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Online-Journal für systemische Entwicklungen

1. Kompaktkurs Systemische Jugendhilfe – Einführung in das systemische Denken und Handeln für Mitarbeiter*innen der ambulanten, stationären und teilstationären Jugendhilfe

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Datum/Zeit
Date(s) - 15.07.20 - 30.04.21
9:30 - 15:30

Veranstaltungsort
tandem Praxis & Institut

Kategorien





  • Kompaktkurs in 4 Abschnitten
  • Mit Tanja Kuhnert
  • Beginn: 15. Juli 2020 mit dem 1. Kursabschnitt
  • Abschluss: 30. April 2021 mit dem 4. Kursabschnitt

Detaillierte Infos unter: tandem-freiburg.org

 

„Systemische Jugendhilfe“

Dem systemischen Denken und Handeln kommt im Bereich der stationären, teilstationären und ambulanten Jugendhilfe eine immer größere Bedeutung zu: Ressourcen-, Lösungs- und Auftragsorientierung, verbunden mit Konzepten von Vielfalt, Autonomie und Eigensinn, Macht und Wertschätzung sowie den systemisch-konstruktivistischen Theorien erweisen sich in der Praxis als erfolgreich. Sowohl Leitungen von Diensten und Einrichtungen der Jugendhilfe wie auch die relevanten Kostenträger erwarten von Fachkräften zunehmend eine systemische Qualifikation. Die bestehenden Weiterbildungen sind in der Regel auf Beratung und Therapie ausgerichtet. Allerdings sind die Anforderungen an die Mitarbeiter*innen der Jugendhilfe wesentlich vielfältiger, komplexer und anspruchsvoller als in einem reinen Beratungs- oder Therapiekontext.

Der Kompaktkurs „Systemische Jugendhilfe“ ist auf die besonderen Anforderungen in der Jugendhilfe ausgerichtet und trägt der Tatsache Rechnung, dass die in der Jugendhilfe tätigen Kolleg*innen eine Klaviatur von vielfältigen Handlungsarten beherrschen müssen: Beratung, Anleitung, Begleitung, Vermittlung, Kontrolle, Unterstützung, Beschaffung, Vertretung und Da-sein.

Obwohl Mitarbeiter*innen aus Diensten und Einrichtungen der Jugendhilfe zuerst immer das Wohl von Jugendlichen und Kindern im Blick haben, sind immer auch die dazugehörigen Familiensysteme, Freunde und Peers im Hintergrund spürbar und wollen Beachtung finden.

Gleichzeitig sind Sie immer Handelnde/r in einem Netzwerk verschiedener Unterstützungseinrichtungen aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, die zum Teil unterschiedliche Zielvorstellungen haben. Die Fortbildung „Systemische Jugendhilfe“ möchte auf diese Besonderheiten eingehen. Sie erhalten Wissen und Methoden, die Ihnen die Arbeit erleichtern und Ihnen die Freude an der Arbeit zurückgeben können. Sie werden die Kinder- und Jugendlichen besser verstehen können und sich selbst als handlungsfähiger erleben. In der Netzwerkarbeit wird es Ihnen leichter fallen, die unterschiedlichen Positionen nachzuvollziehen und mit dieser Perspektivvielfalt umzugehen.

Ihr Nutzen: Wie profitieren Sie vom Kurs?

Im Kompaktkurs „Systemische Jugendhilfe“ lernen Sie die systemische Denk- und Arbeitsweise hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Jugendhilfe kennen. Sie erhalten ein kompakt aufbereitetes Grundwissen über die systemische Arbeit im Kontext der Jugendhilfe. Wer systemisch arbeitet,

  • kennt die Geschichte und die relevanten Wurzeln des systemischen Ansatzes (theoretische Kompetenz),
  • kennt den Unterschied zwischen Unterstützung und Kontrolle (diagnostische Kompetenz),
  • versteht Ressourcen und Fähigkeiten aufzuspüren und zu nutzen und nimmt anstatt der Probleme die Lösungen in den Blick (systemische Kompetenz),
  • reflektiert Fragestellungen zur ressourcen- und lösungsorientierten Haltung auch in Situationen, welche als kindswohlgefährdend einzuordnen sind (Wahrnehmungskompetenz),
  • hat systemisches Werkzeug zur Hand, um (Familien-)Systeme zu analysieren und um sich in der Unterstützungsarbeit an deren Aufträgen und Zielen zu orientieren (systemische Kompetenzen),
  • führt handlungssicher lösungs- und zukunftsorientierte Gespräche und beherrscht systemische Frage- und Interviewtechniken (Gesprächsführungskompetenz),
  • setzt systemische Interventionsmethoden handlungssicher ein (Interventionskompetenz),
  • verfügt über ein systemisches Verständnis für komplexe Beziehungsdynamiken von Beziehungen und achtet auf Kontexte und Zusammenhänge (Fallkompetenz),
  • fördert nicht die Anpassungsleistung der Klient*innen, sondern respektiert Eigensinn und Autonomie aller Beteiligten (systemische Kompetenz),
  • ist Netzwerker*in und versteht zu kooperieren (Netzwerkkompetenz),
  • erkennt eigene Regeln und Muster (Eigenkompetenz – Selbsterfahrung).

Zielsetzung und Inhalte?

  • Sie wissen um den Unterschied von Kontrolle und Unterstützung und bewegen sich handlungssicher in diesen scheinbar gegensätzlichen Handlungsfeldern.
  • Sie kennen die Grundsätze systemischer Denk- und Arbeitswesen und können diese auf Ihr Arbeitsfeld übertragen.
  • Sie verstehen Wirkmechanismen und Muster in Familien, die sich in prekären, belasteten Lebenssituationen befinden.
  • Sie verstehen Familiendynamiken in Familien, in denen Kinder schwierige Situationen erleben, besser und sind in der Lage, zu den Familienangehörigen eine respektvolle Arbeitsbeziehung einzugehen.
  • Sie verfügen über neue, nämlich systemische, Methoden und Techniken, um Gespräche und Begegnungen mit Klient*innen und Netzwerkpartner*innen hilfreich gestalten zu können.
  • Sie kennen eigene Denk- und Handlungsmuster und deren Bedeutung für den Umgang mit belastenden Situationen oder als schwierig erlebten Kindern, Jugendlichen und Eltern.
  • Sie können eine ressourcenorientierte Haltung in die Fallbetrachtung einbringen und zu Problemverhalten von Kindern, Jugendlichen und Eltern eine distanziertere und wertschätzende Haltung einnehmen.

Arbeitsformen: Wie wird im Kurs gearbeitet?

Im Kurs wird in vielfältigen Settings und Formen gearbeitet: Plenum, Selbsterfahrungsgruppen, Arbeitsgruppen, Theorieimpulse, Rollenspiele, Übungen, Supervision von Fällen und Praxisreflexion. Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis der Teilnehmenden und der Kursleitung werden die Themen des Kurses in Verbindung mit Vorgehensweisen der systemischen Praxis erarbeitet. Die Verbindung mit eigenen persönlichen Beziehungserfahrungen ist ein wichtiges Selbsterfahrungselement, das von der professionellen Praxis nicht zu trennen ist. Die Bereitschaft der Teilnehmer*innen, sich auch mit ihren persönlichen Erfahrungen einzubringen, ist von besonderer Bedeutung.

Zielgruppe: An wen richtet sich der Kurs?

Der Kurs „Systemische Jugendhilfe“ richtet sich an Mitarbeiter*innen aus ambulanten, teilstationären und stationären Diensten und Einrichtungen der Jugendhilfe (Leistungserbringer) und aus Jugendämtern (Kostenträger), z.B. Mitarbeiter*innen

  • der Sozialpädagogische Familienhilfe,
  • der Einzelfallbetreuung,
  • der Soziale Gruppenarbeit,
  • der Frühen Hilfen,
  • der Inobhutnahme,
  • von Pflegestellen,
  • aus der stationären Jugendhilfe.

Teilnehmer*innenzahl

Am Kurs können maximal 16 Personen teilnehmen.

„Systemisch Kompakt“

Termine

Abschnitt 1 15.–17.07.2020
Abschnitt 2 22.–24.10.2020
Abschnitt 3

 

20.–22.01.2021
Abschnitt 4 28.–30.04.2021

 

 

 

 

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