Das Thema der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift OSC („Organisationsberatung, Supervision, Coaching“, im Foto leider noch die Ausgabe 01/06) ist dem Thema„Lernen im Coaching, Lernen fürs Coaching“ gewidmet. Interessant ist dabei ein kurzer Aufsatz von Altmeister Wolfgang Looss, in dem dieser als Alternative zum„problemorientierten Coaching“ für eine„anlassfreie Beratungsarbeit über längere Zeit“ plädiert:„Die Erfahrung, sich auch ohne akuten äußeren Problemdruck tastend, unsicher, fragend und zweifelnd erleben zu dürfen, wird von Klienten als extrem produktiv und schon deswegen kostbar beschrieben. Da es keine Not-Wendigkeit gibt, fehlt auch ein Ziel, man kann auf vorgedacht Anzustrebendes verzichten. Und erst dadurch wird es dem Klienten möglich, seine gewohnte Realität behutsam zu dekonstruieren und sich der ‚Krise im Container‘ auszusetzen, wie das in der Dialogarbeit heißt“ (123).
Auch Klaus Eiderschink spricht sich – bei allem Respekt – für eine Relativierung der unbedingten Lösungsorientierung aus:„Insbesondere dienen die im Coaching eingebrachten Ziele häufig dazu, unangenehme Selbstwahrnehmungen besser ausschließen und verdrängen zu können“ (157). In ihrem – im übrigen eher langweiligen Aufsatz – halten Sabine Dembkowski und Fiona Eldridge dagegen:„Es gibt kein Coaching ohne systematisches Vorgehen und klare Zielverfolgung“ (169). Die Frage wäre ein eigenes Themenheft wert.
Zu den vollständigen abstracts dieser Ausgabe
Anlassfreie Beratungsarbeit oder klare Zielverfolgung?
6. August 2006 | Keine Kommentare