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Neue Autorität und Gewaltloser Widerstand: Modul 1 (Einführung) M1.03.17 in Melle

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Datum/Zeit
Date(s) - 23.08.17 - 25.08.17
Ganztägig

Veranstaltungsort
Systemisches Institut für Neue Autorität

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Neue Autorität und Gewaltloser Widerstand: Modul 1 (Einführung)

Erziehungsverantwortliche (Eltern, PädagogInnen, LehrerInnen u.a.) sind häufig mit ungewöhnlichen, destruktiven und auch gewalttätigen Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen konfrontiert. Nicht selten fühlen sie sich hilflos und ratlos. Sie ziehen sich zurück, lassen gewähren oder geraten in eskalierende Machtkämpfe, die zu weiterer Verzweiflung führen. Die traditionellen Trainingskonzepte geraten ebenfalls im Umgang mit hocheskalierten Systemen an ihre Grenzen.

Haim Omer, Professor für Klinische Psychologie an der Universität Tel Aviv, hat dazu das Konzept der „Neuen Autorität“ entwickelt, welches zu einem großen Teil auf der Idee, Methodik und der sozialpolitischen Idee des Gewaltlosen Widerstandes von Mahatma Gandhi aufbaut.

Seit 1999 ist das Konzept in Deutschland auf ein zunehmend größeres Interesse gestoßen. Gemeinsam mit Arist von Schlippe hat Haim Omer die „Neue Autorität“ durch eine Vielzahl von Tagungen, Seminaren und Büchern bekannt gemacht. Dabei hat es sich zunehmend zu einem systemischen Konzept entwickelt. An der Weiterentwicklung sind Martin Lemme und Bruno Körner (Partner in SyNA) seit 2002 maßgeblich beteiligt.

Gedacht war es ursprünglich für Familien, in denen der Konflikt zwischen Eltern und Kindern hoch eskaliert und die elterliche Präsenz verloren gegangen war. In solchen Familien fühlen sich Eltern an den Rand gedrängt und die Kinder bestimmen das Geschehen. Mittlerweile findet es auch Umsetzung bei Familien, in denen Kinder durch ängstliches, zwanghaftes oder auch traumabezogenes Verhalten Erziehungsverantwortliche in hilflose Situationen bringen.

Die Neue Autorität findet zudem seit einigen Jahren immer mehr Verbreitung in Schulen, sozialpädagogischen und sozialtherapeutischen Institutionen, Bildungseinrichtungen und Gemeinden.

Im Elternhaus, in der Schule, in der Öffentlichkeit wie in Unternehmen: stets geht es darum, eine Form von „Anwesenheit“ und „Dasein“ zu verwirklichen, die nicht (primär) auf Macht und Durchsetzung gegründet ist, sondern auf Beziehung und Kooperation – und die damit Bindung ermöglicht. Die aus dem Konzept hergeleiteten Interventionsmöglichkeiten zielen darauf ab, verlorengegangene Präsenz wiederherzustellen und damit auch verlorengegangene Bindungen zu erneuern oder neu aufzubauen. Damit fokussiert „Neue Autorität“ auf etwas grundsätzlich anderes als Kontrolle, Durchsetzung oder Macht, nämlich auf Verbundenheit.

Die Betroffenen lernen dabei die entstandenen Eskalationsprozesse zu erkennen und aus diesen auszusteigen, deeskalierend und beziehungsfördernd vorzugehen und anhand der Methoden des Gewaltlosen Widerstandes, eines transparenten öffentlichen Vorgehens und der Nutzung eines Unterstützungsnetzwerkes neue Möglichkeiten in der Entwicklung tragfähiger Beziehung verantwortlich zu entwickeln.

In den Seminaren „Modul 1 (Einführung)“ und „Modul 2: Vertiefung)“ werden die Begrifflichkeiten „Neue Autorität“ und „Präsenz“ so wie die weiteren Aspekte des Konzeptes erläutert, die Methoden und Grundhaltungen durch Übungen erfahrbar und durchführbar gemacht und in die jeweiligen Arbeitsbereiche der TeilnehmerInnen umgesetzt.

 

Die genauen Seminarorte finden Sie auf unserer Homepage: www.neueautoritaet.de

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