systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

Kontext 2025

Heft 1

Marcus Schönherr ( 2025): Neurodiversität und Systemische Therapie. Wie hilfreich kann das Teilleistungskonzept in Beratung und Therapie sein? In: Kontext  56 (01), S. 5-21.

abstract:  Dieser Beitrag thematisiert mögliche Auswirkungen von unterschiedlichsten kognitiven Teilleistungsschwächen auf die Persönlichkeitsentwicklung. Der Autor ist der Ansicht, dass kognitive Besonderheiten zum Verständnis und zur Erklärung von Verhaltensauffälligkeiten, psychischen Problemen und Beziehungsdynamiken noch zu wenig in Betracht gezogen werden. Eine Erweiterung des Konzepts der Teilleistungen wird für sinnvoll erachtet: von den Aspekten der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung hin zu den Komponenten der Selbstorganisation und Selbstregulation, auch exekutive Funktionen genannt. Es wird herausgearbeitet, wie sinnvoll und bedeutsam es für die Betro!enen sein kann, mithilfe von Beratung und Therapie eigene Teilleistungsunterschiede zu erkennen, um durch ein differenziertes Selbstverständnis einen aktiven und selbstbewussten Umgang mit der eigenen Befähigungs- und Persönlichkeitsstruktur zu entwickeln.

Julia Reeder, Clara Müller, Fabian Hezel, Stefan Scherbaum et al. (2025): Systemisch im Kassensystem: Dilemmata und Ansätze eines konstruktiven Umgangs aus der Praxis. In: Kontext  56 (01), S. 22-33.

abstract:  Die Systemische !erapie zeigt seit jeher eine reflektiert-kritische Haltung gegenüber der Vergabe von Diagnosen psychischer Störungen. Diese Haltung wird durch die sozialrechtliche Anerkennung der systemischen !erapie als Richtlinienverfahren herausgefordert, da für die Abrechnung als ambulante Psychotherapie mit den gesetzlichen Krankenversicherungen das Stellen von Diagnosen nach dem Internationalen Klassifikationssystem für Krankheiten (ICD) erforderlich ist. Dadurch geraten systemische Psychotherapeutinnen in verschiedene Dilemmata, wenn sie versuchen, die Pflicht zur Diagnosevergabe und eine systemische Haltung zu integrieren. In dieser Arbeit präsentieren wir Ergebnisse aus Interviews mit systemische Therapeutinnen, welche vier zentrale Dilemmata untersucht: Kassenärztliche Verpflichtung vs. Systemische Haltung, Handlungsspielräume einschränken vs. erweitern, Diagnose (fest-)stellen vs. verflüssigen, und Problemverständnis vs. Ressourcenorientierung. Die synthetisierte Analyse der Interviewdaten zeigt auf, wie !erapeutinnen im Praxisalltag Strategien entwickeln, um diese Dilemmata mit systemischer Komplexitätserweiterung konstruktiv zu bewältigen. Zentrale Erkenntnis dabei ist, dass etablierte systemische Elemente wie Transparenz in der Kommunikation über Diagnosen, Externalisierung von Diagnosen und Ressourcenorientierung auch beim Umgang mit den aufgezeigten Dilemmata Unterstützung bieten.

Mariel Renz (2025): Über die Schwelle gehen: Das transformative Potenzial von Performancekunst für die systemische Beratung. In: Kontext  56 (01), S. 34-50.

abstract:  Der Beitrag untersucht das transformative Potenzial der Performancekunst in der systemischen Beratung. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Kunst und Beratung als performative Praktiken, die durch gezielte Unterbrechung tradierter Ordnungsmuster sowie durch Kommunikation und Interaktion neue Perspektiven erö!nen. Besonders hervorgehoben wird dabei die Fähigkeit von Performances, liminale Räume zu scha!en. In diesen Übergangsräumen können festgefahrene Denk- und Handlungsmuster hinterfragt und kreative Lösungen angeregt werden.

Wilhelm Rotthaus (2025): Bezogene Bewältigung der Entwicklungsaufgaben von Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und ihren Eltern. In: Kontext  56 (01), S. 51-63.

abstract:  Aus systemischer Sicht erfolgt die Bewältigung der Entwicklungsaufgaben von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einerseits und Eltern andererseits in einem wechselseitig eng aufeinander bezogenen Prozess. Beide Seiten müssen persönliche Entwicklungsschritte in Beziehung zueinander vollziehen. Diese Betrachtung des Geschehens als Koevolution unterscheidet sich deutlich von der in der Literatur dominanten Sichtweise, nach der elterliches Handeln als mehr oder weniger gezielte Förderung der Entwicklungsaufgaben der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen angesehen wird. Aus der systemischen Betrachtung des Geschehens als miteinander korrespondierende Entwicklung erö!nen sich mannigfache therapeutische Möglichkeiten, wie an einigen Fallbeispielen dargestellt wird.

Barbara Kuchler (2025): Stich-Wort: Entweder – Oder. In: Kontext  56 (01), S. 65-69.

abstract:  Das Entweder-Oder hat keine gute Presse unter Systemikern. Wir sind eher für das Sowohl-als-auch, oder auch das Weder-Noch, oder das Ganz-und-gar-aus-der-Box-Gedachte. Die harte, klare Alternative des Ja-oder-Nein, So-oder-so, und der Zwang, sich für eine Seite zu entscheiden, gilt als verengend: als blickverengend, möglichkeitsverengend, auf der Ebene des Individuums als unglücksfördernd und auf der Ebene des sozialen Systems als konfliktfördernd. So ist etwa die Sichtweise »Entweder ich gewinne oder du!« als Schnellstraße zu eskalierenden Konflikten bekannt. Besser wäre es, Sichtweisen zu finden, wonach wir beide zusammen etwas gewinnen können. Ebenso ist die Idee, dass ein Familienmitglied der Familie entweder ganz oder gar nicht angehört, entweder volle Loyalität beweist oder autonom ist und Eigeninteressen verfolgt, ein Rezept für dysfunktionale Familienstrukturen. Besser wäre es, Wege zu finden, wie man zugehörig und autonom zugleich sein kann, oder bezogen und individuiert zugleich.

Barbara Bräutigam (2025): Genogrammatische Lektüren: »Mein drittes Leben« oder ein Blick in den Abgrund – ein Roman von Daniela Krien (2024). In: Kontext  56 (01), S. 70-71.

Wolf Ritscher (2025): Rezension – Susanne Altmeyer (2024): EMDR-Intensivtherapie. Systemisch – fokussiert – effektiv. Stuttgart (Klett-Cotta). In: Kontext  56 (01), S. 72-75.

Marie-Luise Conen (2025): Rezension – Martin Schröder (2023): Wann sind Frauen wirklich zufrieden? München (C. Bertelsmann). In: Kontext  56 (01), S. 75-77.

Hans-Jürgen Balz (2025): Rezension – Anna Dollinger & Katharina Fehse (2023): Systemische Interventionen. Methoden und Möglichkeiten für mehr Selbstwirksamkeit im Team. Bonn (managerSeminare). In: Kontext  56 (01), S. 78-79.

Cathérine Pechner (2025): Rezension – Hanna Kreuz (2023): Worte in Bildern. Ein Kartenset für Beratung, Therapie und Selbstreflexion. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext  56 (01), S. 79-81.

Susie Reinhardt (2025): Rezension – Barbara Couvert (2024): Vererbte Geschichte. Wie psychische Erfahrungen an nachfolgende Generationen weitergegeben werden. Heidelberg (Carl-Auer). In: Kontext  56 (01), S. 81-82.

Annett Kupfer (2025): Rezension – Christian Paulick & Sandra Wesenberg (2024): Beratung lehren im Studium Sozialer Arbeit. Stuttgart (Kohlhammer). In: Kontext  56 (01), S. 82-84.

Ilke Crone (2025): Rezension – Klaus Eidenschenk (2023): Es gibt keine Narzissten! Nur Menschen in narzisstischen Nöten – Eine Handreichung für alle und jede(n). Heidelberg (Carl-Auer). In: Kontext  56 (01), S. 84-86.

Frank Alibegovic (2025): Rezension – Kathrin u. Leonie Ripper (2023). Supervision. Weinheim (Beltz) 75 Therapiekarten. In: Kontext  56 (01), S. 86-87.


Heft 2

Barbara Kuchler, Maren Bösel, Wiebke Gronemeyer, Barbara Bräutigam et al. (2025): Vorbemerkung in eigener Sache. In: Kontext  56 (02), S. 119-120.

Stefan Beher ( 2025): Editorial: Depression und Traurigkeit. In: Kontext 56 ( 02), S. 121-124.

Thorsten Padberg & Martin Plöderl ( 2025): Die Geschichte des medizinischen Modells der Depression – mit (fast) all ihren Vor- und Nachteilen. In: Kontext 56 ( 02), S. 125-137.

abstract:  Im Folgenden soll das medizinische Modell der Depression dargestellt werden. Dabei werden die folgenden Fragen beantwortet: Wie sieht das medizinische Modell der Depression aus? Wie gut ist es belegt? Wer vertritt das medizinische Modell der Depression? Welche Vorteile hat das medizinische Modell der Depression für Behandler und Behandelte? Und welche Nachteile bringt es mit sich? Es wird dargestellt, wie das medizinische Modell trotz unzureichender empirischer Unterstützung das Bild von Depressionen, ihre Behandlung und das Selbstbild der Behandelten prägt.

Claus Normann (2025): Eine persönliche Erwiderung auf den Artikel »Die Geschichte des medizinischen Modells der Depression – mit (fast) allen ihren Vor- und Nachteilen«. In: Kontext  56 (02), S. 138-143.

abstract:  »Geläu!g ist die Formulierung ›der Schnupfen der Seele‹, die auf die körperliche Natur und die weite Verbreitung der Depression hinweisen soll«. Abgesehen davon, dass ich diese Bezeichnung in meinen nunmehr fast dreißig Jahren Psychiatrie noch nie gehört habe – ich behandle also Menschen mit »Schnupfen der Seele«. Schon dieser eine Satz zeigt den ganzen Zynismus des psycho-populistischen Artikels von Padberg und Plöderl. Gibt es ein »medizinisches Modell« der Depression? Die Depression ist eine Erkrankung des Menschen. Um sie, in Abwesenheit objektiver Biomarker, diagnostizieren und in der Folge auch behandeln zu können, müssen diagnostische Kriterien festgelegt werden, die sich in der ICD und dem DSM !nden. Dies gilt für alle Erkrankungen, die Leiden verursachen, und die eine Behandlung erfordern, für die das Gesundheitssystem und die Gesellschaft Mittel bereitstellen sollen und müssen.

Thorsten Padberg & Martin Plöderl (2025): Replik auf Claus Normann. In: Kontext  56 (02), S. 143-150.

Jerome C. Wakefield (2025): Der Verlust der Traurigkeit: Ein frischer Blick auf unser Buch »The Loss of Sadness« (2007) über die fortlaufende Schwierigkeit, gewöhnliche Belastungen von depressiven Störungen zu unterscheiden. In: Kontext  56 (02), S. 151-167.

abstract:  Der Artikel blickt zurück auf das vom Autoren gemeinsam mit Allan Horwitz verfasste Buch »The Loss of Sadness«, stellt dessen zentrale Thesen dar und ergänzt diese mit neuerer Evidenz aus der empirischen Forschung. Der Beitrag schließt mit Fallbeispielen zur Illustration.

Isabella Heuser (2025): Eine Polemik zum Artikel von Jerome C. Wakefield. In: Kontext  56 (02), S. 168-171.

Jerome C. Wakefield (2025): Die Unterscheidung zwischen normaler und gestörter Traurigkeit wird zum Nachteil der Patienten und der Psychiatrie ignoriert: Eine Antwort an Dr. Isabella Heuser. In: Kontext  56 (02), S. 172-175.

Stefan Beher (2025): Nachbemerkungen. In: Kontext  56 (02), S. 176-177.

Stefan Beher (2025): Blue genes, therapeutic means: Zur Bedeutung der Passung von Erklärungsmodell und Behandlungskonzept. In: Kontext  56 (02), S. 178-182.

abstract:  Vorstellungen psychischer Probleme als »Erkrankungen« des Geistes, die sich analog zu körperlichen Erkrankungen aus somatischen Markern, mindestens über veränderten Sto!wechsel im Hirn erklären lassen, verbreiten sich zunehmend. Wir haben in diesem Heft die Vor- und Nachteile eines »medizinischen Modells« der Depression wie auch darauf bezogene Schwierigkeiten in der Abgrenzung pathologischer und gewöhnlicher Traurigkeit ausführlich diskutiert. Wie immer man die Symptome von Klienten erklärt – die Erklärung kann aus deren Perspektive kaum als bloß neutraler Akt der Informationsübermittlung verstanden werden. Körperliche Erkrankung verbinden wir etwa mit einer Vorstellung der Schuldlosigkeit und Nicht-Verantwortlichkeit – auch wenn in der Geschichte der Menschheit die religiöse Idee von Krankheit als göttlicher Strafe dominiert. Das kann eine entlastende Funktion haben, für Patienten wie auch für Angehörige. Es macht einen Unterschied, ob man den Suizid des eigenen Kindes als Folge einer bewussten Entscheidung oder als Konsequenz einer unverschuldet erlittenen Erkrankung des Körpers versteht, möglicherweise gar als Folge von dessen unveränderlicher Konstitution auf genetischer Ebene. Eine höhere Entlastung kann aber andererseits auch Hoffnungslosigkeit und Pessimismus befördern. Wenn rein körperliche Ebenen über Wohl und Wehe der Psyche entscheiden, was bringen dann noch Psychotherapien?

Helmut Kuntz (2025): Stich-Wort: Hilfsbereitschaft. In: Kontext  56 (02), S. 184-189.

Silvia Beckmann (2025): Rezension – Georg Endres & Gerhard Bergmann (2024): Existenzieller Stress: Impulse für die systemische Praxis. Grundlagen, Haltungen und Handlungsräume. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext  56 (02), S. 190-191.

Nicole Quasten (2025): Rezension – Andreas Kollar (2024): Einführung in Brainspotting. Heidelberg (Carl-Auer). In: Kontext  56 (02), S. 191-193.

Anne Polchau (2025): Rezension – Verein für psychoanalytische Sozialarbeit Rottenburg und Tübingen (Hrsg.): (2023). Vom Körper und seinen Beseelungen. Lustvolle und schmerzliche Umschreibungen von Körperlichkeit. Frankfurt a. M. (Brandes & Apsel). In: Kontext  56 (02), S. 193-194.

Anja Senger (2025): Rezension – Kirsten Böök & Ulrich Sachsse (2024): Trauma und Justiz. Juristische Grundlagen für Psychotherapeuten – psychotherapeutische Grundlagen für Juristen. Stuttgart (Schattauer). In: Kontext  56 (02), S. 194-196.

Kay Niebank (2025): Rezension – Bernhard A. Sabel (2024): Fake-Mafia in der Wissenschaft. KI, Gier und Betrug in der Forschung. Stuttgart (Kohlhammer). In: Kontext  56 (02), S. 196-197.

Andrea Lilge-Hartmann (2025): Rezension – Arbeitskreis Kritische Umweltpsychologie der Initiative Psychologie im Umweltschutz e. V., Psychologists/Psychotherapists for Future e. V. (Hrsg.) (2024). Kritische Umweltpsychologie. Gießen (Psychosozial-Verlag). In: Kontext  56 (02), S. 198-199.

Jan Bleckwedel (2025): Rezension – Fritz B. Simon (2024): Die kommenden Diktaturen. Ein Worst-Case-Szenario. Heidelberg (Carl-Auer). In: Kontext  56 (02), S. 199-201.

Sabine Salzmann (2025): Rezension – Jens Förster (2024): Black-Box-Methoden. Mit systemischer Haltung therapieren, coachen und beraten, ohne das Problem zu kennen. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext  56 (02), S. 201-203.

Saskia Kiehling (2025): Rezension – Claus Roeske (2024): Mit Fantasie zur Kooperation. Ein kreativ-systemisches Tool für Beratung, Coaching, Therapie und Supervision. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext  56 (02), S. 203-203.


Heft 3

Manfred Vogt (2025): Editorial: In Gedenken an Steve de Shazer: Lösungsfokussierte Kurzzeittherapie. In: Kontext  56 (03), S. 231-232.

Ferdinand Wolf (2025): Gedanken zu Steven Darwin de Shazer (*25.06.1940, Milwaukee/Wisconsin, †11.09.2005, Wien/Österreich). In: Kontext  56 (03), S. 233-236.

Herbert E. Förster (2025): Das 2-Ebenen-Systembrett©. In: Kontext  56 (03), S. 237-249.

abstract:  Eine Eigenheit des Systembretts bzw. des Familienbretts zeigt sich besonders in der Möglichkeit, neben Personen auch Gedanken und Gefühle zu externalisieren. Das simultane Erfassen der Aufstellungen als Standbilder und/oder bewegte Bilder auf dem Brett ermöglicht den Aufstellenden, Wahrnehmungen zu überprüfen, Wirkungen zu erleben, neue Bilder zu entwickeln. Auf dem Brett gelangen Aufstellende unweigerlich mit ihren Wirklichkeiten in Interaktion. Die Chance auf neue An- und Einsichten ergibt sich über das Herstellen von Unterschiedsbildern auf dem Brett. An drei Beispielen soll das Entwicklungspotenzial des Materials verdeutlicht werden. Die Variationen der Methode regen die Kreativität ihrer Anwender:innen an, eröffnen Möglichkeitsräume. Der Autor stellt eine eigene Neuentwicklung, das 2-Ebenen-Systembrett© vor und schildert, wie bildende Kunst Therapie inspirieren kann. Zwei Fallbeispiele runden das Bild ab.

Nadine Lyamouri-Bajja & Barbara Pelkmann (2025): Systemisch lösungsfokussierte Therapie in der Psychotraumatologie. In: Kontext  56 (03), S. 250-261.

abstract:  Der Artikel erläutert, wie die systemisch lösungsfokussierte Therapie effektiv in der Psychotraumatologie angewendet werden kann. Traumata wurden lange als schwer heilbar angesehen, doch moderne Ansätze zeigen, dass traumatische Erlebnisse heute sehr wohl gut integriert werden können. Zentrale Prinzipien der lösungsfokussierten Therapie umfassen: Die Klient:innen als Expert:innen ihres Lebens zu betrachten; Ressourcenorientierung statt Fokussierung auf das Problem; Klärung des Mandats, um die therapeutischen Ziele gemeinsam festzulegen. Das Brügger-Modell beschreibt vier therapeutische Beziehungsformen, von unverbindlich bis partnerschaftlich, und legt passende Interventionen fest. Ein Schwerpunkt liegt auf Stabilisierung und der Schaffung von Sicherheit im Hier und Jetzt, bevor eventuell belastende Erlebnisse aufgearbeitet werden. Die Haltung des Therapeuten ermöglicht eine achtsame und flexible Begleitung. Fallbeispiele verdeutlichen die Praxis und Wirksamkeit der Ansätze.

Vera Lemke & Manfred Vogt (2025): Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Handlungsempfehlungen und Aufgaben in der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie. In: Kontext  56 (03), S. 262-275.

abstract:  Die Akzeptanz lösungsfokussierter Praxis innerhalb der systemischen Psychotherapie sowie weiterentwickelte lösungsfokussierte Konzepte der Kurzzeittherapie 2.0 fordern eine kritische Reflexion zu traditionellen Handlungsempfehlungen als Abschlussinterventionen. In drei Fallbeispielen werden die Vorteile und Effekte von konkreten Handlungsempfehlungen systemisch-lösungsfokussierter Praxis aufgezeigt.

Barbara Kuchler (2025): Stich-Wort: Beziehung. In: Kontext  56 (03), S. 277-280.

Marie-Luise Conen (2025): Bericht vom 18. Deutschen Jugendhilfetag vom 13.5.–15.5.2025 in Leipzig. In: Kontext  56 (03), S. 281-284.

Anne Lang (2025): Leserbrief zu Kontext Band 56 (2), 2025. In: Kontext  56 (03), S. 285-286.

Eva Paschke (2025): Rezension – Lea Dohm (2025): Stark im Wandel. Wie wir die psychische Gesundheit der Zukunft gestalten. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext  56 (03), S. 287-288.

Cathérine Pechner (2025): Rezension – Gabriele Amann (2023): Sexueller Missbrauch an Kindern. Göttingen (Hogrefe). In: Kontext  56 (03), S. 288-290.

Karsten Rudolf (2025): Rezension – Michael Macsenaere (Hrsg.) (2025): Künstliche Intelligenz in der Kinder- und Jugendhilfe. München (Ernst Reinhardt). In: Kontext  56 (03), S. 290-291.

Stefanie Kreuzer (2025): Rezension – Monika Feichtinger & Miriam Wunder (2024): Selbstwirksamkeit Stärken. Wie Coaches ihre Klient:innen befähigen und beflügeln. Paderborn (Junfermann). In: Kontext  56 (03), S. 291-293.

Sabine Salzmann (2025): Rezension – Frederic Linßen (2025): Angenommen, es gäbe ein Wundermittel … Die Changers-Intervention – Placebo gezielt nutzen. Heidelberg (Carl-Auer). In: Kontext  56 (03), S. 293-294.

Silvia Beckmann (2025): Rezension – Kachler, R. (2024). Einander neu entdecken. Ego-State-Arbeit mit Paaren. Ein hypnosystemischer Ansatz für Therapie und Beratung. Heidelberg (Carl-Auer). In: Kontext  56 (03), S. 295-296.

Elisabeth Kandziora (2025): Rezension – Peter Modler (2025): Macht – Wie du sie anwendest, auch wenn du nichts von ihr wissen willst. Frankfurt a.M. (Campus). In: Kontext  56 (03), S. 296-297.

Sabine Salzmann (2025): Rezension – Undine Lang & Annette Brühl (Hrsg.) (2024): Frauen in psychischen Krisen helfen. Stuttgart (Kohlhammer). In: Kontext  56 (03), S. 297-298.

Stefanie Rosenberger (2025): Rezension – Mischa Frei (2025): Werkzeugkoffer für systemische Beratung und Therapie. Dortmund (Modernes Lernen). In: Kontext  56 (03), S. 298-299.

Fabian Schneider (2025): Rezension – Wilhelm Rotthaus (2025): Beziehungsgeschöpf Mensch. Übergänge zu einem neuen Selbstbild. Heidelberg (Carl-Auer). In: Kontext  56 (03), S. 299-302.

Cathérine Pechner (2025): Rezension – Robert & Julia Rossa (2023): Ganz klar: Nein oder Ja? Kartenset für die psychotherapeutische und pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Weinheim (Beltz). In: Kontext  56 (03), S. 302-303.


Heft 4

Barbara Kuchler, Barbara Bräutigam & Wiebke Gronemeyer (2025): Editorial: Wie politisch ist Systemik? In: Kontext  56 ( 04), S. 327-330.

Jan Bleckwedel (2025): Das Private und das Politische – Wie Politik den therapeutischen Raum konstituiert und schützt. In: Kontext  56 ( 04), S. 331-337.

abstract:  Das Private ist das Private, das Politische ist das Politische. Diese Unterscheidung ist notwendig, um Therapie als geschützten Raum zu konstituieren. Nur indem wir die unterschiedlichen Logiken beider Bereiche respektieren, öffnen sich Räume zur freien Rede auf beiden Seiten der Unterscheidung.

Johannes Herwig-Lempp (2025): Das (für mich) Politische im Systemischen. In: Kontext  56 ( 04), S. 339-346.

abstract:  Zweifellos ist der systemische Ansatz politisch. Jeder Mensch hat einen eigenen Willen und eigene Interessen – und handelt politisch, wenn er sich dafür einsetzt. Daher ist es gut, wenn wir Systemikerinnen den systemischen auch als einen politischen Ansatz verstehen.

Katharina Keil & Dirk Rohr (2025): Die Debatte um Neutralität und Politisierung als Akt der Grenzziehung in der Selbstbeschreibung von Systemen. In: Kontext  56 ( 04), S. 346-353.

abstract:  Wie politisch sollte Systemik sein und wie politisch ist Systemik? Diese beiden Fragestellungen, die normative und die deskriptive Perspektive, müssen getrennt betrachtet werden, um nicht in eine Sein-Sollen-Antinomie zu führen. Ausgehend von den Grundannahmen der Systemtheorie wollen wir zeigen, dass die Feststellung, wie politisch Beratung sein sollte, selbst schon eine politische Entscheidung darstellt und die Systemik als Profession nicht die Wahl hat politisch oder neutral zu sein, sondern nur die Wahl, politische Diskurse sichtbar zu führen oder unter den Teppich zu kehren.

Tom Levold (2025): Politische Selbstbeschränkung statt ideologischem Aktivismus. In: Kontext  56 ( 04), S. 354-360.

abstract:  Die Aufgabe systemischer Fachverbände besteht unter anderem in der Vertretung systemischer Positionen in allen Bereichen, die die professionelle therapeutische oder beraterische Praxis berühren. Das kann auch Stellungnahmen zu allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen beinhalten. Vor den Karren ideologischer Programme sollten sie sich nicht spannen lassen.

Johannes Mertens (2025): Vom Mythos der Neutralität zum Logos des flourishing: Systemik als politische Praxis. In: Kontext  56 (04), S. 361-367.

abstract:  Wer politisch neutral berät, stabilisiert Machtverhältnisse und reproduziert Ungerechtigkeit – oft im Echo fragwürdiger Polarisierungsnarrative. Professionelle Systemik öffnet, im Kleinen wie im Großen, soziale Räume: für human flourishing, epistemische Gerechtigkeit und sozialen Fortschritt, gemessen am Index der Non-Exklusion.

Bea Schramm (2025): Wie kann Systemik denn nicht politisch sein? In: Kontext  56 ( 04), S. 369-374.

abstract:  Systemik ist so politisch, wie es die Menschen sind, die sie als Werkzeug nutzen. Systemik ist so politisch, wie die Menschen es möchten und brauchen, die sie in Anspruch nehmen. Systemik ist von den verschiedenen psychologischen Schulen diejenige, die das stärkste Potenzial hat, politisch zu sein. Daher sind auch die Entscheidungen, die der Verband trifft, der Rahmen den er anbietet, politische Entscheidungen – sowohl im Tun, als im Lassen.

Nikola Siller (2025): Wir können nicht nicht politisch sein. Eine Dekonstruktion der Dichotomie »neutral« versus »politisch«. In: Kontext  56 ( 04), S. 375-382.

abstract:  Systemisches Denken und Handeln ist immer Denken und Handeln in Kontexten – und damit unweigerlich politisch. Die dichotome Logik neutral versus politisch ist daher wenig zielführend. Für eine fruchtbare Debatte über politische Dimensionen der Systemik sollte zwischen Aussagen über die DGSF als Organisation und der Praxis systemischer Beratung und Therapie unterschieden werden. Hierzu ist eine Klärung der Verwendung der Begriffe politisch und neutral bezogen auf die jeweiligen Kontexte notwendig.

Jan van der Koelen (2025): Systemik am Kipppunkt. In: Kontext  56 ( 04), S. 382-389.

abstract:  Systemik ist nicht parteilich, aber auch nicht neutral. Sie wird dort politisch, wo sie Verantwortung für den Rahmen übernimmt, in dem Unterschiedlichkeit ausgehalten, Dialog ermöglicht und Kontakt erhalten bleibt, insbesondere auch wenn gesellschaftliche Diskurse kippen. Wer systemisch arbeitet, gestaltet Kontexte, beeinflusst Narrative und ermöglicht Verständigung über Differenzen hinweg. Das ist noch kein politisches Programm, jedoch hat es politische Wirkung. Deshalb ist Systemik so politisch, wie ihre Praxis und die gesellschaftlichen Entwicklungen es verlangen: kontextsensibel, konflikttauglich und weniger beliebig.

Stella Wedell (2025): Die Stimme des Patriarchats als kollektive Gesellschaftsstimme und ihre Bedeutung für die systemische Therapie und Beratung. In: Kontext  56 ( 04), S. 388-394.

abstract:  Unsere Gesellschaft ist nach wie vor stark patriarchalisch geprägt – ebenso wie unser persönliches Erleben, unsere Rollenbilder und Emotionen. Systemisches Arbeiten muss daher immer auch darauf zielen, gesellschaftliche Erwartungen zu hinterfragen, patriarchale Glaubenssätze zu erkennen und zu dekonstruieren. So können Veränderungen im Denken und in der Wahrnehmung unserer Klient:innen angestoßen werden. Feminismus – im Sinne eines inklusiven Feminismus für alle – ist damit ein konkretes Werkzeug in der therapeutischen Praxis, um Denk- und Wahrnehmungsmuster nachhaltig zu verändern.

Andrea Ebbecke-Nohlen & Markus W. Haun (2025): »Ambivalenz ist eine Ressource. Beide Seiten haben ihren Wert, und im Zwischenraum entsteht oft etwas Neues«.  Andrea Ebbecke-Nohlen (AE-N) im Gespräch mit Markus W. Haun (KONTEXT) anlässlich ihres 75. Geburtstags. In: Kontext  56 ( 04), S. 396-416.

Karl-Heinz Schulz (2025): Rezension – Walter Schwertl (2025): Vertrauen in sozialen Systemen – Gefahr oder Chance? Ein Lesebuch für Coaching, Beratung und Therapie. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext  56 ( 04), S. 420-421.

Stefanie Rosenberger (2025): Rezension – Beate Kettemann, Bernd Röhrle & Hanna Christiansen (2024): Resilienz bei Jugendlichen mit psychisch kranken Eltern. Präventionsprogramm zur Stärkung der psychischen Gesundheit. Weinheim (Beltz). In: Kontext  56 ( 04), S. 421-422.

Silvia Beckmann (2025): Rezension – Agnes Kaiser Rekkas (2025): Die Farben von Amalfi. Suggestionen in der Hypnose – sensibel, stimmig, sinnvoll. Heidelberg (Carl-Auer). In: Kontext  56 ( 04), S. 423-424.

Tanja Kuhnert (2025): Emily M. Engelhardt & Stefan Kühne (2025): Künstliche Intelligenz in der Beratung. Ein Kompass für die systemische Praxis. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext  56 ( 04), S. 424-425.

Anja Senger (2025): Rezension – Anke Nottelmann (2025): Potentialorientierte Traumatherapie mit PEP. Mit »Klopfen mit dem System« komplexe Prozesse leicht gestalten. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext  56 ( 04), S. 426-427.

Silvia Beckmann (2025): Rezension – Maria Borcsa & Ivy Daure (Hrsg.) (2024): Genogramme. Ein Handbuch für die systemische Praxis und Forschung. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext  56 ( 04), S. 427-428.


Heft 5 (Open Access)

Barbara Kuchler, Barbara Bräutigam & Wiebke Gronemeyer (2025): Editorial: Wie politisch ist Systemik II. In: Kontext  56 (05), S. 451-453.

Marc Böhme (2025): Unpolitisch sein heißt politisch sein, ohne es zu merken. In: Kontext  56 (05), S. 454-456.

abstract:  Systemische Praxis ist nie unpolitisch – auch Schweigen ist eine politische Aussage. Unparteilichkeit ist ein Privileg, und wer es hat, trägt Verantwortung: für Haltung, für Solidarität und für die Verteidigung demokratischer Werte

Fachgruppe Trauma & System der DGSF (Autorenkreis) (2025): Nicht-Handeln hat Folgen für Individuen und Gesellschaft. In: Kontext  56 (05), S. 456-459.

abstract:  Folgen von Gewalt und Grenzüberschreitungen sind allgegenwärtig. Akute Traumaerlebnisse und deren Folgen entstehen durch Handelnde und Nicht-Handelnde in und auf allen Systemebenen. Systemisch denkende und lebende Menschen können nicht Nicht-Handeln. Von Seiten des Verbandes gilt es menschenrechtsorientiertes Verhalten einzufordern und zu unterstützen.

Christopher Frentrup (2025): Der Kontext ist nicht neutral. In: Kontext  56 (05), S. 460-463.

abstract:  Ein systemischer Fachverband kann sich der weltpolitischen Verantwortung nicht entziehen – der Menschlichkeit zuliebe

Daniela Fritsch, Frank H. Baumann-Habersack & Marlies Hinderhofer (2025): Systemik ohne Politik? In: Kontext  56 (05), S. 463-472.

abstract:  Systemik ohne Werte ist beliebig. Unsere Praxis steht für Frieden und Gewaltfreiheit, Freiheit, Gleichheit und soziale Gerechtigkeit, Geschwisterlichkeit und Solidarität, Teilhabe und Mitbestimmung, öko-systemische Balance sowie informationelle Selbstbestimmung – und mischt sich ein.

Eva Gertz (2025): Theorie im Dialog: das Politische in der Systemik. In: Kontext  56 (05), S. 472-479.

abstract:  Systemische Praxis und politische Theorie begegnen sich im Dialog. Arendt spricht von Pluralität und Freiheit, Foucault von der Allgegenwart der Macht, Mouffe von unvermeidbaren Konflikten. Minuchin antwortet mit strukturierten Hierarchien, Satir mit Parteilichkeit für Selbstwert, die Mailänder Schule mit Sensibilität für Machtspiele in Sprache, de Shazer mit radikaler Lösungsorientierung. Deutlich wird: Neutralität bleibt Illusion. Jede systemische Intervention wirkt politisch, ob sie es will oder nicht. Systemik muss daher Parteilichkeit für Menschenwürde, Teilhabe und Entwicklung anerkennen – und Räume eröffnen, in denen Vielfalt und Konflikt nicht verdeckt, sondern verhandelbar werden.

Hannah Höfer (2025): Systemisch lebende Menschen und der friedvolle Fußabdruck. In: Kontext  56 (05), S. 479-481.

abstract:  Systemik ist durch und durch politisch und transformativ zugleich: Sie erweitert Perspektiven, verbessert Beziehungen und fördert Kooperation. Dadurch bewegt sie nicht nur den privaten Raum, sondern prägt schlussendlich auch die Gesellschaft in Bezug auf die großen Fragen unserer Zeit.

Christopher Krech, Tanja Kuhnert & Tanja Schwichtenberg (2025): Der Kontext ist politisch. In: Kontext  56 (05), S. 481-487.

abstract:  Auf die Frage »Wie politisch ist Systemik?« argumentiert unser Text, dass die Verhältnisse, in denen Systemiker:innen agieren, a) unbestreitbar politisch sind, b) auf keinen Fall ausgeklammert werden dürfen und c) ein systemischer Dachverband eine klare politische Position einnehmen muss, um seine systemische Wirkung voll zu entfalten. Abschließend werden konkrete Handlungsempfehlungen für den Dachverband formuliert.

Birgit Maschke (2025): Wie politisch ist systemisch? In: Kontext  56 (05), S. 488-489.

abstract:  Systemisch kann nicht nicht politisch sein (und sollte auch nicht). Einen Dialog gibt es nur im herrschaftsfreien

Evelyn Matscher (2025): Das systemische Paradigma in der Transformation: Neutralität und gesellschaftspolitische Verantwortung. In: Kontext  56 (05), S. 489-493.

abstract:  Die DGSF verankert ihre Arbeit im humanistischen Wertefundament. Mit systemischer Expertise demokratische Grundwerte verteidigen und zugleich durch konstruktivistischen Dialog gesellschaftliche Brücken bauen – das ist kein Widerspruch, sondern professionelle Notwendigkeit.

Jessie Mmari, Sylvia Amiani & Ilja Gold (2025): Unterwegs im Kontext ohne Verantwortung? – Ein Gespräch über systemische Profession und »politisches« Selbstverständnis. In: Kontext  56 (05), S. 493-499.

abstract:  Wer Themen wie Rassismus, Antisemitismus, Ableismus oder Queerfeindlichkeit ausklammert, tut so, als stünde systemische Praxis außerhalb von Gesellschaft. Die Frage ist daher nicht, ob systemische Profession »politisch« ist, sondern wie sie professionell Verantwortung übernimmt.

Brigitte Ott, Harald Ott-Hackmann, Tim Käsgen, Heike Schader et al. (2025): »Wann, wenn nicht jetzt, wer, wenn nicht wir?«. In: Kontext  56 (05), S. 500-506.

abstract:  Es ist nicht möglich, sich nicht zu positionieren. Umso wichtiger ist es, sich klar und transparent in allen systemischen (Arbeits-)Kontexten zu positionieren. Wann, wenn nicht jetzt, wer, wenn nicht wir?

Matthias Richter (2025): Das Persönliche ist das Politische. In: Kontext  56 (05), S. 506-508.

abstract:  Persönliches und Politisches sind untrennbar miteinander verbunden. Das wird seit den 1970

Tanja Rode (2025): systemisch – politisch – professionell. Hat ein systemischer Berufsverband eine politische Aufgabe? In: Kontext  56 (05), S. 509-516.

abstract:  Die Fragen sind komplex und voraussetzungsreich, sodass ich mit Voraussetzungen beginnen möchte. Ich beziehe mich auf Kern-Begriffe, die in den Fragen Erwähnung finden. Ich erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit, sondern benenne Fäden als Perspektiven-Einladung. Es gibt nicht »die« Voraussetzung, sondern nur so Gesehenes, Kreiertes und Begründetes

Helmut Wetzel (2025): Vermächtnisse und brisante Gefühlserbschaften. In: Kontext  56 (05), S. 516-524.

abstract:  Es gibt für Familien, Therapeutinnen und Verbände keine politische Aus-Zeit. Alle sozialen Systeme sind in einem Milieu, einer Kultur, in der großen »Welt- und Zeitgeschichte« verankert. Familien – unsere eigene und unsere »professionelle« – geben ihre Geschichte und Erfahrungen durch die Generationen weiter, tradieren und transformieren sie. Aus unserer Arbeit wissen wir, wie verheerend dabei Schweigelöcher und Frageverbote sein können. »Da wir nun einmal die Resultate früherer Geschlechter sind, sind wir auch die Resultate ihrer Verirrungen, Leidenschaften und Irrtümer, ja Verbrechen; es ist nicht möglich, sich ganz von dieser Kette zu lösen« (Friedrich Nietzsche, Vom Nutzen und Nachteil der Historie,1874).

Lars Wiebke (2025): (Systemisch) Haltung bewahren! In: Kontext  56 (05), S. 525-532.

abstract:  Da gesellschaftliche Faktoren wie etwa Armut unweigerlich in den Beratungskontext hineinwirken, muss Beratung dafür sensibilisiert sein und kann ein systemischer Verband selbst nicht  unpolitisch sein. Im daraus erfolgenden (gesellschafts-)politischen Engagement sollte die systemische Haltung Grundlage bleiben.