systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen

Kontext 2014

Heft 1

Bauer, Petra, Tom Levold, Dörte Foertsch & Wolf Ritscher (2014): Editorial: Qualitative Forschung in der systemischen Therapie und Beratung. In: Kontext 45 (1): 3-6.

Vogd, Werner (2014): Problematische Selbstverhältnisse und Vermittlung. Qualitative Therapieforschung als Rekonstruktion der Reflexionsverhältnisse. In: Kontext 45 (1): 7-22.

abstract: Eine qualitative Psychotherapieforschung hat die Chance, die Selbstorganisation psychischer und sozialer Prozesse in den Blick zu nehmen, um auf diesem Wege ein fundiertes Verständnis der systemischen Dynamiken von Psychotherapie zu entwickeln. In diesem Beitrag wird mit dem Konzept der Polykontexturalität eine methodologische Perspektive eingeführt, mittels der sich therapeutische Prozesse auf Basis der Reflexionsverhältnisse »Ich«, »Selbst«, »Körper« und »Gesellschaft« rekonstruieren lassen. Mit Gotthard Günthers Reflexionslogik wird ein Analyserahmen vorgestellt und am Beispiel einer Patientin vorgeführt, die ihrePsychiatrieerfahrungen zunächst nicht integrieren kann, dann aber über ein Beziehungsangebot lernt, ein kritisch-reflexivesVerhältnis zu sich selbst zu entwickeln.

Kirschenhofer, Sabine & Verena Kuttenreiter (2014): »Doing gender«: Ergebnisse einer qualitativen Untersuchung. In: Kontext 45 (1): 23-36.

abstract: Welche Interaktionen und Performanzen von »doing gender« werden im paartherapeutischen Raum sichtbar, wenn wir die Scheinwerfer darauf richten?Wie wirken wir als Psychotherapeut/-innen an der Aufrechterhaltung oder Veränderung von Vorstellungen über »Weiblichkeit« und »Männlichkeit« mit? Welchen Einfluss haben herrschende Geschlechterdiskurse auf unser Tun? Anhand von drei paartherapeutischen Sitzungen haben wir uns den Luxus geleistet, mithilfe der Methodik der qualitativen Sozialforschung genau hinzusehen. Wir untersuchten nach dem Verfahren der Konversationsanalyse transkribierte Textpassagen und nutzten auch die Videos der Sitzungen als Datenmaterial; ein Interpret(inn)enteam unterstützte uns bei dieser Arbeit, um die intersubjektive Qualität der Ergebnisse zu verdichten. Mit diesem Artikel zeigen wir zum einen unser Forschungsdesign und zeichnen unsere methodische Vorgehensweise nach, um vielleicht weitere Forschungen im psychotherapeutischen Feld oder gar zu der Thematik des Geschlechterverhältnisses anzuregen; zum anderen stellen wir einige unserer Ergebnisse inklusive Schlussfolgerungen für die Praxis zur Verfügung.

Weinhardt, Marc (2014): Beraterische Basisqualifikation im Studium? Eine qualitative Längsschnittstudie zum Beratungskompetenzerwerb an der Hochschule. In: Kontext 45 (1): 37-51.

abstract: Der Artikel beschreibt ein Modellprojekt zur Vermittlung basaler Beratungskompetenz an der Hochschule. Die teilnehmenden Studierenden erwerben im Rahmen eines fertigkeitsorientierten Ansatzes erste beraterische Techniken und Methoden vorwiegend aus dem Bereich der systemischen Beratung und wenden diese im geschützten Rahmen der Mailberatung unter der ständigen Supervision erfahrener Fachkräfte in einem studienbegleitenden Praktikum an. Die Begleitforschung in Form von narrativen Interviews und einem standardisierten Fallszenario macht die ablaufenden Kompetenzerwerbsprozesse sichtbar und stellt erste verallgemeinerbare Daten hinsichtlich der Beratungsausbildung an der Hochschule zur Verfügung.

Jellouschek, Hans, Petra Bauer & Marc Weinhardt (2014): Im Gespräch: Vom Froschkönig oder wie Paarbeziehungen gelingen. Ein Gespräch zwischen Hans Jellouschek, Petra Bauer und Marc Weinhardt. In: Kontext 45 (1): 52-72.

Foertsch, Dörte (2014): Mutig vor dem Spiegel. In: Kontext 45 (1): 73-74.

Foertsch, Dörte (2014): Stichwort: Patchworkfamilie. In: Kontext 45 (1): 75-77.

Baldauf-Himmelmann, Oda (2014): »Multiproblemfamilien« – Fragen und Antworten? Eine Arbeitstagung in Berlin. In: Kontext 45 (1): 78-83.

Merten, Thomas (2014): »Wenn das die Lösung ist, hätte ich gern mein Problem zurück«. Ein Fachtag der Deutschen Gesellschaft für systemische Soziale Arbeit. In: Kontext 45 (1): 84-86.

Rotthaus, Wilhelm (2014): Rezension – Bernd Reiners (2013): Kinderorientierte Familientherapie. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext 45 (1): 84-86.

Beushausen, Jürgen (2014): Rezension – Kurt Ludewig (2013): Entwicklungen systemischer Therapie. Einblicke, Entzerrungen, Ausblicke. In: Kontext 45 (1): 89-90.

Singe, Georg (2014): Rezension – S.C. Hayes & J. Lillis (2013): Akzeptanz- und Commitment-Therapie. München u. Basel (Reinhardt). In: Kontext 45 (1): 91-92.

Nowak, Wolfgang (2014): Rezension – J. Peichl (2012): Hypno-analytische Teilearbeit: Ego-State-Therapie mit inneren Selbstanteilen. Stuttgart (Klett-Cotta). In: Kontext 45 (1): 92-93.

Jaquet, Beate (2014): Rezension – H. Figdor (2012): Patient Scheidungsfamilie. Ein Ratgeber für professionelle Helfer. Gießen (Psychosozial-Verlag). In: Kontext 45 (1): 94-94.

Fischer, Iris (2014): Rezension – Michael Mary (2013): Ab auf die Couch! Wie Psychotherapeuten immer neue Krankheiten erfinden und immer weniger Hilfe leisten. München (Karl Blessing Verlag). In: Kontext 45 (1): 94-96.

Nazarkiewicz, Kirsten (2014): Rezension – Eric Lippmann (2013): Identität im Zeitalter des Chamäleons. Flexibel sein und Farbe bekennen. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext 45 (1): 96-98.

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Heft 2

Foertsch, Dörte, Petra Bauer, Tom Levold & Wolf Ritscher (2014): Editorial. In: Kontext 45 (2): 123-125.

Wetzel, Ralf & Frank E. P. Dievernich (2014): Der Gott des Gemetzels. Wie Organisationen und Familien auf modernen Gleichheitsdruck reagieren. In: Kontext 45 (2): 126-125.

abstract: In Organisationen findet man bekanntlich Semantiken, die stark an familiäre Kommunikation erinnern. Gleichzeitig stößt man in Familien zunehmend auf eine mehrwürdige Checklisten-, Zweck- und Zielkommunikation, die man eigentlich eher aus Organisationen kennt. Offenbar reagieren beide Systeme auf externe Reize, die ein solches gegenseitiges Kopierverhalten nahelegen. Dabei scheint Führung eine Rolle zu spielen, in beiden Kontexten ist sie schwieriger geworden und sucht nach Entlastungsmöglichkeiten. Dieser Text versucht die Hintergründe, die jeweilige Verwendungsweise und die Folgen des Einen im Anderen aufzuspüren und stellt die Kernfrage, was beide Systemtypen in ihremVerhalten eint.Wir wollen die These von Eva Illouz von der gegenläufigen Emotionalisierung des Kapitalismus einerseits und der Verökonomisierung von Intimsystemen andererseits mit einem systemtheoretisch inspirierten Blick auf die Rolle der Organisation aufgreifen und etwas präzisieren. Es soll der Versuch unternommen werden, zunächst die Logik von Familien mit jener von Organisationen zu vergleichen, das heißt ihre Ähnlichkeiten und Gegensätzlichkeiten aufzuspüren, um anschließend die gegenseitige Kopierthese zu prüfen und jenem »Gott« auf die Schliche zu kommen. Dafür wird eine inszenierte Krisensituation zweier Familien zum Anlass genommen, um spielerisch nach Analogien, Antinomien und Paradoxien beider Sozialverhältnisse zu suchen. Als Grundlage dient uns Yasmina Rezas »Gott des Gemetzels« in jener Fassung, die 2009 im Berner Stadttheater zu sehen war.

Munding, Kathrin & Petra Bauer (2014): Familiale Bedeutungskonstruktionen von Behinderung. In: Kontext 45 (2): 155-171.

abstract: Das Leben mit behinderten Kindern stellt Familien vor besondere Herausforderungen und Anpassungsleistungen. Dabei entwickeln Familien spezifische familiale Sinngebungen und Bedeutungen zur Behinderung ihres Kindes bzw. ihrer Kinder. Auf der Grundlage von familiengeschichtlichen Interviews mit drei Familien mit geistig behinderten Kindern werden Unterschiede im Erleben und Wahrnehmen von Behinderung und die damit verbundenen Erwartungen und Zuschreibungen an das soziale und professionelle Unterstützungssystem rekonstruiert. Als praktische Implikation wird dabei deutlich, dass gerade ein systemisch geprägter professioneller Umgang mit Behinderung dezidiert an diesen häufig implizit bleibenden familialen Sinngebungen ansetzen und diese als zentrale Ressource der Familie betrachten sollte.

Schindler, Herta (2014): Wenn die Wellen höher schlagen: Arbeit mit biografischen Aspekten in der Supervision. In: Kontext 45 (2): 186-201.

abstract: Wenngleich das Anliegen supervisorischer Arbeit darin besteht, das berufliche Handeln der Supervisanden zu reflektieren, beeinflusst deren biografischer Hintergrund ihre Sichtweisen grundlegend. Dies kann zu unbeabsichtigten Resonanzen zwischen beruflichen und biografischenWirkfeldern und in der Folge zu Eskalationsdynamiken führen. Anhand von Beispielen aus der Praxis gibt dieser Artikel Einblick in die Arbeit mit biografischen Aspekten in der Supervision als Methode der Entkopplung derWirkfelder, in deren Folge Selbststeuerung wieder möglich wird.

Foertsch, Dörte (2014): Tagungsbericht: Die 8. EFTA-Tagung in Istanbul: »Opportunities in a Time of Crisis: The Role of the Family«. In: Kontext 45 (2): 202-204.

Haun, Markus (2014): Rezension – Gerhard Dieter Ruf (2013): Einführung in die systemische Psychiatrie. Heidelberg (Carl-Auer). In: Kontext 45 (2): 206-207.

Schäkel, Stefan (2014): Rezension – Allen Frances (2013). Normal. Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen. Köln (DuMont). In: Kontext 45 (2): 207-209.

Brackrock, Christin (2014): Rezension – Michael Grabbe, Jörn Borke & Cornelia Tsirigotis (Hrsg.) (2013): Autorität, Autonomie und Bindung. Die Ankerfunktion bei elterlicher und professioneller Präsenz. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext 209-210.

Lesker, Anja (2014): Rezension – Günter H. Seidler (2013): Psychotraumatologie. Das Lehrbuch. Stuttgart (W. Kohlhammer). In: Kontext 45 (2): 210-211.

Hennig, Carsten (2014): Rezension – Jörg Heidig, Kim Oliver Kleinert, Thorsten Dralle & Marianne Vogt (2012): Prozesspsychologie. Wie Prozesse, menschliche Faktoren und Wissen im Unternehmensgeschehen zusammenwirken. Bergisch Gladbach (EHP – Verlag Andreas Kohlhage). In: Kontext 45 (2): 211-213.

Wackenroder, Sabine (2014): Rezension – Peter M. Wehmeier (2013): Erfolg ist, wenn es mir gut geht. Burnout vermeiden durch Selbstmanagement. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext 45 (2): 214-215.

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Heft 3

Ritscher, Wolf, Petra Bauer, Dörte Foertsch & Tom Levold (2014): Editorial: Kinderschutz. Systemische Beiträge und kritische Perspektiven. In: Kontext 45 (3): 243-246.

Ritscher, Wolf & Petra Bauer (2014): Verantwortung, Zuständigkeit, Hilfe und Kontrolle: Anmerkungen zur Verschiebung des Koordinatensystems im Kinderschutz. In: Kontext 45 (3): 247-254.

abstract: Warum reden wir aktuell so viel über den Kinderschutz? Wie immer gibt es auch hier mehrere Antworten. Erstens lässt sich ein Mehr an Information und Sensibilität für den Schutz von Kindern vor Gewalt und Vernachlässigung feststellen, zweitens hat im Zuge einer totalisierenden Medialisierung von Kultur und Politik die Skandalisierung konkreter Fälle von Gewalt und Vernachlässigung zugenommen und drittens gibt es eine Gruppe von Familien in prekären Lebensverhältnissen, denen von Wissenschaft, Politik und der Sozialarbeitspraxis ein höheres Risiko hinsichtlich des Kinderschutzes zugesprochen wird. Vor allem auf den zweiten und dritten Gesichtspunkt verweisen Anke Lingnau-Carduck und Rainer Orban sowie Bruno Hildenbrand in diesem Heft. Vor diesem Hintergrund erscheint uns ein kurzer stichwortartiger Blick auf diese Entwicklungen sinnvoll, die von Überlegungen zur aktuellen Situation von Familien in unserer Gesellschaft ausgehen.

Lingnau-Carduck, Anke & Rainer Orban (2014): Wer schützt die Schützenden? Ein etwas anderer Blick auf Kinderschutz. In: Kontext 45 (3): 255-264.

abstract: In der Diskussion um den Kinderschutz wird – mit Recht – viel über die Kinder, ihre Rechte und die Notwendigkeit, ihnen gute Startbedingungen zu schaffen, geredet und geschrieben. Kinderschutz passiert gleichwohl nicht durch das Organisieren von Prozessen, sondern wird von Menschen und durch Menschen gewährleistet. In diesem Beitrag wird ein umfassender Blick auf viele der Bedingungen geworfen, die erfüllt sein müssen, damit Fachkräfte ihrer verantwortungsvollen Aufgabe kraftvoll nachgehen können. Dabei stellen die beidenAutor/-innen auch heikle Fragen, wenn sie zum Beispiel den Versuch, mit immer mehr Kontrolle Kinderschutz zu gewährleisten, grundsätzlich hinterfragen und auf dieseWeise das Thema vomKopf auf die Füße stellen. Sie schließen ihren Beitrag mit klaren Hinweisen für den Hilfeprozess.

Rotthaus, Wilhelm (2014): Der Beitrag der Kinder- und Jugendpsychiatrie zum Kinderschutz. In: Kontext 45 (3): 265-278.

abstract: Die Kinder- und Jugendpsychiatrie kann – sei es ambulant oder stationär – einen wesentlichen Beitrag zum Kinderschutz leisten, wenn sie ihre Aufgabe darin sieht, Eltern dabei zu helfen, ihre Elternfunktion (wieder) erfolgreich wahrzunehmen, und Kinder sowie Jugendliche dabei unterstützt, in diesem Rahmen die eigenen Entwicklungsaufgaben nach ihrenMöglichkeiten möglichst gut zu bewältigen. Dazu ist es gegebenenfalls notwendig, dass in Kooperation mit dem Jugendamt ein Zwangskontext gestaltet wird, der eine solche Arbeit erst möglich macht. Ein besonderer Nutzen von kinder- und jugendpsychiatrischen Diagnosen für den Kinderschutz in den Systemen Jugendhilfe und Jugendpsychiatrie erscheint nicht erkennbar. Der Beitrag ist aus der Sicht des Autors geschrieben, der über lange Zeit ärztlicher Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie Viersen war.

Loch, Ulrike (2014): Emotionale Parentifizierung und Kinderschutz. In: Kontext 45 (3): 279-294.

abstract: Der Beitrag diskutiert destruktive emotionale Parentifizierung als dreigenerationelles Beziehungsmuster und dessenAuswirkungen auf den Kinderschutz für Kinder psychisch erkrankter Eltern.

Hildenbrand, Bruno (2014): Frühe Hilfen aus soziologischer Sicht. In: Kontext 45 (3): 295-310.

abstract: In diesem Beitrag wird der aktuelle Boom der Frühen Hilfen, der in Deutschland nach einigen Kinderschutzskandalen aufgekommen ist, abgehandelt. Zunächst wird die Dominanz der Medizin und Psychologie in diesem Feld diskutiert, danach wird der fehlende Respekt vor Klientinnen und Klienten thematisch, was sich darin manifestiert, dass junge Eltern unter den Generalverdacht der Kindeswohlgefährdung gestellt werden, besonders, wenn sie aus der Unterschicht (Prekariat) stammen. Dieser Beitrag schließt mit einem Plädoyer für das Wiedererstarken einer sozialpädagogisch begründeten Gemeinwesenarbeit.

Graumann, Heinz (2014): Multifamilientherapie verbindet – Familien, Schule, Klinik und Jugendhilfe. Die 6. Jahrestagung Multifamilientherapie an der schleswig-hosteinischen Ostseeküste. In: Kontext 45 (3): 311-314.

Schmidt-Keller, Barbara (2014): Tagungsbericht: Entdecke die Möglichkeiten: »re-source« in Zagora, Marokko. In: Kontext 45 (3): 315-317.

Schweitzer, Jochen & Christina Hunger (2014): Facilitating Change: Learning from the Past, Looking to the Future. Die 45. Jahrestagung der Society for Psychotherapy Research (SPR). In: Kontext 45 (3): 318-317.

Leid, S. (2014): Räuberatmosphärisches. Oder: Systemiker – eine Diagnose. In: Kontext 45 (3): 323-324.

Crone, Ilke (2014): Rezension – Michael Grabbe, Jörn Borke & Cornelia Tsirigotis (2013). Autorität, Autonomie und Bindung. Die Ankerfunktion bei elterlicher und professioneller Präsenz. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext 45 (3): 327-328.

Brächter, Wiltrud (2014): Rezension – Rüdiger Retzlaff (2013). Einführung in die systemische Therapie mit Kindern und Jugendlichen. Heidelberg (Carl-Auer). In: Kontext 45 (3): 328-329.

Pfrommer, Frieder (2014): Rezension – Christiane Lier (Texte) & Christiane Maschajechi (Illustrationen) (2010): Vom Tod der Mutter. Joschi, Caro und Eltigro in der Anderswelt. Stuttgart (Schweikert-Bonn-Verlag). In: Kontext 45 (3): 329-331.

Schatz, Renate (2014): Rezension – Konrad P. Grossmann (2012): Langsame Paartherapie. Mit einem Geleitwort von Ilse Gschwend. Heidelberg (Carl-Auer). In: Kontext 45 (3): 331-332.

Zech, Rainer (2014): Rezension – Martin Vogel (Hrsg.) (2013): Organisation außer Ordnung. Außerordentliche Beobachtungen organisationaler Praxis. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext 45 (3): 332-333.

Beushausen, Jürgen (2014): Rezension – Lothar Kuschnik & Arno Paschmann (2013): Therapie in Aktion. Joop Krops Aktionstherapie. Eine Behandlungsmethode für die Praxis. Bergisch-Gladbach (EHP – Edition humanistische Psychologie). In: Kontext 45 (3): 333-334.

ten Venne, Mario (2014): Rezension – Johannes Herwig-Lempp (2013): Resource-Oriented Teamwork: A Systemic Approach to Collegial Consultation. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext 45 (3): 335-336.

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Heft 4

Levold, Tom, Petra Bauer, Dörte Foertsch & Wolf Ritscher (2014): Editorial. In: Kontext 45 (4): 361-363.

Schneider, Christoph (2014): Jenseits von Sinn und Struktur: Zum therapeutischen Wert des Unbestimmten. In: Kontext 45 (4): 364-382.

abstract: »Sinn« und »Struktur« sind systemische Begriffe ersten Ranges. So ist es für systemische Ansätze wesentlich, Menschen als »sinnkonstruierende« Wesen zu begreifen. Mit »Struktur« wiederum wird die Relationalität beschrieben, in der sich Menschen in Beziehung zueinander befinden. Haben wir aber in unserem Leben nur dieWahl zwischen »Sinn« oder »Sinnlosigkeit«, zwischen »Struktur« oder »Strukturlosigkeit«? Der vorliegende Text will zeigen, dass diese Dichotomien nicht haltbar sind. Es gibt, so die These, Zwischenräume, die sich diesen starren Begriffspaaren entziehen und die womöglich von therapeutischem Nutzen sein können.

Wunderlich, Antonia (2014): Zwischen Expertise und Wertschätzung: Was Kunst-Dialoge mit Museumsbesuchern so lohnend macht. In: Kontext 45 (4): 383-401.

abstract: In diesem Artikel wird eine anregende Verbindung zwischen Kunst, Kunstbetrieb und systemischem Denken und Handeln hergestellt. Etwas abseits vom Mainstream systemischer Artikel wird nach einigen grundlegenden Bemerkungen zu Kultur und Kunst dargestellt, wie im Rahmen von Museumsführungen ein systemisches Herangehen behilflich sein kann, Menschen das Angebot einer etwas anderen Kunstwahrnehmung bieten zu können.

Enke, Axel (2014): Kinaesthetics: Die Verbindung von Bewegung und Beziehung. In: Kontext 45 (4): 402-415.

abstract: Kinaesthetics ist ein körperbezogenes Konzept zur differenzierten Eigenbeobachtung und Erforschung von Alltagsaktivitäten. Die Einnahme der Innensicht führt dabei zu interessanten Entdeckungen und Erweiterungen im Verstehen von Interaktionen. Dieser Zugang ermöglicht die Bearbeitung von Interaktionsphänomenen sowohl als Metapher als auch für konkrete Alltagsherausforderungen in professionellen Kontexten. Menschen gestalten Aktivitäten und damit auch Interaktionssituationen, indem beide Beteiligte einander irritieren und gemeinsam lernen. Dabei ermöglicht die Bewegungserfahrung einen spezifischen Zugang zu diesen Phänomenen, die für beteiligte Interaktionspartner positive Auswirkungen haben können.

Hunger, Christina, Jochen Schweitzer & Corina Aguilar-Raab (2014): Systemveränderungen messbar machen: EVOS und EXIS als neuartige »Systemfragebögen«. In: Kontext 45 (4): 416-429.

abstract: Es werden zwei Fragebögen zur zeitökonomischen Veränderungsmessung nach systemischen und anderen psychosozialen Interventionen vorgestellt. Diese sind mit denselben Items und Skalen, aber unterschiedlichen Instruktionen für persönliche Systeme (Paare, Familien, Wohngemeinschaften etc.) wie für organisationale Systeme (Arbeitsteams, Kurse, Gremien etc.) gleichermaßen anwendbar. Wir berichten über Testentwicklung und -aufbau, über erste Veränderungsmessungen, über offene Fragen und mögliche künftige Verwendungsperspektiven.

Singe, Georg (2014): Die Notwendigkeit einer Beratungswissenschaft für Konzepte psychosozialer Beratung – eine systemtheoretische Reflexion. In: Kontext 45 (4): 430-440.

abstract: Mittlerweile entfaltet die Systemtheorie – auch wenn sie keineswegs als einheitliche Theorie zu bezeichnen ist – als Metatheorie desWeltverstehens eine interdisziplinäre und transdisziplinäre Wirkung. Auch für die sich entwickelnde Beratungswissenschaft gewinnt sie immer mehr an Bedeutung. Der spezifische Beitrag der Systemtheorie für die Beratungswissenschaft wird im Hinblick auf Konzepte psychosozialer Beratung erläutert. In diese Reflexion sind bei der allgemeinen Diskussion auch andere Handlungsfelder der Beratung eingeschlossen. In einem ersten Schritt wird erörtert, inwiefern eine Beratungswissenschaft für die Professionalisierung der Praxis von Beratung überhaupt notwendig ist. In einem zweiten Schritt wird der spezifische Beitrag der Systemtheorien für die Beratungswissenschaften im Hinblick auf die Profession erarbeitet. Abschließend werden in zehn Punkten systemtheoretisch relevante Merkmale für die Entwicklung von Konzeptionen psychosozialer Beratung reflektiert.

Kuhnert, Tanja & Kathrin Stoll (2014): In Würde leben – Lebenswirklichkeiten für Menschen im Hartz IV-Bezug. Auswirkungen und Konsequenzen für Familien. In: Kontext 45 (4): 441-447.

Moritz, Sebastian (2014): Zwölfeinhalb Stunden. Eine Nacht zwischen gesetzlichen Vorgaben und eigener Befindlichkeit. In: Kontext 45 (4): 448-456.

Lohbusch, Eva (2014): Rezension – Frank Natho (2014): Brauchen wir die Liebe noch? Die Entzauberung eines Beziehungsideals. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext 45 (4): 459-460.

Bauer, Petra (2014): Rezension – Tom Levold & Michael Wirsching (Hrsg.) (2014): Systemische Therapie und Beratung – das große Lehrbuch. Heidelberg (Carl-Auer). In: Kontext 45 (4): 460-462.

Schweitzer, Jochen (2014): Rezension – Erhard Wedekind & Hans Georgi (2014): Identität und Aufgabe – Gruppen, Teams und Leitungskräfte in der Systemischen Werkstatt. Berlin (Xenomoi). In: Kontext 45 (4): 462-464.

Schäkel, Stefan (2014): Rezension – Josef Rieforth & Gabriele Graf (2014): Tiefenpsychologie trifft Systemtherapie, eine besondere Begegnung. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht). In: Kontext 45 (4): 465-468.

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