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Kann sich das Bewusstsein bewusst sein? Neue Ansätze zur Frage des Bewusstseins und die Konsequenzen für Beratung, (Psycho-)Therapie und Pädagogik

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Datum/Zeit
Date(s) - 15.02.19
13:00 - 18:00

Veranstaltungsort
tandem Praxis & Institut

Kategorien





DGSF-Fachtag am Freitag, 15. Februar 2019 von 13.00–18.00 Uhr in Freiburg

Mit Prof. Harald Walach und Jochen Leucht

DGSF-Fachtage bei tandem PRAXIS & INSTITUT

verfolgen das Ziel, Begegnung und Dialog zwischen Praxis und Wissenschaft aus Feldern der sozialen Arbeit, der Pädagogik, Beratung und (Psycho-)Therapie zu ermöglichen. Grundsätzliche Themen stehen dabei genauso auf der Agende wie aktuelle Entwicklungen aus den o.g. Arbeitsfeldern.

Kann sich das Bewusstsein selbst bewusst sein?

Welche Konsequenzen haben verschiedene Antworten auf diese Frage für die praktische Arbeit?

Die Frage nach der Natur des „Bewusstseins“ hat in neuerer Zeit die etwas altmodisch scheinende Frage nach der „Seele“ abgelöst. Die moderne Neurowissenschaft und der implizite Konsens einer schweigenden Mehrheit scheint nahezulegen: Bewusstsein entsteht aus der Aktivität des Gehirns. Manche meinen sogar, eigentlich ist das Bewusstsein nur ein Trick des Gehirns, um zu verschleiern, dass wir keine Handelnden, sondern mehr oder weniger stark kausal gesteuerte biologische Automaten sind. Daher sei das „Ich“ nur eine Chimäre. Aber schon wenn man dem Satz „Das Ich gibt es nicht“ nachspürt und fragt: Wer sagt das? Und ihn umformuliert in „Ich sage Euch, das Ich gibt es nicht“ merkt man, dass man sich in Widersprüche verstrickt.

Im Rahmen des DGSF-Fachtages gehen wir verschiedenen modernen Versuchen nach, das Bewusstseinsproblem zu lösen, fragen uns, wie verschiedene spirituelle Traditionen diese Frage beantworten und überlegen, welche praktischen Konsequenzen diese unterschiedlichen Antworten auf die Arbeit mit Menschen haben. Welche Konsequenz hätte es für die Beratung, (Psycho-)Therapie und Pädagogik, wenn Freiheit und die Fähigkeit, sich zu entscheiden, eine Chimäre sind? Welche Voraussetzungen machen wir (immer schon), wenn wir Menschen Änderungspotenzial zutrauen? Was heißt es, wenn wir mit anderen versuchen, deren „wahren Kern“ aufzuspüren?

Was sind die konkreten Inhalte?
Harald Walach stellt im Rahmen des DGSF-Fachtages die neueren Ansätze zur Frage des Bewusstseins vor und beleuchtet sie kritisch. Der Stand der momentanen Fachdiskussion wird in einer Weise beleuchtet, dass sie allgemein verständlich ist. Vor allem die Frage, ob die Neurowissenschaft mit ihrem impliziten materialistischen Denkmodell tatsächlich einer Lösung der Frage nach dem Bewusstsein nahe kommt und nahe kommen kann, wie viele meinen, wird kritisch beleuchtet, auch anhand neuerer Daten zum Libet-Experiment und anderer empirischer Sachverhalte. Schließlich werden andere Modelle vorgestellt, die aus östlichen und westlichen spirituellen Traditionen stammen und mit der momentanen Mainstreamhaltung kontrastiert. Eine Mischung aus kurzen Beiträgen und Gruppenarbeit wird die Inhalte vertiefen.

Welche Auswirkungen haben die neuen Ansätze zur Frage des Bewusstseins für Beratung, (Psycho-)Therapie und Pädagogik? Diese Frage steht im Zentrum der Gespräche am DGSF-Fachtag.

Teilnehmer*innenzahl

Am DGSF-Fachtag können maximal 35 Personen teilnehmen.

Zielgruppe: An wen richtet sich der DGSF-Fachtag?

Der Fachtag richtet sich schulenübergreifend an Therapeut*innen, Psychotherapeut*innen, Sozialarbeiter*innen, Berater*innen und Pädagog*innen aus Arbeitsfeldern des Sozial- und Gesundheitswesens.

 

 

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