Nachdem Teamarbeit lange Zeit einen immer schlechteren Ruf in der Organisationstheorie und -entwicklung bekommen hatte, scheint es in letzter Zeit wieder eine Trendwende zu geben, so dass sich fragen lässt, ob„Das Team (womöglich) als besonderer Leistungsträger in komplexen Organisationen“ in Frage kommen könnte. Rudolf Wimmer, durch seine zahlreichen Arbeiten zur Systemischen Organisationsentwicklung, hat sich mit dieser Frage in einem Beitrag beschäftigt, der 1997 im Sammelband„Komplexität managen: Strategien, Konzepte und Fallbeispiele“ (Hrsg. von Heinrich W. Ahlemeyer u. Roswita Königswieser, Gabler-Verlag) erschienen ist:„Ein nüchterner Blick in die Praxis des Organisationsalltages zeigt nämlich, dass wirklich gut funktionierende Teams nach wie vor eine Seltenheit sind, dass tiefgreifende Kooperationsschwierigkeiten, hohe Reibungsverluste im täglichen Gegeneinander, das Scheitern von Projekten häufig zur Normalität des Arbeitsgeschehens zählen. Ist die aktuelle Renaissance des Teamge- dankens mehr ein Ausdruck für die Anfälligkeit des Managements gegenüber gewissen Modeströmungen, denen zufolge es schlicht erforderlich ist, den Produktivitätsvorsprung der Japaner durch die Imitation ihrer Arbeitsorganisation auszugleichen (
)? Oder kann hinter dieser Neuentdeckung teamförmiger Organisationsstrukturen auch ein grundlegender Strukturwandel in den Aufbauprinzipien komplexer Organisationen vermutet werden, ein Strukturwandel, der offensichtlich durch die gravierenden Veränderungen bezogen auf die Überlebensbedingungen von Organisationen in unserem Wirtschaftssystem am Beginn der neunziger Jahre angestoßen und in der Zwischenzeit beschleunigt worden ist? Aus unserer Sicht gibt es ausreichend Anhaltspunkte, dieser zweiten Vermutung zu folgen. Wir gehen davon aus, dass zur Zeit versucht wird (mit welchem praktischen Erfolg sei zunächst noch dahingestellt), unter anderem mit dem Teamgedanken die stark gestiegene Eigenkomplexität von Organisationen, die man sich durch deren radikale Umgestaltung eingehandelt hat, bearbeitbar zu machen. Der vorliegende Beitrag versucht diese These auf ihre Plausibilität hin zu überprüfen“
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Renaissance des Teamgedankens
1. März 2010 | Keine Kommentare