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Online-Journal für systemische Entwicklungen

Einstehen wofür? Systemisch zwischen wertebewusst und allparteilich

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unter diesem schönen Motto hat Cornelia Tsirigotis als Herausgeberin der Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung Beiträge zur aktuellen Ausgabe 2/2017 versammelt, die sich mit Fragen der systemischen Haltung (wenn es so etwas gibt) im Umgang mit politischen und wertebezogenen Konflikten auseinandersetzen. Im Editorial schreibt sie dazu: „Therapie und Beratung finden nicht im luftleeren gesellschaftlichen Raum statt. Auch TherapeutInnen und BeraterInnen sind gesellschaftlichen Entwicklungen und Diskursen ausgesetzt und daran beteiligt, Zum Schwerpunktthema dieses Heftes gaben zwei ganz unterschiedliche Anlässe den Ausschlag, die (es gibt keinen Zufall) zusammentrafen: zum einen bewegte mich ein Beitrag von Cornelia Oestereich in „systeme“, die die Streitbarkeit der errungenen Werte, wie z, B. Freiheit und Menschenwürde, als kommende Aufgabe einfordert, angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen durch eine größer werdende Zahl geflüchteter Menschen, die in anderen gesellschaftlichen Kontexten und mit anderen Werthaltungen aufgewachsen sind. Parallel zu meinen Gedankengängen schickte mir Johannes Herwig-Lempp einen Beitrag, der bei einem spürbaren Rechtsruck-Diskurs Auseinandersetzung statt Ausgrenzung einfordert. Wofür stehen wir ein? Mein herausgeberisches Anliegen war es, einen Diskurs darüber zu beginnen, für welche Werte wir als systemische Therapeutinnen oder Beraterinnen „eigentlich“ einstehen. Dazu habe ich verschiedene Autorinnen eingeladen, die entweder der Frage gefolgt sind, wofür wir einstehen (wollen) oder die sich konkret mit Johannes Herwig-Lempps Forderungen beschäftigten. Die Beiträge im Heft sind also vermischt: teils folgen sie meinem Anliegen nach einer Wertediskussion, teils setzen sie sich mit der Frage des Diskurses mit Rechten auseinander. Es sind Anstöße (vielleicht sogar anstößige) zur Diskussion zu unterschiedlichen Fragen, die ich vermengt habe. Vielleicht fordert diese Vermengung weitere Diskussionsbeiträge heraus.“ Zu lesen sind in diesem Heft Beiträge von Lothar Eder, Johannes Herwig-Lempp (mit Kommentaren von Tom Levold und Wolfgang Loth), Cornelia Oestereich, Jürgen Hargens und Ingo Spitczok von Brisinski. Alle bibliografischen Angaben und abstracts gibt es hier…

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