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Online-Journal für systemische Entwicklungen

Systemische Beratung – im festen Gruppenkontext

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Datum/Zeit
Date(s) - 12.01.21 - 15.01.21
Ganztägig

Veranstaltungsort
IF Weinheim

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Start der Weiterbildung Systemische Beratung des IF Weinheim in Horrem / Nähe Kerpen für Interessent*innen im Raum Westdeutschland

Systemische Beratung gründet sich auf Konzepte, die ursprünglich im therapeutischen Bereich entwickelt wurden, die ihre Gültigkeit und Anwendbarkeit in anderen Bereichen mittlerweile längst bewiesen haben, wie z.B. in Beratung, Supervision, Leitung und Management.

Diese Weiterbildung wendet sich an Menschen aus psychosozialen und anderen Berufen, die mit Einzelnen, Gruppen, Teams und ähnlichen Systemen ­arbeiten bzw. diese leiten, deren Hauptaufgabe aber nicht im engeren Sinn ­therapeutisch ist, wie z.B.: Leiter*innen von (sozialen) Einrichtungen, Super­visor*in­nen, Familienberater*innen, Teamleiter*innen, Perso­nalentwickler*innen, Projektleiter*innen o.Ä.

Diese Weiterbildung kann

• die Qualität der bisherigen Arbeit erhöhen, indem systemische Konzepte in die Tätigkeit integriert werden
• auf einen neuen Arbeitsplatz vorbereiten
• die persönlichen Handlungskompetenzen in der Arbeit mit Systemen erweitern

Voraussetzung für den Beginn der Weiterbildung Systemische Beratung ist die Teilnahme an den Seminaren Systemischer denken und handeln I und II.

Die Weiterbildung dauert zwei Jahre mit 27 Seminartagen (bzw. 36 Seminartage bei Systemische Beratung meets ACT), 10 Super­visions­tagen (80 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten), 80 LE Intervisionsgruppenarbeit, 100 protokollierten Beratungssitzungen à 60 Minuten, 30 LE Eigenarbeit und einem Projektbericht.

1. Seminar: Auftragsklärung und Prozessgestaltung

• Ankoppeln an Systeme
• Bedeutung von Zuweisungskontexten und das Arbeiten in Dreieckskontrakten
• Auftragsklärung und Kontraktgestaltung als prozessbegleitendes Instrument in der Beratung/Therapie
• Zugehörigkeit zu verschiedenen Systemen und die Balancierung der mit verschiedenen Rollen verbundenen Anforderungen
• Einüben systemischer Techniken wie zirkuläres Fragen, Skulpturarbeit und andere metaphorische Techniken zur Systemerkennung
• Prozessorientierte Gestaltung der Beratung durch die Arbeit mit Hypothesen und Metareflexion

2. Seminar: Auftragsklärung und Veränderungsprozesse

• Lenken und Leiten aus systemischer Sicht
• Umgang mit komplexen Auftragslagen
• Ambivalenzen in Veränderungsprozessen
• Narrationen und ihre Auswirkungen auf das System
• Regeln und ihre Auswirkungen auf Veränderungsprozesse

3. Seminar: Selbsterfahrung – Reflexion und Weiterentwicklung professioneller Rollen und Aufgaben mit Elementen der Familienrekonstruktion

Das Seminar stellt die professionelle Selbsterfahrung im systemischen Feld in den Vordergrund und bietet Gelegenheit, persönliche und berufliche Entwicklung im Kontext familiärer und anderer sozialer Bezüge sowie historischer Zusammenhänge zu reflektieren.
Dabei werden narrative Prozesse der Konstruktion, Dekonstruktion und Rekonstruktion angeregt, die Zugänge zu eigenen Kräften und Potenzialen ermöglichen, Autonomie und Bezogenheit als Bestandteile eines selbstverantwortlichen und selbstfürsorglichen Lebens fördern und damit ein multistabiles Wissen um das eigene Selbst im Sinne von bewusst gelebten Werten, Haltungen, Denk- und Verhaltensmustern unterstützen.
In der Übertragung auf die professionelle Rolle als Berater*in und/oder Therapeut*in stellt dies eine wesentliche Voraussetzung dar, um Klient*innen ein nützliches und professionelles Beziehungs­angebot machen zu können.

Das Seminar kann von allen Interessent*innen gebucht werden, die in professionellen Beratungskontexten tätig sind oder auch schon eine andere therapeutische Ausbildung haben.

4. Seminar: Krisen in Systemen

• Krisen als besondere Phasen in der Entwicklung von Systemen
• Systemisches Verständnis von Krisen und dem Ablauf von Krisenprozessen
• Formen von Krisen
• Gestaltung von Beratungsprozessen in Krisen: Bedeutung von Rahmung, Sicherheit, Möglichkeiten und Grenzen
• Resilienz und Möglichkeiten der ressourcenorientierten Arbeit mit dem Modell der Resilienz in der Beratung/Therapie
• Bedeutung von Self-care der Beraterin / des Beraters in der Begleitung von Krisen

5. Seminar: Abschluss – Abschied – Ausblick

• Beendigung von Beratungssettings, Kontrakte
• Eigene Abschiedsmuster und -erfahrungen und die der Klient*innen/Kund*innen
• Einsatz zirkulärer und hypothetischer Fragen, Abschlussfragen
• Rituale zu Abschluss, Übergängen, Integration und Abschied
• Abschlussinterventionen, Abschlusskommentare
• Ein systemischer Blick auf Trauer und die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod
• Persönliche Standortbestimmung, Bilanzierung und Ausblick

Teilnahmevoraussetzungen

• Abgeschlossene Berufsausbildung
• Zwei Jahre Berufspraxis
• Möglichkeit zur praktischen Arbeit mit sozialen Systemen
• Anmeldung mit Bewerbungsunterlagen bei der Geschäftsstelle
Über eine Anerkennung systemischer Weiterbildung in anderen Zusammenhängen (z.B. Hochschule oder anderes Ausbildungsinstitut) kann im Einzelfall entschieden werden.

Leitung: Martina Pestinger, Jens Förster
Informationen und Anmeldung

www.if-weinheim.de

oder telefonisch unter 06201 845008-0

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