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Online-Journal für systemische Entwicklungen

Kurt Ludewig wird 75!

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Heute feiert Kurt Ludewig, einer der wichtigsten Wegbereiter der systemischen Therapie im deutschen Sprachraum, seinen 75. Geburtstag, zu dem systemagazin von Herzen gratuliert. Auch wenn er sich schon seit einiger Zeit in das Privatleben zurückgezogen hat, gehört er doch mit seinen zahlreichen Publikationen nach wie vor zu einem der meistzitierten Autoren des systemischen Feldes. 2012 hielt er auf dem Heidelberger Kongress „Wie kommt Neues in die Welt?” einen Vortrag über das das „Regelwerk der systemischen Therapie“, das er auf die Frage hin untersuchte, inwiefern darin eine Anleitung zur „Verhinderung von Neuem“ enthalten sei. Er schreibt darin: „Die Überschrift dieses Heidelberger Symposiums lautet: ,Wie kommt Neues in die Welt?… systemisch weiter denken’. Im Begleitschreiben zur Einladung stand unter anderem, dass neue, ,revolutionäre Ansätze’ besonders dann gefährdet seien, dogmatisch zu erstarren, wenn sie zum Standard geworden sind. Der Hintergrund dieser Frage war nicht zuletzt die Sorge um die Einschränkungen, die mit der anerkannten Etablierung der Systemischen Therapie einhergehen könnten. Es sollte erkundet werden, wie unser Denken lebendig gehalten und vor dogmatischer Erstarrung bewahrt werden kann. Die vielfältigen Praxisfelder, die durch das ,Blühen systemischer Praxis’ entstanden seien, sollten aufs Neue angeschaut und kritisch hinterfragt werden.“

Und sein Text schließt folgendermaßen: „Mit dem Ziel vor Augen, der systemischen Therapie die Frische des Neuen und Kreativen zu erhalten, lohnt es sich, das mittlerweile entstandene Regelwerk kritisch zu beleuchten. Dabei dürfte vor allem nicht übersehen werden, dass Therapie von unterschiedlichen Menschen betrieben wird, die deshalb unterschiedliche Bedingungen bedürfen, um effizient zu arbeiten. Regeln, ob als explizite oder implizite Ge- bzw. Verbote definiert und in Weiterbildungen vermittelt, können nur dann sinnvoll sein, wenn sie den jeweiligen Anwendern genügend Raum lassen, um sie individuell und kontextbezogen umzusetzen. Ein geeignetes Regelwerk sollte einen methodologischen Rahmen schaffen, der breit genug angelegt ist, um unterschiedliche Therapeuten anzuleiten und Neues einzubeziehen, aber auch eng genug sein, um
therapeutisches Tun erkennbar als das zu gestalten, was es sein soll, nämlich systemische Therapie oder Beratung. In der Hoffnung, mit diesem Vortrag nicht gegen Windmühlen vorgestoßen zu sein, möchte ich in Anspielung an den Plus-Eins der Leitsätze, die ich 1984 zusammenstellt habe, mit der Empfehlung schließen: Orientiere dich an den jeweiligen Kontext und wende deine Regeln nie blind an! Das dürfte eine gute Basis sein, um wieder Neues entstehen zu lassen.“

Lieber Kurt, zum Geburtstag alles Gute – und die besten Wünsche für die kommende Zeit!

Den vollständigen Text können Sie hier lesen…

3 Kommentare

  1. Lieber Kurt,
    ich wünsche Dir alles Gute und gratuliere herzlich zu Deinem Geburtstag.
    Unvergesslich sind die ersten persönlichen Kontakte in Köln, als es nach der Gründung der SG um deren Gestalt und inhaltliche Füllung ging. Du hast dabei für das Zartbitter gekämpft, eine Zeit in der ohne Angst gestritten wurde. Da habe ich mehr gelernt als durch Bücherlesen.
    Ein Geschenk Dir begegnet zu sein. Liebe Grüße aus Berlin, Dörte

  2. Lieber Kurt,
    ich wünsche dir zu deinem Geburtstag alles was dir gut tut. Gleichzeitig möchte ich dir dafür danken, dass du Ende der 80er Jahre Joachim Hinsch so faszinieren konntest – meine Ausbildung damals war von dir geprägt und meine Grundhaltung ist es noch immer (wenn auch viel anderes dazugekommen ist, aber genau das hat die Haltung ja auch möglich gemacht).
    Alles Liebe
    Sabine Klar

  3. Lieber Kurt,
    nun also das „biblische“ Alter 75. Was für eine Zahl. Ich gratuliere Dir herzlich und wünsche Dir einen glücklichen und vor allem gesunden neuen Lebensabschnitt.
    Herzlichst
    Arist

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