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Krise als Katastrophenfilm

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In seinem neuen Buch„Du mußt dein Leben ändern” zeigt Peter Sloterdijk einmal mehr, dass er nicht nur zu den beeindruckensten Zeitdiagnostikern der Gegenwart gehört, sondern seine Diagnosen auch mit einem nachdrücklichen Imperativ zum Ausbruch aus der„lähmenden Harmlosigkeit sämtlicher gängiger Diskurse” verbindet. In der heutigen TAZ ist ein lesenswertes Interview von Robert Misik mit ihm zu finden, in er u.a. auch die Ästhetisierung der gegenwärtigen Krise kritisiert:„Ich habe mit meinem Buch versucht, eine Art Megafon zu sein und zu formulieren, was aus der Krise unserer Zeit emaniert. Dabei geht es zunächst darum, die Realität der Krise überhaupt im Ernst zu begreifen. Wir müssen aufhören, die Krise zu ästhetisieren. (…) Die westliche Krisenästhetik geht auf die Romantik zurück, seit einem halben Jahrhundert beherrscht sie die Weltmassenkultur. Wir haben es fertiggebracht, Naturkatastrophen und Sozialkatastrophen als Horrorgenre zu ästhetisieren. Die Katastrophe ist für uns vor allem ein ästhetisches Konzept“ Die Überwindung der Krise liegt für Sloterdijk nicht mehr in der Veränderung der Welt, sondern nur noch in der Selbstveränderung:„Wir leben am Ende eines Zeitalters vereinseitigter Weltveränderung. Seit der Französischen Revolution behauptet die Forderung nach Weltveränderung den Vorrang vor der Selbstveränderung. Doch dieses Schema greift nicht mehr – nachdem man gesehen hat, zu welchen Ergebnissen die gewaltsame Weltveränderung von außen im Kommunismus geführt hat“
Zum Volltext des Interviews…

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