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Lebendige Freiheit für eine lebendige Schule

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„Machen wir uns nichts vor: Das authentische, bis zum Tode sich selbst treu bleibende Subjekt, dem Authentizität aus der heiligen Stille autonomen Entscheidens zuwächst – das gibt es nicht mehr. Die Heterogenität unserer Zeit wäre von ihm nicht mehr ausbalancierbar. Es hat sich aufgeben müssen. Die biologischen Systeme, die Bewusstseinsmaschinen und die Teilnehmer an der endlos scheinenden Kommunikation, aus der Gesellschaft besteht, oder kurz: wir Menschen – werden in Zukunft anders navigieren. Wir werden mit Unterscheidungen arbeiten, mit variablen Beobachterrollen, wir werden darum bemüht sein, Anschlüsse nicht zu verpassen und uns im Schema Variation, Selektion, Reorganisation bewegen. Die Orte, an denen wir dies tun, müssen da mithalten. Denn wer möchte sein Kind schon statt in eine Schule in ein Museum schicken, wo es gelangweilt ihm seltsam und weltfremd erscheinende Bildungsmirakel bestaunen darf, wo es Lehrer/innen aus Fleisch und Blut erlebt, deren Idealismus zwar zu häufig mit Füßen getreten wurde und deshalb längst begonnen hat, sich selbst leid zu tun, die dem Glauben an die prinzipiell mögliche Vernunftautonomie ihrer Schüler/innen jedoch irgendwann einmal Unerschütterlichkeit verordnet und ihn damit ein- für allemal blind gestellt haben – wider jede bessere Praxiserfahrung? Wenn der Schulstress jene Lehrer/innen mal eine Zeit lang in Ruhe lässt, flammt ihre Begeisterung für jenen Menschen, der in der metaphysisch angehauchten Aura erhabener Wesentlichkeit schwebt, immer wieder neu auf und ihre durch Diskrepanz dieser Vorstellung mit der Wirklichkeit nicht ausbleibende Verbitterung kann zwar immer wieder weg geschoben werden, nagt aber trotzdem insgeheim an ihren Kräften, die sie so dringend benötigten für die konstruktive Arbeit an den tatsächlich reichhaltig vorhandenen Problemen ihrer Schüler/innen“ So lautet das Fazit eines lesenwerten – weil gedankenreichen und gut geschriebenen – Artikels in der Systemischen Bibliothek von Stefan Braun, Oberstudienrat an einem Aachener Gymnasium. Er schlägt vor, darüber nachzudenken, wie eine handhabbare Idee von Freiheit unseren Schulen gut tun kann, wie lebendige Freiheit Schulen lebendiger machen kann und nähert sich dieser Aufgabe auf mäandernden Umwegen, die der Vertracktheit des Freiheitsbegriffs Rechnung tragen.
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