptbestandteil einer solchen Erziehungsform die „wachsame Sorge“ darstellt. Anstatt Kinder und Jugendliche zu kontrollieren, geht es viel mehr darum, deren Selbstkontrolle zu stärken – möglichst im Verbund mit anderen, mit der ganzen Familie, LehrerInnen, Nachbarn – oder metaphorisch gesprochen, dem ganzen Dorf. Eine lebendige Gemeinschaft kann uns allen einen sicheren Hafen geben, in dem wir willkommen sind, wenn wir gemeinsame Werte teilen und uns aktiv darum kümmern, dass Konflikte gelöst werden, statt zu eskalieren. Weiterlesen →

28. Juni 2017
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Beratung und Beratungswissenschaft

In der Reihe „Kompendien der Sozialen Arbeit“ ist 2015 der von Tanja Hoff und Renate Zwicker-Pelzer herausgegebene Band zur „Beratung und Beratungswissenschaft“ erschienen. Tanja Hoff ist Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin und Professorin für Psychosoziale Prävention, Intervention & Beratung an der Katholischen Hochschule NRW und dortselbst Kollegin von Renate Zwicker-Pelzer, die als Sozialpädagogin Professorin für Beratung und Erziehungswissenschaften an der KFH ist und seit 2008 den Studiengang Master of Counseling, Ehe-Familien-Lebensberatung leitet. 2004 war sie Gründungs- und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Beratung. Im Vorwort ihres Sammelbandes schreiben sie: „Beratung befand sich über lange Zeit hinweg im Schatten von Psychotherapie, manchmal missverstanden als „Schmalspur“-Therapie oder als Angebotsmöglichkeiten für Berufseinsteiger und -einsteigerinnen ohne therapeutische Qualifikation. Mit dem Einbezug internationaler Entwicklungen und insbesondere des Counseling-Ansatzes gelang es um die Jahrtausendwende insbesondere Nestmann, Engel, Sickendiek (2004), der Beratung auch in Deutschland zu mehr fachlichem Format, Profil und Eigenständigkeit zu verhelfen. In dieser Linie verstehen wir unser nun vorgelegtes Kompendium der Beratung und Beratungswissenschaft. Beratung ist nicht nur eines eigenen Formates würdig, sondern sie ist auch längst aus dem Schatten einer einseitigen Disziplinzuordnung herausgetreten. Wir möchten diesen Prozess der Herausbildung einer Beratungswissenschaft unterstützen und die Anregungen der verschiedenen Disziplinen nutzen, das Eigene der Beratung herauszukristallisieren. Wir möchten die professionelle Beratung zur eigenen Profilbildung herausfordern (unabhängig davon, ob Fachkräfte formalisierte Beratung anbieten oder ob Beratung eine Teilleistung des eigenen professionellen Handelns darstellt).“ Mathias Berg aus Köln hat das Buch gelesen, seine Beurteilung lesen Sie hier: Weiterlesen →

20. Juni 2017
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Bei 62 % der Paare haben Partner einen gleichen oder ähnlichen Bildungsabschluss

WIESBADEN – Die meisten Menschen wählen eine Partnerin oder einen Partner mit gleichem Bildungsniveau. So hatten 2015 bei 62 % der 20,3 Millionen Paare in Deutschland die Lebensgefährten einen gleichen oder ähnlichen Bildungsabschluss. Wenn das Bildungsniveau sich unterscheidet, dann verfügt meistens der Mann über einen höheren Abschluss. Das war bei immerhin 28 % der Fall. Die umgekehrte Situation – dass die Frau einen höheren Bildungsstand hatte – gab es lediglich bei etwa jedem zehnten Paar (10 %).

Ehemänner (30 %) haben im Vergleich zu Männern in Lebensgemeinschaften (21 %) häufiger einen höheren Bildungsstand als ihre Partnerin. 14 % der Frauen ohne Trauschein haben einen höheren Bildungsstand als ihre Männer, Ehefrauen nur zu 9 %.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

19. Juni 2017
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Subjekt und Lebenswelt. Personzentrierte Systemtheorie für Psychotherapie, Beratung und Coaching

Jürgen Kriz ist für die systemagazin-Leserschaft kein Unbekannter. Seit vielen Jahren betreibt er sein Projekt einer „Personzentrierten Systemtheorie“, deren Grundzüge er schon in vielen Aufsätzen und Vorträgen der systemischen Öffentlichkeit vorgestellt hat. Mit seinem neuen Buch „Subjekt und Lebenswelt. Personzentrierte Systemtheorie für Psychotherapie, Beratung und Coaching“ legt er nun erstmals eine Gesamtdarstellung seines Ansatzes vor, die vor wenigen Wochen im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht erschienen ist. Wie er in seinem Vorwort schreibt, geht es ihm um „eine Einladung, sich auf die Komplexität des Geschehens einzulassen, das nun einmal unser Leben als Subjekt in der heutigen Lebenswelt ausmacht. Ich bin überzeugt davon, dass eine größere Bereitschaft, sich auf diese Komplexität einzulassen, nicht nur die inhaltlichen und theoretischen Grabenkämpfe zwischen »Richtungen« befrieden könnte, weil die Würdigung für die Perspektiven der anderen dann leichter fällt. Aus einer solchen ganzheitlichen Sicht lässt sich zudem leichter jene Vorgehensweise im jeweils konkreten Fall entwickeln, die jenseits von »Schulengrenzen« der spezifischen Situation (aus Patient- bzw. Klienten-, Problem- bzw. Störungs- und Beschwerdelage, Entwicklungsmöglichkeiten, eigenen Vorlieben und Ressourcen usw.) gerecht wird. Es ist dies ein Buch, das der Informationsstruktur von 160-Zeichen-Einheiten (SMS) und dem Lernerfolg in Form von reproduzierbaren Sätzen, die sich zum Training in Tutorien für das Bestehen eines Multiple-Choice-Tests eignen, zuwiderläuft. Es ist vielmehr gedacht für Menschen, die wie ich das Anliegen haben, dem Geschehen in Psychotherapie, Beratung und Coaching tiefer auf den Grund zu gehen und die komplex verwobenen Teilaspekte in ihrem Zusammenwirken besser zu verstehen.“ Wolfgang Loth hat das Buch gelesen und resümiert: „Unbedingt empfehlenswerte Lektüre!“ Weiterlesen →

18. Juni 2017
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Die Suche nach Biomarkern zur Diagnostik psychischer Störungen

Hans Peter Michels, Psychologe und Hochschullehrer an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus–Senftenberg, hat in Heft 1/2017 der Zeitschrift Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis einen informativen und interessanten Text veröffentlicht, der die aktuellen Trends der Durchsetzung eines biologisch-medizinischen Paradigmas in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Diagnostik kritisch nachzeichnet. Im abstract heißt es: „Bei der Erforschung der Ursachen „psychischer Störungen“ wird in Psychiatrie und Klinischer Psychologie immer stärker auf biologische Faktoren fokussiert. Seit der Publikation des DSM-III im Jahre 1980 sind die nachfolgenden Revisionen dieses Klassifikationssystems zwar mit biologischen und neurowissenschaftlichen Formulierungen angereichert worden. Allerdings hat man – trotz vollmundiger Ankündigungen – bis zur aktuellen Version DSM-5 keine Biomarker für die Fundierung der Diagnosekategorien präsentieren können. Dies hat eine Abkehr vom bisherigen DSM-Konzept „psychischer Störungen“ eingeleitet: Einflussreiche Wissenschaftler wie Manager proklamieren neue biomedizinische bzw. neurowissenschaftliche Rahmenrichtlinien – wie die Research Domain Criteria (RDoC), die „Hirnschaltkreise“ zum Ausgangspunkt für Forschungen festlegen. Im vorliegenden Beitrag wird eine kritische Analyse dieser Entwicklungen präsentiert.“ Michels‘ Fazit: „ Die Initiativen laufen, wenn sie planmäßig umgesetzt werden sollten, auf eine noch stärker biologisch-neurowissenschaftlich orientierte psychiatrische Forschung hinaus. Es ist zu befürchten, dass psychologisch und sozialwissenschaftlich begründete Ansätze noch weiter ins Hintertreffen geraten.“

Den vollständigen Text kann man hier lesen…

14. Juni 2017
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Diagnose: Psychiater – Oder wie man solche behandeln kann

Heute gibt es einen Gastbeitrag von Christian Michelsen aus Bremen, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie/Sozialmedizin, den als Pamphlet gelesen haben möchte. Er reflektiert hier seine jahrzehntelangen Erfahrungen mit dem psychiatrischen Versorgungssystem, dem Umgang mit Diagnosen und den kommunikativen Borniertheiten innerhalb dieses Systems.

Christian Michelsen, Bremen – Diagnose: Psychiater – Oder wie man solche behandeln kann. Gebrauchsanweisung für Patienten

Bekenntnis

Dieser Artikel, dieses Pamphlet entspringt zwei wesentlichen Motiven.

Meinem Bedürfnis, mehrere Jahrzehnte eigener psychiatrischer Tätigkeit infrage zu stellen, meinem Bekenntnis, den in meiner Berufsgruppe gängigen Irrtümern aufgesessen zu sein und meinem Wunsch, ehemaligen Patienten und deren Angehörigen für nutzlose oder gar schädliche Handlungen und Behandlungen Abbitte zu leisten.

Und es dient meinem missionarischen Eifer, den ich zum Nutzen derjenigen unzufriedenen psychiatrischen Patienten einsetzen will, die auf neue Wege oder auf Abwege geraten wollen, fort von bisher erfolglosen Lösungsversuchen. Ebenso soll es denjenigen Angehörigen, Freunden, Verwandten, Arbeitgebern und Kollegen betroffener Psychiatrie-Patienten abwegige Anregungen liefern, welche zunehmend Zweifel hegen an den bisher unternommenen Bemühungen psychiatrischer – und jugendpsychiatrischer – Experten; oder solcher, die sich „Experten“ nennen, um damit auszudrücken, sie wüssten es besser als ihre Patienten.

Zweifel

Ich möchte aber auch diejenigen Psychiatrie-Patienten ansprechen, die sich Bestätigung wünschen, wenn Sie einen gewissen Zweifel gegenüber Ihrer Entscheidung hegen, diesen Psychiater oder jene psychiatrische Psychotherapeutin aufgesucht zu haben, insgesamt mit ihrer oder seiner Arbeit zufrieden sind, sich aber Ideen aneignen möchten, wie sie der Therapeutin oder dem Psychiater auf die Sprünge helfen können, selbstverständlich immer zum Zwecke einer möglichst effektiven und befriedigenden Lösung. Hier gebrauche ich das Wort Lösung in beiderlei Sinn des Wortes; sowohl eine Lösung als Beendigung einer hilfreichen therapeutischen Zusammenarbeit, Loslösung vom Helfer, Psychiater, Therapeuten, als auch eine damit einhergehende Lösung ihres Problems. Oder wenigstens mit einer Annäherung an dessen Lösung. (Die meisten Probleme des Lebens lösen wir ja ohnehin alleine; ohne Psychiater.)

Ich glaube, dass Zweifel, Skepsis und vages Unbehagen sehr nützliche Ratgeber vor Entscheidungen sein können. Sie dürfen nur nicht übermäßig lange Zeit gepflegt werden oder Kraft zehrende Zerreißproben bleiben, sonst führen Sie zu chronischem Zwiespalt. Weiterlesen →

13. Juni 2017
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2,8 Millionen nichteheliche Lebensgemeinschaften in Deutschland

WIESBADEN – Im Jahr 2015 lebten in Deutschland rund 2,8 Millionen Paare als nichteheliche Lebensgemeinschaft zusammen in einem Haushalt. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) auf der Basis von Ergebnissen des Mikrozensus mit, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland. Bei einem Drittel (33 %) der nichtehelichen Lebensgemeinschaften wohnten Kinder im Haushalt.

Seit 1996 ist die Anzahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften um gut eine Million gestiegen. Damals lebten und wirtschafteten 1,8 Millionen gemischtgeschlechtliche Paare ohne Trauschein gemeinsam in einem Haushalt. Auch der Anteil der nichtehelichen Lebensgemeinschaften mit Kindern war damals mit 28 % geringer als heute.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

12. Juni 2017
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1,3 % mehr Schwangerschaftsabbrüche im 1. Quartal 2017

WIESBADEN – Im ersten Quartal 2017 wurden rund 26 600 Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland gemeldet. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, waren das 1,3 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Knapp drei Viertel (72 %) der Frauen, die im ersten Quartal 2017 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, 17 % zwischen 35 und 39 Jahre. Rund 8 % der Frauen waren 40 Jahre und älter. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von 3 %. Rund 39 % der Frauen hatten vor dem Schwangerschaftsabbruch noch keine Lebendgeburt.

96 % der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in 4 % der Fälle die Begründung für den Abbruch. Die meisten Schwangerschaftsabbrüche (60 %) wurden mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt, bei 20 % wurde das Mittel Mifegyne® verwendet. Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant, und zwar 79 % in gynäkologischen Praxen und 18 % ambulant im Krankenhaus. 7 % der Frauen ließen den Eingriff in einem Bundesland vornehmen, in dem sie nicht wohnten.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)