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Bruno Hildenbrand wird 70!

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Bruno Hildenbrand

systemagazin gratuliert Bruno Hildenbrand ganz herzlich zum 70. Geburtstag, den er heute feiert. In der systemischen Szene ist er vor allem durch seine Zusammenarbeit und die gemeinsamen Veröffentlichungen mit Rosmarie Welter-Enderlin („Systemische Therapie als Begegnung“), durch die Schriftleitung von „System Familie“ und durch seine Arbeiten zur Genogrammanalyse bekannt geworden. Von 1994 bis 2014 war er Professor für Sozialisationstheorie und Mikrosoziologie am Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nach seinem Studium der Soziologie, der Politischen Wissenschaften und der Psychologie an der Universität Konstanz arbeitete er von 1979 bis 1984 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Psychiatrischen Klinik der Philipps-Universität Marburg und war anschließend Hochschulassistent an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main von 1984 bis 1989, wo er sich 1991 habilitierte. Von 1989 bis 1994 arbeitete er als Fachleiter für Arbeit mit psychisch Kranken und Suchtkranken an der Berufsakademie Villingen-Schwenningen. Als „Klinischer Soziologe“ entwickelte er eine besondere Perspektive auf die Arbeit mit psychiatrischen Patienten wie auch auf die beraterische Arbeit mit Familien, vor allem mit Familien in ländlichen Regionen. Dieser Arbeit galt auch immer wieder sein Forschungsinteresse, dass u.a. auf Transformationsprozesse der Kinder- und Jugendhilfe in ländlichen Regionen Ost- und Westdeutschlands, Sozialisationsprozesse in der Pflegefamilie, Verfachlichung alltäglicher Lebenspraxis und die fallrekonstruktiven Verfahren in den Sozialwissenschaften gerichtet war.

1996-2000 war er Schriftleiter der letzten Jahrgänge der Zeitschrift „System Familie“, die 2000 vom Springer-Verlag eingestellt wurde. Die letzten drei Jahre machten wir das gemeinsam, in dieser Zeit lernten wir uns intensiver kennen und schätzen, eine freundschaftliche Verbindung, die bis heute anhält. Im Zuge seiner eher untypischen wissenschaftlichen und praktischen Karriere hat sich Bruno Hildenbrand eine Unabhängigkeit sowohl in der Hochschullandschaft als auch im systemischen Feld erhalten, die seine kritischen (und oft durchaus polemischen) Perspektiven auf die systemischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte umso wertvoller machen, auch wenn seine Lust an der Provokation nicht jedermanns Sache ist. Die Folgen eines Schlaganfalls im Jahre 2012, zwei Jahre vor seinem Ruhestand, hat er – mit großer Unterstützung seiner Frau Astrid – bravourös gemeistert, die daraus resultierende Lähmung verunmöglichte ihm, zu schreiben, weshalb er seine immense Textproduktion auf Spracherkennung am Computer umstellte. Sein unglaublich breites Hintergrundwissen, seine Gründlichkeit und Strenge bei der editorischen Arbeit und seine Unerschrockenheit in inhaltlichen Auseinandersetzungen habe ich immer bewundert und geschätzt. Pünktlich zum 70. Geburtstag ist in der aktuellen Ausgabe des Kontext ein ausführliches Interview mit Bruno Hildenbrand erschienen, das Petra Bauer und ich mit ihm im vergangenen Jahr über sein Leben und seine professionelle Entwicklung geführt haben.

Lieber Bruno, ganz herzliche Glückwünsche zum runden Geburtstag und alles Gute für die kommenden Lebensjahre. Ich wünsche dir und uns, dass deine Energie und Schaffenskraft trotz aller Einschränkungen auch in Zukunft erhalten bleiben und wir noch viele interessante An- und Einsichten von dir bekommen werden! Aber da bin ich ganz zuversichtlich!

Herzliche Grüße, Tom

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