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2. Kurs Systemische Therapie/Familientherapie und achtsamkeitsbasierte Praxis

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Datum/Zeit
Date(s) - 06.12.19 - 08.12.23
0:00

Veranstaltungsort
tandem Praxis & Institut

Kategorien





  • Kurs in 9 Abschnitten mit Siang Be, Steffi Be, Tom Pinkall, Jochen Leucht, Renate Weihe-Scheidt und Helmut Wetzel
  • Beginn: Dezember 2019 mit dem Einführungstag
  • Abschluss: Dezember 2023 mit dem Kolloquium

Detaillierte Infos unter: tandem-freiburg.org

 

Systemische Therapie und achtsamkeitsbasierte Praxis

Mit dem vorliegenden innovativen Kursangebot werden die systemische Therapie und die Praxis der Achtsamkeit zusammengeführt und für das therapeutische Handeln nutzbar gemacht.

Dabei stehen die konstruktivistische Grundhaltung der systemischen Therapie und die Achtsamkeitspraxis in einer nahen Verbindung zueinander und bieten für die therapeutische Arbeit eine ideale Ergänzung. Die achtsamkeitsbasierte Praxis schafft durch ihre körperliche Verankerung und die gewonnenen Einsichten in die eigene Selbst- und Weltbeziehung eine gute Basis für ein hilfreiches therapeutisches Wirken in Systemen. So können Präsenz und Mitgefühl als zentrale Aspekte einer tragenden therapeutischen Beziehung im Rahmen der achtsamkeitsbasierten Übungen erlernt werden. Die persönliche Präsenz und das Verständnis der Selbstregulation innerer und äußerer Systeme sind dabei gemeinsame Ausgangspunkte für eine Begegnung mit schwierigen Konstellationen, Kognitionen und Emotionen.

Um dies zu realisieren, werden die klassischen systemischen Techniken und Prinzipien von zahlreichen Übungen aus der Achtsamkeitspraxis, die auch eine regelmäßige Meditationspraxis umfassen, flankiert. Die Achtsamkeitspraxis entstammt dem Buddhismus, dessen Wurzeln offen thematisiert werden; dies ermöglicht eine Auseinandersetzung mit dem Thema Spiritualität. Der Kurs selbst ist jedoch säkular und weltanschaulich nicht gebunden.

Darüber hinaus wird es – laut Curriculum –  um die Arbeit mit Emotionen gehen, wofür die Emotionsfokussierte Therapie (EFT) die Grundlage bietet. Die EFT ist ein wissenschaftlich fundiertes Psychotherapieverfahren, das auf der Basis von Therapieprozess- und Ergebnisforschung sowie aktueller neurowissenschaftlicher Erkenntnisse Therapeut*innen wirksame Prinzipien und Strategien zur direkten Arbeit mit den Emotionen ihrer Klient*innen anbietet. Die EFT bietet eine klinische Emotionstheorie und eine Theorie emotionaler Veränderungen an, die erlauben, systematisch in der Einzel- wie in der Paar- und Familientherapie mit Emotionen zu arbeiten.

Die Besonderheit dieser Weiterbildung besteht demnach in der Erweiterung klassischen systemischen Grundwissens durch Achtsamkeit sowie moderne evidenzbasierte Psychotherapieverfahren anderer Schulen. Somit wird eine Verbindung zwischen systemisch interpsychischen Konzepten und neueren Ansätzen, welche auf intrapsychische Prozesse fokussieren, geschaffen.

Ihr Nutzen: Wie profitieren Sie vom Kurs?

Die Qualität der Beziehung zwischen Therapeut*in und Klient*in ist der wichtigste Faktor für den therapeutischen Erfolg, das zeigt die Forschung. Die Achtsamkeitspraxis verhilft zu einer sensibleren und differenzierteren Wahrnehmung von Kognitionen, Emotionen und körperlichen Erfahrungen sowie ihrer Qualitäten und dient auf diese Weise der bewussteren Beziehungsgestaltung und der Selbstfürsorge. Sie vermittelt darüber hinaus eine besondere Haltung zu sich selbst und der Welt, die dem systemischen Verständnis in vielem verwandt ist.

Zielsetzung und Inhalte

Zu Beginn des Kurses werden Sie mit den Basiselementen systemischen Vorgehens vertraut gemacht. Inhaltlich handelt es sich insbesondere um systemische Grundhaltungen, Gesprächs- und Fragetechniken. Darüber hinaus werden die zentralen Aspekte der Achtsamkeitspraxis vermittelt. Im weiteren Verlauf werden Sie moderne evidenzbasierte Ansätze benachbarter Psychotherapieverfahren (Akzeptanz- und Commitmenttherapie [ACT], Emotionsfokussierte Therapie [EFT]) kennenlernen, welche mit systemischen Grundhaltungen kompatibel sind.

Im letzten Drittel konzentrieren wir uns auf Ihre Prozesskompetenz für die Arbeit mit

Emotionen und vertiefen die Achtsamkeitspraxis durch Schulung in (Selbst-)Mitgefühl.

Ihre Bereitschaft zur Selbsterfahrung ist daher von großer Bedeutung.

Die Praxis der Achtsamkeit, den Einbezug der Emotionen, des körperlichen Erlebens und die systemische Herangehensweise weisen in der therapeutischen Praxis fruchtbare Gemeinsamkeiten auf. Die Betrachtung der Schnittmenge „Körper, Geist, System“ führt zu inspirierenden Impulsen für die bewusste und sensible Wahrnehmung und Gestaltung der therapeutischen Beziehung.

Im Kurs erhalten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, innovative und methodenübergreifende Konzepte der Systemischen Therapie/Familientherapie und der Achtsamkeitspraxis differenziert und praktisch einzuüben. Die Inhalte und Referent*innen der jeweiligen Kursabschnitte werden Ihnen detailliert im Rahmen des Einführungstages vorgestellt – oder Sie fordern diese Informationen vorab bei uns an.

Veranstaltung Termine
Einführungstag 06.12.2019
Abschnitt 1

 

30.03.-03.04.2020
Abschnitt 2

 

26.-30.10.2020
Abschnitt 3

 

08.-13.02.2021
Abschnitt 4

 

04.-08.10.2021
Abschnitt 5

 

07.-11.03.2022
Abschnitt 6

 

26.-30.09.2022
Abschnitt 7 27.-31.03.2023
Abschnitt 8 18.-22.09.2023
Abschnitt 9 04.-08.12.2023
Supervision
Kolloquium 08.12.2023

Arbeitszeiten

  • Einführungstag 13.00 – 19.00 Uhr
  • Kursabschnitte: 1. Kurstag – Montag 09.30 –- 12.30 u. 13.45 – 17.30 Uhr // 2. Kurstag – Dienstag 09.00 –- 12.30 u 13.45 – 17.30 Uhr // 3. Kurstag – Mittwoch 09.00 –- 12.30 u 13.45 – 17.30 Uhr // 4. Kurstag – Donnerstag 09.00 –- 12.30 u 13.45 – 17.30 Uhr // 5. Kurstag – Freitag 09.00 – 12.00 Uhr
  • Letzter Kurstag: Kolloquium 00 –  16.30 Uhr
  • Im 3. Kursabschnitt arbeiten wir von Montag bis Samstag arbeiten; der Kurs schließt am Samstag um 12.00 Uhr.

Im 6. Kursabschnitt arbeiten wir in einem externen Tagungshaus.

Arbeitsformen: Wie wird im Kurs gearbeitet?

In der Kursarbeit werden relevante systemtheoretische Inhalte mit der Praxis der Systemischen Therapie/Familientherapie verwoben und durch Theorie und Praxis der Achtsamkeit und themenzentrierter Selbsterfahrung (150 UE) ergänzt. Im Kursverlauf werden Sie moderne evidenzbasierte Ansätze benachbarter Psychotherapieverfahren (Akzeptanz- und Commitmenttherapie [ACT], Schematherapie, Emotionsfokussierte Therapie [EFT]) kennenlernen, welche mit systemischen Grundhaltungen kompatibel sind.

Es wird in vielfältigen Settings und Formen gearbeitet: Plenum, Selbsterfahrungsgruppen, Arbeitsgruppen, Theorieimpulse, Rollenspiele, Videodemonstrationen, Übungen, Literaturstudium, Selbststudium, Supervision von Fällen und Praxisreflexion. Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis der Teilnehmer*innen und der Kurleiter*innen werden die Themen des Kurses in Verbindung mit Vorgehensweisen der Systemischen Therapie/Familientherapie erarbeitet. Die Verbindung mit eigenen persönlichen Beziehungserfahrungen ist ein wichtiges Selbsterfahrungselement, das von der professionellen Praxis nicht zu trennen ist.

Darüber hinaus ist die Achtsamkeitspraxis von Beginn an ein regelmäßiges und begleitendes Element, das die Kurseinheiten rahmt und in einigen Kursabschnitten einen größeren Raum einnimmt. Die Atmosphäre ist geprägt von Experimentierfreude und Offenheit für unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen sowie von Momenten des Innehaltens, der Stille und Gelassenheit.

Die Bereitschaft der Teilnehmer*innen, sich auch mit ihren persönlichen Erfahrungen einzubringen und sich auf eine regelmäßige Meditationspraxis einzulassen ist von besonderer Bedeutung.

Zielgruppe: An wen richtet sich der Kurs?

Das Kursangebot wendet sich an sich an Psycholog*innen, Pädagog*innen, Sozialpädagog*innen, Ärzt*innen und andere Personengruppen, die in der psychosozialen Versorgung tätig sind. In der Weiterbildung werden sowohl für die Arbeit mit Einzelpersonen, Paaren und Familien das bewährte systemische Handwerkszeug, darüber hinaus aber auch neuere psychotherapeutische Ansätze mit den Schwerpunkten Achtsamkeit, Akzeptanz, Wertorientierung und Emotionsfokussierung vermittelt.

Zugangsvoraussetzungen für den Kurs

Psychosoziale Praxiserfahrung und die Möglichkeit zur Umsetzung systemischer/ familien-therapeutischer Vorgehensweisen werden vorausgesetzt.

Von den Teilnehmer*innen wird erwartet, dass sie während des Kurses in der Lage sind, therapeutisch mit Einzelnen, Paaren, Familien oder Gruppen zu arbeiten und diese Arbeit in einer Live-Supervision oder als Video-Arbeit vorzustellen.

 

 

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