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Online-Journal für systemische Entwicklungen

Genogramme: Architektur und Choreographie der Familie – Wie man Genogramme analysieren und zum Leben erwecken kann

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Datum/Zeit
Date(s) - 08.04.19 - 09.04.19
9:30 - 17:00

Veranstaltungsort
tandem Praxis & Institut

Kategorien





Seminar vom 8. bis 9. April 2019 in Freiburg

Mit Christiane Lier und Dr. Helmut Wetzel

Genogramme: Architektur und Choreographie der Familie

Die Mehrgenerationenperspektive gehört ebenso wie das Genogramm von Anfang an zum Gründungskanon der systemischen Familientherapie. Mit einem Genogramm rekonstruieren wir umfassend die Familiengeschichte, stellen sie in den Kontext historischer Ereignisse. Dadurch kommen alle bedeutsamen generationenüber-greifenden Kontinuitäten und Brüche in den Blick. Die „Stimme“ des Überlebens wird hörbar, Potenziale und Ressourcen, Bindungsmuster, aber auch individuelle und kollektive Traumata werden sichtbar. Die familiäre „Weitergabe“ von schweren Verletzungen und seelischen Störungen werden verstehbar und können so zur Sprache gebracht werden.

Welche „Aufträge“ und „unverarbeiteten“ Erfahrungen haben die Großeltern an die Eltern weitergegeben? Welche Bedeutung haben Loyalität und die Familienehre zwischen den Generationen? Welche Themen werden in die offene Kommunikation eingebunden und welche werden verschwiegen? Gibt und gab es in der Familie unüberwindliche Schweigemauern, Tabus oder Geheimnisse, über die kein Wort verloren werden durfte?

Wir stöbern auf den Dachböden oder in den Kellern und finden alles, was aufgehoben, abgestellt und „vergessen“ wurde.

Aber auch unsere eigenen mehrgenerationalen Erfahrungen, Loyalitätsbindungen und präferierten Handlungsmuster und Sichtweisen als Familienmenschen beeinflussen die Dynamik des therapeutischen Systems. Sie können zur Ressource oder Grenze unserer professionellen Arbeit werden und sind die Grundlage unserer „Übertragungs- und Gegenübertragungsbereitschaften“.

Das Seminar ist somit auch eine Einladung, in den eigenen Familienarchiven zu blättern, Erinnerungsstücke und alte Fotos nochmal aufmerksamer zu betrachten und hellhöriger für die Stimmen und das Schweigen unserer Ahnen zu werden.

Ihr Nutzen: Wie profitieren Sie vom Seminar?

  • Sie lernen die Vorteile einer Mehrgenerationenperspektive kennen.
  • Wir stellen zahlreiche Analysemethoden von Genogrammen vor.
  • Wir diskutieren die Indikationskriterien für die Mehrgenerationenperspektive.
  • Sie lernen, wie und an welchen Stellen man in die Genogrammarbeit einsteigen kann oder gar muss.
  • Sie lernen, auf was man alles achten, was man sehen und analysieren kann.
  • Sie erfahren, was es mit Genen und Genogrammen auf sich hat.
  • Sie bekommen einen Einblick in die „prozessorientierte Aufstellungsarbeit“.
  • Sie erhalten Hinweise, wie Sie diese Methoden kombiniert einsetzen können.
  • Sie lernen, wie Sie Genogramme nutzen und mit Leben erfüllen können.
  • Sie erhalten Hinweise, wie Sie Genogramme zu Skulpturen oder Aufstellungen weiterführen können.

Was sind die konkreten Inhalte?

  • Sie lernen Indikationskriterien für die Genogrammarbeit kennen.
  • Sie lernen, Genogramme differenziert (vorwärts und rückwärts) zu analysieren.
  • Sie werden angeleitet, wie Sie die Methoden im Einzel- und Familiensetting verwenden können.
  • Sie lernen, wie man Genogramme zum Leben erwecken kann.
  • Sie lernen mit den Aufstellungsformaten „Kraft der Sieben“, „Kraft der Vier“ und „Kaskaden der Transformation“ zu arbeiten.

Zielgruppe: An wen richtet sich das Seminar?

Das Seminar wendet sich an alle Interessierte (Fortgeschrittene und Einsteiger), die einen Einblick in die „Prozessorientierte Genogramm- und Aufstellungsarbeit“ unter dem Blickwinkel der familiären Geschichte bekommen möchten. Unser Angebot richtet sich an Mitarbeiter*innen aus Praxisfeldern der sozialen Arbeit und der Pädagogik (Jugendamt, ASD, Beratungsstellen, Schulen) sowie an Berater*innen und Therapeut*innen in Kliniken und freier Praxis.

  • Bitte bringen Sie ein Genogramm mit möglichst vielen Daten mit (Geburtsjahre, Geburtsorte, Religion, Beruf, Todesjahre, Sterbe-Orte von Geschwistern, Eltern, Großeltern bis zur Urgroßelterngeneration) einschließlich besonderer für die Familie bedeutsamer Ereignisse.
  • Versuchen Sie, die Familie auch zeitgeschichtlich zu verankern: Es hat in Europa und in der Welt in diesem und dem letzten Jahrhundert eine Fülle bedeutsamer politscher Ereignisse und gravierender Veränderungen gegeben; bitte notieren Sie auch ein oder zwei, die für Ihr Leben und das Ihrer Familie besonders prägend waren.

Arbeitsformen: Wie arbeiten wir im Seminar?

Im Seminar wird in einem Wechsel von theoretischen Impulsen, Praxisreflexion, Selbsterfahrung, moderierter Plenumsdiskussion, Kleingruppen und Einzelreflexion gearbeitet. Konkrete Übungen in Rollenspielen helfen, das Erlernte im geschützten Seminarrahmen in die eigene Arbeitsweise zu integrieren.

Teilnehmer*innenzahl

Am Seminar können maximal 18 Personen teilnehmen.

Termin und Arbeitszeiten

Beginn: Montag, 08. April 2019, 09.30–12.30 u. 14.00–17.00 Uhr

Ende: Dienstag, 09. April 2019, 09.00–12.30 u. 14.00–17.00 Uhr

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