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Online-Journal für systemische Entwicklungen

Fiktion und Realität aus der Perspektive des radikalen Konstruktivismus

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1991 erschien im Münchener Boer-Verlag ein von Florian Roetzer und Peter Weibel herausgegebener Band mit dem Titel„Strategien des Scheins. Kunst – Computer – Medien“, der mittlerweile zwar nicht mehr erhältlich ist, aber zum Preis von 8,00 € unter dieser Adresse von der website des Verlages heruntergeladen werden kann. In diesem Band ist (neben Arbeiten von Norbert Bolz, Vilém Flusser, Friedrich Kittler, den Herausgebern und anderen) ein Beitrag eines der Pioniere des radikalen Konstruktivismus, Ernst von Glasersfeld mit dem o.g. Titel zu finden, der auch online gelesen werden kann. Glaserfeld schreibt u.a.:„Für den radikalen Konstruktivismus (gilt): Da ist man letzten Endes für alles verantwortlich, was man in der physischen wie in der Begrifflichen Welt konstruiert, denn die Bausteine dieser Konstrukte sind stets eben jene Begriffe und Beziehungen, die man aus der eigenen Erlebenswelt abstrahiert hat. Da die Viabilität der Bausteine, der Beziehungen, mit denen man sie verbindet, und schließlich der konstruierten Begriffsnetze sich aber in einer Erlebenswelt erweisen muß, in der ma nicht ohne andere konstruierende Wesen auskommt, wird die Verantwortung, die man für die eigenen Konstrukte trägt, eine soziale Verantwortung. Dieser Aspekt widerlegt nicht nur den Einwand des Solipsismus, der gegen den Konstruktivismus erhoben wird, sondern führt – erstaunlicherweise – auch zu dem ethischen Grundsatz, den Kant als „kategorischen Imperativ“ auf verschiedene Weisen formulierte. In einer seiner Formulierungen betonte Kant, daß menschliche Wesen nie nur als Mittel sondern stets auch als Zweck betrachtet werden sollen. Das heißt, die Autonomie der Anderen muß respektiert werden. Im konstruktivistischen Modell sind „die Anderen“ nun eben das, was es dem kognitiven Subjekt ermöglicht, eine höhere, intersubjektive Wirklichkeit aufzubauen“
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