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Online-Journal für systemische Entwicklungen

Die Mehrgenerationenperspektive in der Systemischen Familientherapie, Therapie und Beratung

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Datum/Zeit
Date(s) - 19.03.18 - 20.03.18
Ganztägig

Veranstaltungsort
tandem Praxis & Institut

Kategorien





Seminar vom 19. bis 20. März 2018 in Freiburg

Mit Dr. Helmut Wetzel

Die Mehrgenerationenperspektive

gehört von Anfang an zum Gründungskanon der Systemischen Familientherapie. Sie stellt die Familie in den Kontext historischer Ereignisse und nimmt generationenüber-greifende familiäre Kontinuitäten wie Werte, Potenziale, Ressourcen, Bindungsmuster, aber auch Traumata und die „Weitergabe“ von schweren seelischen Störungen in den Blick.

Welche „Aufträge“ und „unverarbeiteten“ Erfahrungen haben die Großeltern an die Eltern gegeben? Welche Bedeutung hat Loyalität und Familienehre zwischen den Generationen? Welche Themen wurden in die offene Kommunikation eingebunden und welche werden verschwiegen? Gibt und gab es in der Familie Tabus oder Geheimnisse?

Auch unsere eigenen mehrgenerationalen Erfahrungen, Loyalitätsbindungen und familiären Muster als Familienmenschen beeinflussen die Dynamik des therapeutischen Systems. Sie können zur Ressource oder Grenze unserer Arbeitsweise werden und sind die Grundlage unserer „Übertragungs- und Gegenübertragungs-bereitschaften“.

Das Seminar ist somit auch eine Einladung, in den eigenen Familienarchiven zu stöbern, Erinnerungsstücke und alte Fotos nochmal aufmerksamer zu betrachten und einmal genauer auf die Stimmen und das Schweigen unserer Ahnen zu hören.

Ihr Nutzen: Wie profitieren Sie vom Seminar?

Die Mehrgenerationenperspektive ist keine besondere Technik, sondern eine Weitwinkelperspektive. Obschon sie einige Standardmethoden hervorgebracht und verfeinert hat, ist sie vor allem die hohe Kunst der Systemischen Beratung und Therapie, mit familiärer Komplexität zu jonglieren.

Sie erhalten Hinweise zu den Indikationskriterien: Wann wird Familien angeboten, die Mehrgenerationenperspektive zu öffnen bzw. die Triade rückwärts zu rotieren?

Was sind die konkreten Inhalte?

Die Geschichte der Kriege und die Teilung Europas im 20. Jahrhundert ist immer auch Familiengeschichte. Für keine Familie gab und gibt es eine historischen „Auszeit“. In jeder Familie gibt es „verschwiegene Geschichte“ zu finden: „Was weiß ich, was will ich wissen, was könnte ich wissen?“. Konkrete Inhalte im Seminar sind u.a.:

  • Einstieg und Einführung: die Mehrgenerationenperspektive
  • Generationen I und II: zwei verschiedene Blickwinkel
  • Vorführung von Ausschnitten aus dem Film von Malte Ludin „Zwei oder drei Dinge, die ich von ihm weiß“ (ca. 30 Minuten)
  • Diskussion und Sammlung zentraler Begriffe und Themen
  • Die wichtigsten Landkarten und Heuristiken der Mehrgenerationenperspektive
  • Genogramme vorwärts und rückwärts analysiert
  • Die Ebenen der Interpretation
    • Hypothetisieren und die Kunst des Fragens
    • Die primäre Triade und Indikationskriterien für die Rückwärtsrotation der Triade
    • Fragen an das Genogramm
  • Übungen
    • Lebendes Genogramm
    • Das Leben meiner Großmutter/Mutter bzw. meines Großvatervaters/Vaters, als sie in meinem Alter waren
    • Meine Familie im historischen Kontext

Zielgruppe: An wen richtet sich das Seminar?

Das Seminar richtet sich sowohl an „fortgeschrittene“ Berater*innen und (Psycho-)Therapeut*innen als auch an Einsteiger*innen.

Arbeitsformen: Wie arbeiten wir im Seminar?

Im Seminar wird sehr praxisorientiert gearbeitet. Methoden aus der Systemischen Familientherapie erleichtern und ermöglichen die gezielte Spurensuche in den Familiengeschichten zur transgenerationalen Weitergabe und Transformation, z.B.von Gewalterfahrungen. Ausdrücklich versteht sich das Seminar als Anstoß zur Selbstbefragung, Ort der kollegialen Beratung und der professionellen Weiterbildung. Es besteht die Möglichkeit zur Fallarbeit. Die Arbeitsformen sind u.a.:

  • Fachliche, theoretische und methodische Impulse
  • Austausch im Plenum und in Kleingruppen
  • Methodische Einübung
  • Bearbeitung Ihrer Fallvignetten
  • Selbsterfahrung

Teilnehmerzahl

Am Seminar können maximal 18 Personen teilnehmen.

Termin und Arbeitszeiten

Beginn: Montag, 19. März 2018,     09.30– 12.30 u. 14.00– 17.00 Uhr

Ende: Dienstag, 20. März 2018, 09.00– 12.30 u. 14.00– 17.00 Uhr

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