systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

systhema 2017

Heft 1

Loth, Wolfgang (2017): „Mitten im Leben.“ Ein Nachruf auf Ursel Winkler *20.08.1964 †01.12.2016. In: systhema 31 (1): 5-6.

Hennecke, Cornelia (2017): Nachruf auf Gisela Osterhold. In: systhema 31 (1): 7-8.

Schlippe, Arist von (2017): Beziehung an den Grenzen. Die Paarbeziehung im Werk der Künstler Auguste Rodin und Edgar Degas. In: systhema 31 (1): 9-24.

abstract: Obwohl sie Zeitgenossen waren und die Kunstgeschichte bis in die Gegenwart hinein geprägt haben, waren Rodin und Degas als Künstler sehr unterschiedlich. Der Text betrachtet das Werk der beiden unter einem spezi schen Blickwinkel: die im Werk der beiden Männer vermittelten Bilder von Paarbeziehungen und darüber hinaus generell vom anderen Geschlecht werden diskutiert. Es zeigen sich zwei extreme Formen: das Thema der idealisierenden Verschmelzung zwischen Mann und Frau bei Rodin, das des Betrachters, der sich der Frau nur beobachtend nähert, bei Degas. Beide, so die Schlussfolgerung, die auch ihre persönliche Geschichte jeweils mit einbezieht, haben einen wichtigen Aspekt von Partnerschaft nicht gelebt: die Ent- scheidung für eine lebenslange Bindung an einen anderen Menschen.

Schindler, Hans (2017): „Die systemische Familiendynamikaufstellung nach Bert Stierlinger wird nicht bezahlt“. Wohin bewegen sich die Familienaufsteller? In: systhema 31 (1): 25-33.

abstract: Der diesem Beitrag vorangestellte Ausspruch entstammt einem Gespräch mit einem Krankenkassen-Mitarbeiter, der wegen der Kostenübernahme für etwas ganz anderes, nämlich eine Systemische Familientherapie, befragt worden war (Reitz, 2014, S. 147). Die in diesem Satz zu Tage tretende Verwirrung gehört in der Fachöffentlichkeit längst der Vergangenheit an, doch Ende der 1990er-Jahre und Anfang dieses Jahrhunderts waren derartige Unklarheiten auch dort durchaus verbreitet. Dieser Beitrag zeichnet den Prozess des Familienstellens in den letzten zwei Jahrzehnten nach. Er ist Teil der Geschichte der Systemischen Therapie, kann aber auch als Beispiel dafür betrachtet werden, wie Therapieschulen versuchen, sich von auf den ersten Blick abseitigen Ideen abzugrenzen, die ihnen angedient werden, oder sie zugleich zumindest teilweise zu integrieren.

Finkbeiner, Jörg (2017): „Endlich hast du gesehen, was ich meinte!“. Wenn reden alleine nicht mehr ausreicht – Erfahrungsorientierte systemische Paar- und Familienberatung. In: systhema 31 (1): 34-47.

abstract: Wie begleitet man Eltern, die schon alles kennen, beratungsmüde sind oder sich zur Zusammenarbeit genötigt fühlen? Hier ist der Wunsch groß, eine Methode zu kennen, die überrascht, Spaß macht und anders ist als alles, was bisher in der Familienberatung eingesetzt wird. Die erfahrungsorientierte systemische Familienberatung (ESFB) ist eine neu entwickelte Methode, bei der Familien auf spielerische Art innerfamiliäre Prozesse erkennen können. Sie lädt ein, neue Umgangsformen auszuprobieren. Eltern schätzen an der Methode die Alltagsnähe und können oftmals die selbst gewonnenen Erfahrungen gut umsetzen. An einem Beispiel aus der Praxis wird die Methode vorgestellt und praxisnah erläutert.

Gonther, Uwe, Hans Schindler & Rose Schindler (2017): Interview mit Herrn Prof. Dr. Uwe Gonther, Ärztlicher Direktor am Ameos Klinikum Dr. Heines in Bremen durchgeführt von Rose und Hans Schindler. In: systhema 31 (1): 48-61.

Pannen-Burchartz, Angelika (2017): Meine Wahrheit, deine Wahrheit. Über Kontingenz im Geschlechterverhältnis. In: systhema 31 (1): 62-68.

abstract: Die Anfänge der Familientherapie in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts sind besonders gekennzeichnet durch die Pionierarbeit von Virginia Satir (1972). Sie schuf eine humanistische, wachstumsorientierte Familientherapie. Kennzeichnend ist ihr Blick auf den Selbstwert und die kongruente Kommunikation. Im Laufe der Jahre etablierte sich die Systemische Familientherapie in der Praxis und Lehre mit dem Blick auf die Wechselwirkungen zwischen Systemmitgliedern und interpersonellen Mustern. In den 80er-Jahren kam es unter der Überschrift „Kybernetik II“ zu einer nachhaltigen Richtungsänderung. TherapeutInnen beschlossen, Theorien aus der Biologie, der Philosophie und der Soziologie zur Reflexion und zur Neuorientierung ihres therapeutischen und beraterischen Tuns zu nutzen. Die Theorien der autopoietischen Systeme und die Systemtheorie des Soziologen Niklas Luhmann haben nachhaltige Wirkungen auf die systemische Lehre, auf das Verständnis der psychotherapeutischen Praxis und auf die Identität des Therapeuten entfaltet. Diese Neuorientierung lässt sich als „konstruktivistische Wende“ in der Systemischen Therapie bzw. Familientherapie bezeichnen. Zu ihr gehört auch der Einbezug des soziologischen Begriffs der Kontingenz nach Niklas Luhmann. Kontingenz soll hier unter dem Aspekt „Meine Wahrheit – deine Wahrheit. Kontingenz im Geschlechterverhältnis“ diskutiert werden. Selbstverständlich kann ich dieses weite Feld im Rahmen eines kurzen Artikels nur ansatzweise skizzieren.

Lieb, Hans (2017): Kontingenz und Gewissheit: Welchen Platz hat Gewissheit in der systemischen Praxis? Ein Plädoyer für die Unterscheidung zwischen Theorie und Handlungsanweisung. In: systhema 31 (1): 69-73.

abstract: Ich unterscheide im Folgenden zwischen Systemtheorie und systemischer Praxis. Letztere muss sich mit Ersterer beschreiben und begründen lassen. Zum Teil kann Letztere auch direkt aus Ersterer abgeleitet werden: Aus der Systemtheorie wurden viele kreative und erfolgreiche Methoden abgeleitet: Reframing, Wunderfrage, paradoxe Interventionen usw. Es gibt auch Ansätze, die in der Systemtherapie die Anwendung der systemischen Erkenntnistheorie in der Praxis sehen: Dekonstruktion von Landkarten, Aufzeigen von neuen Optionen. Das alles ist unbestritten. Und das muss ich für systemische Zuhörer (oder Leser) nicht weiter ausführen. Allerdings gebe ich zu bedenken: manche dieser Methoden haben auch andere Therapieschulen entwickelt und aus einer anderen Theorie abgeleitet, zum Beispiel gibt es die Wunderfrage auch in der Verhaltenstherapie. Warum nun hilft es vor diesem kurz umrissenen Hintergrund, zwischen Systemtheorie und systemischer Praxis oder Systemtherapie zu unterscheiden?

Molter, Haja (2017): Wenn Wahrheit die Erfindung eines Lügners ist, dann ist Heinz von Foerster ein Lügner. In: systhema 31 (1): 74-80.

Schindler, Hans (2017): In der wunderschönen Zeit dazwischen (7). In: systhema 31 (1): 81-89.

abstract: Vor knapp zwei Jahren hatte das IQUIG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) nach der Beauftragung durch den Unterausschuss Methodenbewertung des G-BA zur Begutachtung der Systemischen Psychotherapie bei Erwachsenen sein Stellungnahmeverfahren abgeschlossen und mit der Erarbeitung einer Begutachtung begonnen. Diese Begutachtung war die erste Bewertung eines Psychotherapieverfahrens durch dieses Institut. Häufigste bisherige Aufgaben waren Stellungnahmen zu neuen Arzneimitteln. Im Sommer letzten Jahres (2016) ist nun der Vorbericht erschienen. Mit mehr als 700 Seiten ist das Werk mehr als umfänglich.

Klink, Andreas (2017): Rezension – Kirsten von Sydow (2015). Systemische Therapie. München (Ernst Reinhardt Verlag). In: systhema 31 (1): 90-91.

Tsirigotis, Cornelia (2017): Rezension – Ulrich Tiber Egle, Peter Joraschky, Astrid Lampe, Inge Seiffge-Krenke & Manfred Cierpka (2016): Sexueller Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung. Erkennung, Therapie und Prävention der Folgen früher Stresserfahrungen. 4. überarb. und erweiterte Auflage. Stuttgart (Schattauer). In: systhema 31 (1): 91-92.

Tsirigotis, Cornelia (2017): Rezension – Franziska Vogt-Sitzler, Wilhelm Körner & Manfred Vogt (2017): Das Okay und Hey-Stopp!-Spiel. Das Spiel für Psychotherapie mit übergriffigem Verhalten. Manfred Vogt Spieleverlag in Kooperation mit Ravensburger. In: systhema 31 (1): 93-94.

Tsirigotis, Cornelia (2017): Rezension – Axel Rachow & Johannes Sauer (2015): Der Flipchart-Coach. Pro-Tipps zum Visualisieren und Präsentieren am Flipchart. Bonn (Managerseminare). In: systhema 31 (1): 94-95.

Tsirigotis, Cornelia (2017): Rezension – Arist und Björn von Schlippe (2016). Paradoxe Momente. und verwirrte Beziehungen. Stuttgart (Klett-Cotta). In: systhema 31 (1): 95-96.


Heft 2

Kleve, Heiko (2017): Die Wechselseitigkeit von Geben und Nehmen. Netzwerke als soziale Systeme. In: systhema 31 (2): 110-121.

abstract: Auf der Basis der Systemtheorie werden Vernetzung und Netzwerke als soziale Systeme beschrieben und wie gesellschaftliche Funktionssysteme erklärt. Denn soziale Netzwerksysteme gründen auf einem Erfolgsmedium der Kommunikation, nämlich auf Reziprozität, sind durch die Wechselseitigkeit von Geben und Nehmen codiert und entwickeln eine eigene Selbstorganisation (Autopoiesis), die bestimmte Personen einbezieht und andere ausschließt.

Weinblatt, Uri (2017): Sorry is the hardest word: Wie man Entschuldigungen nutzt, um Schamgefühle in Beziehungen zu mindern. In: systhema 31 (2): 122-135.

abstract: Scham ist eine häufige und schmerzhafte Emotion, die im alltäglichen Leben entsteht, wenn Menschen sich verletzt, herabgesetzt, nicht respektiert oder von anderen ignoriert fühlen. Obwohl Entschuldigungen eine der wirksamsten Interventionen sind, um Scham in Beziehungen zu reduzieren, werden sie nicht oft genug geäußert oder wenig effizient genutzt. In diesem Artikel werden die Hindernisse beschrieben, die Menschen davon abhalten, sich erfolgreich zu entschuldigen, und es wird untersucht, wie eine angemessene Entschuldigung die eigene Scham, Schamgefühle in einer Beziehung oder die anderer Personen regulieren kann. Um diese Ziele zu erreichen, sollten Therapeuten die Täter/Opfer-Unterscheidung überwinden und stattdessen auf Entschuldigungen als Mittel zur Schamregulierung fokussieren.

Hüdepohl, Sibylle & Martin Steinkamp (2017): Fest verankert – Vernetzung in der Jugendhilfe Hagen. In: systhema 31 (2): 136-146.

abstract: Vernetzung gehört in der Sozialraum- und Lebensweltorientierung zu den zentralen Leitideen, wenn es um Fragen der Ausgestaltung und Ausrichtung von Jugendhilfe geht. Wir beschreiben nachfolgend unsere vernetzenden Aktivitäten als Verknüpfung zwischen Akteuren und auch Konzepten. Die Art der Vernetzung haben wir auf Unterschiedlichkeit hin reflektiert als Prozess vom ICH zum WIR beschrieben. Und wir nehmen eine Bewertung vor, worin wir sowohl den Nutzen als auch die Hürden sehen. Die meisten der beschriebenen Aktivitäten haben wir im gemeinsamen Tun als Leitung des Beratungszentrums Rat am Ring realisiert. Unsere Beheimatung in unterschiedlichen Professionen scheint in einzelnen Textpassagen durch.

Klink, Andreas & Thomas Rüth (2017): Bündnisse in kriminalpräventiven Netzwerken. In: systhema 31 (2): 147-161.

abstract: Der Artikel beruht auf einem Workshop und einem Vortrag während der Tagung „Kluge Wege der Vernetzung“ vom 2. bis 4. März 2017 an der Universität Witten/Herdecke. Er beschreibt die Etablierung von Vernetzungs- und Bündnisstrukturen anhand eines spezifischen kriminalpräventiven Netzwerks, das seit 2011 in einem Essener Stadtteil entstanden ist. Meilensteine bei der Etablierung dieses Netzwerks sind zum einen eine aufsuchende Befragung und zum anderen der daraus resultierende Aufbau des Netzwerkes und die langjährige Kooperation der Netzwerkpartner im Rahmen von Maßnahmen, Aktionen und Interventionen.

Meng, Reinhard (2017): Die „präsente“ Führungskraft in Verbindung mit dem Konzept der Professionellen Präsenz und dem Modell der Neuen Autorität. In: systhema 31 (2): 162-166.

abstract: Die in diesem Beitrag beschriebene Verbindung von Führungsverständnis und Unternehmenskultur mit dem Konzept der Elterlichen und Professionellen Präsenz bezieht sich auf einen Vortrag, den der Autor im Rahmen der Tagung „Kluge Wege der Vernetzung – Elterliche und Professionelle Präsenz“ vom 2. bis 4.03.2017 an der Universität Witten/Herdecke gehalten hat. Die Evangelische Jugendhilfe Iserlohn-Hagen (gegr. 1776) ist eine Einrichtung mit ca. 450 Mitarbeitern, die in den unterschiedlichen Feldern der Jugendhilfe Erziehung, Beratung, Betreuung und Förderung anbietet. Seit ca. vier Jahren beschäftigt sich die EJH intensiv mit dem Konzept der Elterlichen und Professionellen Präsenz mit dem Ziel der Implementierung und Etablierung dieses Konzepts in das gesamte Unternehmen. In diesem Artikel erläutert der Autor die Möglichkeiten, innerhalb eines Unternehmens anhand des Modells der Neuen Autorität ein Konzept von Führungsverständnis und daraus abzuleitenden Handlungen zu entwickeln.

Förster, Jens (2017): Bericht über die Tagung Kluge Wege der Vernetzung – Elterliche und Professionelle Präsenz in Witten/Herdecke (2. bis 4. März 2017). In: systhema 31 (2): 167-177.

abstract: Dies ist ein Bericht der Tagung „Kluge Wege der Vernetzung – Elterliche und Professionelle Präsenz“ in Witten/Herdecke, in dem es vor allem um die Standortbestimmung und die Reichweite des Konzepts der Präsenz geht. Einige Vorträge werden kurz zusammengefasst.

Hüdepohl, Sibylle (2017): Strickmuster. Präsenz als Orientierung für Supervision. In: systhema 31 (2): 178-184.

abstract: Das Konzept der Präsenz wird normalerweise im Bezug auf elterliches Verhalten und auch professionelles Handeln differenziert diskutiert. Jedoch wirkt Präsenz auch in die Supervision, als Reflexionsraum für diese Dimensionen, hinein. Aus meiner supervisorischen Praxis heraus verbinde ich beide Stränge mit Blick auf die Haltung und auf das Tun.

Omer, Haim & Arist von Schlippe (2017): Gestern, Hier und Morgen der „Neuen Autorität“. Ein Interview-Spiel mit Haim Omer und Arist von Schlippe. In: systhema 31 (2): 185-190.

Schilling, Caroline (2017): Let’s talk about. life! Wie sexy darf, soll oder muss Systemische Beratung und Therapie sein? In: systhema 31 (2): 191-203.

abstract: Der Artikel beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit Sexualität als Basis der menschlichen Lebendigkeit Eingang ndet in systemische Beratungs-, Therapie- und Supervisionsprozesse. Hierfür werden soziokulturelle Konstruktionen zu sexuellem Verhalten, die Emergenz sexueller Identitäten sowie Kommunikationsmuster hierüber in den Blick genommen. Befragt werden die Möglichkeiten zur Entwicklung einer professionellen Persönlichkeit unter Einbezug der eigenen sexuellen Sozialisation und Identität der systemisch Beratenden auch in Hinblick auf die Ausbildungsinhalte Systemische Beratung und Systemische Therapie.

Loth, Wolfgang (2017): Rezension – Wilhelm Rotthaus (2017): Suizidhandlungen von Kindern und Jugendlichen. Heidelberg (Carl-Auer). In: systhema 31 (2): 204-205.

Warning-Peltz, Sophie (2017): Rezension – Thomas Köhler-Saretzki & Anika Merten (2017). Wo ist Wilma? Ein Bilderbuch über Bindungsmuster. Köln (Balance buch + medien). In: systhema 31 (2): 205-206.

Crone, Ilke (2017): Rezension – Hans Hopf (2017). Flüchtlingskinder – gestern und heute. Eine Psychoanalyse. Stuttgart (Klett-Cotta). In: systhema 31 (2): 206-207.

Loth, Wolfgang (2017): Rezension – Karin Martens-Schmid (2016). Wo Coaching zu Hause ist. Beratungsräume und ihre Gestaltung im kulturell-gesellschaftlichen Kontext mit Fotogra en von Olaf Pascheit. Wiesbaden (Springer). In: systhema 31 (2): 207-208.

Crone, Ilke (2017): Rezension – Holger Lindemann (2016). Die große Metaphern-Schatzkiste – Band 2: Die Systemische Heldenreise. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: systhema 31 (2): 208-209.


Heft 3

Pelzer, Kurt (2017): 30 Jahre in vier Schritten – Zum Jubiläum der systhema. In: systhema 31 (3): 231-240.

abstract: Zum 30-jährigen Jubiläum der Zeitschrift systhema führt eine kleine Zeitreise in vier Schritten von der Gründungsausgabe 1987 über das jeweils erste Heft der Jahre 1997, 2007 zum Jahr 2017. Dabei werden aus den vier Heften verschiedene Artikel ausgewählt, die in ihrer Art die Entwicklung systemischer Ansätze über die Zeiten stellvertretend widerspiegeln. Die konzeptionellen oder auch sprachlichen Veränderungen in den Fachartikeln sind beeindruckend und manche ältere wirken aus heutiger Sicht vielleicht kurios. Weitere Perspektiven auf die 30-jährige Geschichten der systhema werden durch die Betrachtung ausgewählter Vorworte, Anzeigen oder Rezensionen etc. eröffnet.

Kriz, Jürgen (2017): Zum 30. Geburtstag von systhema. In: systhema 31 (3): 241-144.

abstract: In diesem kurzen Beitrag anlässlich des 30. Jubiläums von systhema wird zunächst betont, dass mit der Zeitspanne von 30 Jahren typischerweise eine Generation beschrieben wird. Davon ausgehend wird der Frage nachgegangen, was wohl die systhema in dieser Generation erlebt haben mag und welche Merkmale sie in adaptiver Passung an die Herausforderungen des sozialen Mikrosystems (IF Weinheim) und des Makrosystems (der systemischen Szene) entwickelt hat. Mit einem Blick auf die Zukunft und die Erfordernisse für die „nächste Generation“ der systhema wird an die Fähigkeit zur Adaptation an sich verändernde Bedingungen hingewiesen, welche den systemischen Ansatz besonders kennzeichnen. Diese Fähigkeit wird in dem sich beträchtlich verändernden Gesundheitssystem und den sozialrechtlichen Kontexten vermutlich besonders herausgefordert werden.

Klink, Andreas (2017): 30 Jahre systhema. In: systhema 31 (3): 245-253.

abstract: Der Artikel wirft einen Blick in das systhema-Archiv und berichtet über den Weg vom Weinheimer Rundbrief bis zum Ende der dritten Dekade von systhema-Ausgaben. Es werden für jede Dekade typische systhema-Inhalte, Themenhefte und Sonderhefte beschrieben. Zudem finden eine Reihe von Veränderungen Erwähnung, die sowohl das äußere Erscheinungsbild der Zeitschrift als auch Inhalte und die Redaktion betreffen.

Levold, Tom (2017): systhema(ische) Vielfalt. Eine Gratulation zum 30. Jubiläum. In: systhema 31 (3): 254-256.

Borst, Ulrike (2017): Trau keinem über 30 – außer der systhema, die schon immer vertrauenswürdig unorthodox war! In: systhema 31 (3): 257-258.

Hargens, Jürgen (2017): Glückwunsch. In: systhema 31 (3): 259-259.

Willke, Helmut (2017): Systemische Überlastung durch Komplexität – Gründe und Hintergründe. In: systhema 31 (3): 260-269.

abstract: Der Artikel beschreibt zunächst die gegenwärtigen Transformationen, primär Globalisierung und Wissensgesellschaft, welche die Grundlagen einer qualitativ neuen Stufe gesellschaftlicher Komplexität bilden. Danach werden die drei Ebenen Person, Organisation und Gesellschaft jeweils darauf hin geprüft, welche Momente der gesellschaftlichen Veränderungsdynamik eine neue Situation der Überforderung schaffen. Der Schlussabschnitt skizziert knapp einige Folgerungen für Beratung, Supervision und Coaching.

Erbring, Saskia (2017): Gesunde inklusive Schulentwicklung: Ressourcen und Entwicklungsimpulse zur Leitung inklusiver Schulen. In: systhema 31 (3): 270-280.

abstract: Der Beitrag beschreibt aus einem systemischen Blickwinkel Ressourcen, die von Schulleitungen und/oder bei der Schulleitungsberatung zur Umsetzung schulischer Inklusion eingesetzt werden können, um die Prozesse gesund zu gestalten. Dazu werden zunächst ein Konzept systemischer Organisationsentwicklung auf schulische Entwicklungsprozesse angewandt und Gesundheitsressourcen aus organisationalen Entwicklungsmöglichkeiten, Möglichkeiten schulinterner Teamentwicklung und der Salutogenese (einem Konzept aus der Gesundheitsforschung) beschrieben. Den Abschluss bildet ein methodisches Statement mit Ergebnissen aus einer Schulleitungsqualifizierung.

Kowitz, Matthias (2017): Alles besteht aus Geschichten. Gedanken zu einer systemischen Haltung. In: systhema 31 (3): 281-285.

abstract: Der folgende Beitrag setzt sich mit der Frage nach unseren Möglichkeiten zur Initiierung einer systemischen Haltung auseinander. Haltung wird als nur bedingt übertragbar und vermittelbar bewertet und daher einzig auf der Grundlage des Erkennens als erfahrbar beschrieben. Zu diesem Zwecke streift der Text sowohl Platons metaphysische Ideen über die Begrenzungen unserer Logik, unseres Denkens sowie auch die von George Spencer-Brown entwickelte Unterscheidungstheorie und führt Haltung auf die fundamentalen Operationen des Beobachtens, auf das basale Unterscheiden und Beschreiben unserer Welt zurück.

Schlippe, Arist von (2017): Psychologische Gedanken über Lügen, Lebenslügen und Selbstbetrug. In: systhema 31 (3): 286-290.

abstract: Die Lüge ist ein kommunikationstheoretisch hochinteressantes und komplexes Thema. Denn ein Begriff wie Vertrauen braucht die Möglichkeit der Lüge, ohne diese ist er nicht denkbar. Die Forderung nach völliger Aufrichtigkeit wäre daher in letzter Konsequenz totalitär und würde Kommunikation zerstören. Insbesondere gelten diese Überlegungen auch für die Frage der Lüge sich selbst gegenüber, also des Selbstbetrugs.

Schneider, Juliane (2017): „. hab keine Angst“, sprach die Angst. In: systhema 31 (3): 291-304.

abstract: Angststörungen und angst-assoziierte Erkrankungen nehmen in unserer Gesellschaft zu. Als Systemischer Therapeut ist man auf vielerlei Weise mit Angstpatienten konfrontiert. Die Abschlussarbeit „. hab keine Angst, sprach die Angst“ von Juliane Schneider stellt dem Modell von der „Angst als Störung“ ein anderes, positiveres Bild von der Angst entgegen. Aus Sicht der Autorin sollte die Angst nicht abgewiesen oder verdrängt werden, sondern vielmehr erkannt und wertgeschätzt werden. Therapeutisches Werkzeug der Autorin ist u.a. die hypnosystemische Therapie. Die Arbeit enthält neben einer theoretischen Einführung eine Reihe von Beispielen und Fallbesprechungen aus der Praxis der Autorin.

von der Recke, Tobias (2017): Stärke statt Macht – Ist Haim Omers Konzept systemisch? In: systhema 31 (3): 305-314.

abstract: Um den Ansatz Haim Omers zu veranschaulichen, beschreibt der Autor zunächst ein Beispiel aus seiner familientherapeutischen Praxis. Danach plädiert er für die Aufnahme Haim Omers in die Hall of Fame und lässt nacheinander prominente Vertreter auf der Bühne auftreten. Sie alle haben die Entwicklung der Familien- und Systemischen Therapie wesentlich beeinflusst.

Manchen, Hannah (2017): „Soll ich’s wirklich machen oder lass ich’s lieber sein?“ – Umgang mit „Widerständen“ gegenüber Veränderung in therapeutischen Prozessen. In: systhema 31 (3): 315-325.

abstract: Der Artikel beschäftigt sich mit dem Thema der Dynamik von Verändern und Bewahren und widmet sich der Frage nach dessen Rolle in Beratungs- und Therapieprozessen sowie möglichen Herausforderungen. Nach einer kurzen theoretischen Einführung zum Thema anhand der Darstellung der Ambivalenz-Wippe werden Überlegungen bezüglich möglicher „Widerstände“ gegen Veränderungsinterventionen beschrieben und Hypothesen hinsichtlich der verschiedenen Aspekte (und Akteure) der Ambivalenzen gewonnen. Der Artikel schließt ab mit der Zusammenstellung eines eigenen kleinen Leitfadens, dessen Aspekte in der (systemischen) therapeutischen Arbeit hinsichtlich des Leitthemas eine hilfreiche Rolle spielen können.

Schuster, Eva (2017): Die Führungskraft im Karussell. In: systhema 31 (3): 326-335.

abstract: Der folgende Text ist eine erfahrungsbasierte Gebrauchsanweisung für die Umsetzung des Auftragskarussells im Führungskräftecoaching. Es geht um den Brückenschlag zwischen einer Methode aus dem psychologisch-systemischen Kontext und der Realität einer Zielgruppe, deren äußere Steuerungsmuster von Effizienz, Macht, Druck und zunehmender Agilität gekennzeichnet sind. Wie leben und erleben Führungskräfte die Herausforderungen ihrer Rolle und warum kann der Einsatz des Auftragskarussells ihren und sogar den Alltag ihrer Mitarbeiter/-innen verbessern?

Omalar, Nezire (2017): Systemische Methoden als Anregung für das Team einer Frühförderstelle zur Anwendung in der Elternarbeit und für die Fallbesprechung im Team. In: systhema 31 (3): 336-341.

abstract: Die Autorin, Mitarbeiterin einer städtischen Familienberatungsstelle, beschreibt die gelungene Kooperation mit einer Einrichtung aus dem Bereich der Frühförderung. Im Rahmen einer dreistündigen Fortbildung zum Thema Systemischer Ansatz konnten Fachkräfte eines Familienzentrums Anregungen für die Arbeit mit Eltern sehbehinderter Kinder gewinnen. Darüberhinaus wurde die Zusammenarbeit mit der Familienberatungsstelle intensiviert.

Westphal, Juliane (2017): Systemisch im Vorübergehen. Das Rezept vom Nicken, Lächeln, Loben, Danken. In: systhema 31 (3): 342-343.

abstract: Für viele von uns ist Weihnachten nach wie vor das Fest der Liebe und Besinnlichkeit, der gegenseitigen Wertschätzung und der Dankbarkeit. Die Vorfreude beginnt häufig schon einige Wochen zuvor. Wenn aber ganz offensichtlich die Sehnsucht und das Bedürfnis nach diesen Idealen so groß ist, wäre es dann nicht brillant, diese auch in unser alltägliches Leben bewusst zu integrieren? Für diese Perspektive möchte uns der Artikel mit einer schlichten, aber wirkungsvollen systemischen Methode begeistern: Nicken, Lächeln, Loben, Danken. Kleine Gesten mit großer Wirkung und garantiert ganzjährig anwendbar.

Molter, Haja (2017): Rezension – Mario Schatta (2017). Geschichten wirken. Ein Methoden- und Praxisbuch für die hypnosystemische Arbeit. Berlin (Wichern). In: systhema 31 (3): 344-344.

Krassowka, Annette (2017): Rezension – Jan Weinhold, Annette Bornhäuser, Christina Hunger & Jochen Schweitzer (2014): Dreierlei Wirksamkeit. Die Heidelberger Studie zu Systemaufstellungen. Heidelberg (Carl-Auer). In: systhema 31 (3): 345-346.

Schuh, Karin (2017): Rezension – Johannes Storch, Corinne Morgenegg, Maja Storch & Julius Kuhl (2016): Ich blicks. Verstehe dich und handle gezielt. Göttingen, Bern (Hogrefe). In: systhema 31 (3): 346-347.

Czauderna, Theres (2017): Rezension – Dagmar Kumbier (2016): Aufstellungsarbeit mit dem inneren Team. Methoden- und Praxisbuch für Gruppen. Stuttgart (Klett-Cotta). In: systhema 31 (3): 347-348.

Kandziora, Elisabeth (2017): Rezension – Roman Hoch (2017): 400 Fragen für systemische Beratung und Therapie. Von Auftragsklärung bis Möglichkeitskonstruktion. Weinheim (Beltz). In: systhema 31 (3): 348-349.

Pestinger, Martina & Christopher Klütmann (2017): Kam_ingespräch Come_In – The evening network society. Come_In_Gespräch mit Tom Levold am 23.06.2017 in Köln am Dom, im Café Solution Space. In: systhema 31 (3): 350-352.

Dahm-Mory, Claudia (2017): „Das Spannungsfeld Mensch und Organisation“ – Bericht über das 2. Symposium zur Praxis systemischer Konfliktberatung in Organisationen „Das Spannungsfeld Mensch und Organisation“ vom 28. bis 30.6.2017 an der Universität Witten/Herdecke. In:systhema 31 (3): 353-355.

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