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DGSF-Fachtag: Ronald D. Laing: Weisheit, Wahnsinn, Torheit und Familie

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Datum/Zeit
Date(s) - 25.02.21
18:00 - 19:30

Veranstaltungsort
tandem Praxis & Institut

Kategorien





DGSF-Fachtag am Donnerstag, 25. Februar 2021, 18.00-19.30 Uhr

mit Dr. Helmut Wetzel

Detaillierte Infos unter: https://tandem-freiburg.org/

 

 

DGSF-Fachtag: Systemische Theoriewerkstatt
Im beruflichen Alltag von vielen Kolleg*innen aus (Psycho-)Therapie und Beratung stehen die Methoden im Mittelpunkt der Arbeit. Mit diesem DGSF-Fachtag soll der Blick wieder mehr auf die systemische Theorie gelenkt werden. Wir wollen uns im Gespräch darüber austauschen, welche Relevanz die vorgestellte Theorie für das eigene berufliche Handeln hat. Zu Beginn wird es einen kurzen theoretischen Impulsvortrag geben.

 

 

Ronald D. Laing – Weisheit, Wahnsinn, Torheit und Familie
Ronald D. Laing (* 7. Oktober 1927, † 23. August 1989) war einer der großen Vorväter der systemischen Psychotherapie und zählt zu den wortmächtigsten „Stimmen der Erfahrung“: Seinen Ideen, Gedanken und Büchern kommt heute wieder eine hohe, ja eine doppelte Aktualität zu.
• Ronald D. Laing setzte sich professionell für die Gestaltung einer systemischen Psychotherapie ein. Laing geht es im Kern darum, die Erfahrung der Person in den Mittelpunkt seiner Untersuchungen und Praxis zu stellen. Gleichzeitig sieht er die großen Schwierigkeiten, die damit verbunden sind: Die Erfahrung des Anderen wird grundsätzlich nie der unmittelbaren Erfahrung des Selbst zugänglich sein. Er begründet die interpersonale Phänomenologie, eine Methode zur Beschreibung dessen, was sich zwischen Personen, also auch zwischen Therapeut*in und Patient*in abspielt.
• Politisch überzeugen Laings Analysen über die Ursachen der Zerstörung unserer Erfahrung, gerade jetzt, in einer Zeit, in der die destruktive Wucht des expansiven, ungebremst konsumorientierten, kapitalistischen Wirtschaftssystems für alle sichtbar und spürbar wird. Auch im Hinblick auf die weiter zunehmende und weltweite Vernichtung der Natur ist seine These, dass wir die reale Welt erst zerstören können, wenn wir sie vorher bereits in unseren Köpfen zerstört haben, von geradezu bedrückender Aktualität.
• Vehement wendet sich Laing auch gegen die Dominanz einer naturwissenschaftlichen „Erklärung“ der Welt und den Gefahren einer Verdinglichung „psychischer Störungen“. Er steht damit unmittelbar in der Tradition anderer großer, systemischer Vordenker wie Bateson, Maturana, Varela und Luhmann.

Doch wenn auch unsere Erfahrung verstümmelt oder zerstört sein mag, so gelingt dies doch nie vollkommen. Wir können „das Unbehagen in der Kultur“, den Schmerz des Verlustes von Ganzheit und die Sehnsucht nach einer großen Zusammengehörigkeit spüren. Wir erleben, wie verletzlich wir (und unsere Patient*innen) sind und verbergen dies im Zeitalter der Selbstoptimierung beschämt. Systemische Psychotherapie ist eine große Chance und gibt Grund zur Hoffnung, dass es immer möglich sein wird, den lebendigen Zugang zu unseren Erfahrungen zurückzugewinnen und wieder zur Sprache zu bringen.

 

 

Für ganz Neugierige: Wichtige Werke von Ronald D. Laing
• Das geteilte Selbst. Eine existentielle Studie über geistige Gesundheit und Wahnsinn. 1987 (orig. 1960)
• Sanity, Madness and the Family. 1964
• The Politics of Experience. 1967
• Die Politik der Familie. 1969 (orig. The Politics of the Family.)
• Schizophrenie und Familie. Mit G. Bateson, D. D. Jackson, Th. Lidz, L. C. Wynne u.a. 1969
• Knoten. 1970
• Interpersonelle Wahrnehmung. 1971 (orig. Inter-personal Perception.)
• Das Selbst und die Anderen. 1973 (orig.1961)
• The Facts of Life. 1976
• Liebst Du mich? Geschichten in Gesprächen und Gedichten. 1978
• Gespräche mit meinen Kindern. 1980 (orig. Conversations with Adam and Natasha)
• Es stört mich nicht, ein Mensch zu sein. Ein Gespräch mit Vincenzo Caretti. 1979
• Die Stimme der Erfahrung. Erfahrung, Wissenschaft und Psychiatrie. 1983

 

 

Termin und Zeit
Donnerstag, 25. Februar 2021, 18.00 bis 19.30 Uhr

 

 

Ort
tandem PRAXIS & INSTITUT
Jochen Leucht
Wintererstr. 4
79104 Freiburg

 

 

 

Teilnehmer*innenzahl
Am Fachtag können max. 20 Personen teilnehmen. Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.

 

 

Zielgruppe: An wen richtet sich der DGSF-Fachtag?
Der Fachtag richtet sich schulenübergreifend an Therapeut*innen, Psychotherapeut*innen, Sozialarbeiter*innen, Berater*innen und Pädagog*innen aus Arbeitsfeldern des Sozial- und Gesundheitswesens – und an alle am Thema interessierten Menschen.

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